M-87 Orkan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
M-87 Orkan

Das M-87 Orkan ist ein Mehrfachraketenwerfersystem. Es dient zur Bekämpfung von Flächenzielen.

Entwicklung[Bearbeiten]

M-87 wurde zusammen von Jugoslawien und dem Irak Anfangs der 1980er-Jahre entwickelt. Der Entwurf der Raketen stammt von Professor Obrad Vucurovic.[1] Der erste Prototyp war 1985 bereit.[2] Das System wurde erstmals 1988 vorgestellt. Bis zum Ausbruch der Jugoslawienkriege wurden nur wenige Einheiten produziert. Danach kam die Entwicklung ins Stocken. Anfangs der 2000er-Jahre wurde die Entwicklung in Serbien bei Yugoimport-SDPR wieder aufgenommen.[2]

Varianten[Bearbeiten]

M-87 Orkan II
  • M-87 Orkan: Initialversion mit zwölf Werferrohren auf einem Lkw FAP-2832[3]
  • M-87 Orkan II (M1996): Ad-hoc-Version aus Serbien mit vier Werferrohren auf einem Lkw ZIL-135 (9P113M2)[4]
  • M-87 Orkan-CER: Version von Yugoimport mit acht Werferrohren auf einem Lkw Kamaz-6350[5]

Technik[Bearbeiten]

Das Werferfahrzeug der Initialversion ist ein Lastkraftwagen vom Typ FAP-2832. Auf dem Fahrzeug ist über der Hinterachse ein horizontal und vertikal schwenkbarer Werferarm installiert. Auf diesem sind in drei Lagen zwölf Werferrohre für die Raketen des Kalibers 262 mm angebracht. Die Raketen werden in Intervallen von je 5 Sekunden abgefeuert. Das manuelle Nachladen eines leeren Werfers dauert rund 30 Minuten. Eine Batterie besteht aus vier Werferfahrzeugen, vier Nachladefahrzeugen mit je 28 Raketen, einem Befehlsstand mit Teldix - Navigationssystem, zwei Aufklärungsfahrzeugen, einem meteorologischem Beobachtungsfahrzeug sowie zwei Vermessungsfahrzeugen. Das Erstellen der Feuerbereitschaft dauert rund drei Minuten. Der Stellungsabbruch dauert rund eine Minute.[6] Ein Bataillon mit 16 Werferfahrzeugen deckt mit 192 Raketen eine Zielfläche von 3–4 km² ein.[2]

Raketen[Bearbeiten]

Die Raketen sind drall- und flügelstabilisiert und verfügen über ein Faltleitwerk am Raketenheck. Die Raketen haben ein Kaliber von 262 mm, sind je nach Typ 4,65–4,90 m lang und wiegen 380–404 kg.[5] Angetrieben werden sie von einem zweistufigen Feststoff-Raketentriebwerk. Dieses hat eine Brenndauer von 5 Sekunden und beschleunigt die Raketen auf eine Geschwindigkeit von rund 1.200 m/s. Nach dem Start beschreibt die Flugbahn der Raketen eine ballistische Kurve mit einem maximalen Apogäum von 22 km. Die maximale Schussdistanz von 50 km wird in 110 Sekunden zurückgelegt. Die minimale Schussdistanz beträgt 12 km.[6] Die maximale Streuung einer Raketensalve liegt bei 220 m in Flugrichtung und bei 175 m im Azimut.[2]

Folgende Raketentypen sind bekannt:

  • M-87-APHE mit einem Splittergefechtskopf zu 91 kg; Reichweite 50 km
  • M-87-APHE-ER mit einem Splittergefechtskopf zu 91 kg; Reichweite 65-70 km[5]
  • M-87-ICM-AT mit 288 Stück Hohlladungs-Bomblets vom Typ KB-2; Reichweite 50 km
  • M-87-ICM-AP mit 420 Stück Splitter-Bomblets; Reichweite 50 km[6]
  • M-87-AT mit 24 Stück Panzerminen vom Typ YU-S-AT (KPOM) mit Magnetzünder; Reichweite 50 km

Einsatz[Bearbeiten]

Das M-87 Orkan kam während der Jugoslawienkriege bei Gefechten in Slowenien, Kroatien und Bosnien zum Einsatz.

Nutzerstaaten[Bearbeiten]

  • Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina – 2 (Typ unbekannt).
  • IrakIrak Irak – 8 M-87 Orkan, lokale Bezeichnung Ababeel-50 (ausgemustert).
  • KroatienKroatien Kroatien – 4 M-87 Orkan, lokale Bezeichnung Tajfun.
  • SerbienSerbien Serbien – 4 M-87 Orkan II.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vucurovic.com, Zugriff: 26. März 2013 (englisch)
  2. a b c d rbase.new-factoria.ru, Zugriff: 26. März 2013 (russisch)
  3. Military-today.com, Zugriff: 26. März 2013 (englisch)
  4. Website Serbische Streitkräfte, Zugriff: 26. März 2013 (serbisch)
  5. a b c Military-today.com, Zugriff: 26. März 2013 (englisch)
  6. a b c Army-Guide.com, Zugriff: 26. März 2013 (englisch)