Sonnenkönigin

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Sonnenkönigin
Die Sonnenkönigin im Heimathafen

Die Sonnenkönigin im Heimathafen

p1
Schiffsdaten
Flagge OsterreichÖsterreich Österreich
Schiffstyp Passagierschiff
Heimathafen Bregenz
Eigner Walter Klaus GmbH & Co[1]
Bauwerft Bodan-Werft, Kressbronn am Bodensee
Baunummer 1078[1]
Bestellung Februar 2006
Kiellegung 31. Juli 2006[1]
Stapellauf 28. Juni 2007[1]
Indienststellung 1. September 2008[1]
Verbleib in Fahrt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
69,16[1] m (Lüa)
67,0 m (KWL)
Breite 14,5[1] m
Seitenhöhe 3,45[1][2] m
Tiefgang max. 1,95[1] m
Verdrängung 950 t[3]
Maschine
Maschine dieselmechanisch
2 × MAN D2842LE, je 900 kW
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
1.800 kW (2.447 PS)
Geschwindigkeit max. 16 kn (30 km/h)
Propeller 2
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 1.000
Sonstiges
Klassifizierungen

Germanischer Lloyd[4]

Das Motorschiff Sonnenkönigin ist ein Passagierschiff auf dem Bodensee mit dem Heimathafen Bregenz. Es wurde am 18. September 2008 in Betrieb gestellt. Eigentümer ist die Vorarlberger Walter Klaus GmbH & Co KG des Touristik-Unternehmers Walter Klaus, der 2005 schon die Bodenseeschifffahrt der ÖBB übernommen hatte.

Die Sonnenkönigin gehört laut Herstellerangaben zu den größten Fahrgastschiffen auf einem mitteleuropäischen Binnengewässer.

Geschichte[Bearbeiten]

Bau und Indienststellung[Bearbeiten]

Die Sonnenkönigin wurde im Sommer 2006 als Veranstaltungsschiff mit fünf Decks bei der Bodan-Werft in Kressbronn in Auftrag gegeben. Die für 2007 vorgesehene Indienststellung verzögerte sich um über ein Jahr, die zu Baubeginn auf ca. 8,5 Mio. Euro veranschlagten Baukosten beliefen sich zuletzt auf etwa 13 Millionen Euro. Getauft wurde das Schiff am 18. September 2008 von Bettina Bernadotte. Die Jungfernfahrt führte von Bregenz über Friedrichshafen und Romanshorn nach Rorschach.

Einsatz[Bearbeiten]

Seit der Indienststellung wird die Sonnenkönigin für Veranstaltungen und im Charterverkehr auf dem Bodensee eingesetzt.[5]

Aufgrund der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 wurde die für Luxus-Events und Firmenpräsentationen gebaute Sonnenkönigin im ersten Betriebsjahr lediglich 40 Mal gechartert.[6] Die anfangs auf 200.000 Euro taxierten Charterkosten pro Tag wurden über 40.000 und 27.000 Euro[7] auf zum Schluss 18.000 Euro gesenkt, wobei eine zusätzliche Pro-Kopf-Gebühr von 35 Euro zu entrichten war.[5] Mit einer knapp elfprozentigen Auslastung blieb der Erfolg des Konzepts weit hinter den Erwartungen zurück. Der gewinnbringende Betrieb blieb aus, am Schluss ging es nur noch um die Kostendeckung.[6] Aus diesem Grund wurde das Schiff im September 2009 für zunächst drei Jahre an das Vorarlberger Catering-Unternehmen Mo Catering GmbH verpachtet und die Marketinggesellschaft „Sonnenkönigin AG“ mit Sitz in St. Gallen stillgelegt. Die tägliche Pacht für das Schiff und die vierköpfige Besatzung beläuft sich auf rund 12.000 Euro Grundpreis.[7] Die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB), die selbst kein Schiff in dieser Größenordnung besitzen, hatten kein Interesse an einer Pacht der Sonnenkönigin, betrachten sie jedoch auch nicht als Konkurrenz, sondern als Bereicherung für den Bodenseeschiffsverkehr.[6] Für die Schweizerische Bodensee-Schiffahrtsgesellschaft (SBS AG) stellt sie ebenfalls keine Konkurrenz dar, ist doch die durch Walter Klaus betriebene Klaus-Holding zu 40 Prozent an der SBS beteiligt und betreibt auch die österreichischen Vorarlberg Lines (VL).[5]

Bis 2013 fanden insgesamt 200 Veranstaltungen mit rund 100.000 Besuchern statt. Die Vermarktung wurde in der Zwischenzeit ausgelagert.[8]

Zuvor gab es Überlegungen, die Sonnenkönigin zu zerlegen und auf dem Genfer- oder dem Zürichsee fahren zu lassen. Dieser nicht zu realisierende Plan wurde aber aus Kosten- und Prestigegründen alsbald verworfen.

Zwischenfall[Bearbeiten]

  • Ende Juni 2009 wurde gleich zweimal vom selben Mann versucht, die Sonnenkönigin zu entführen. Der Mann, der zuvor aus einer österreichischen Klinik geflohen war, in der er psychiatrisch behandelt wurde, war daraufhin flüchtig. Am 5. Juli 2009 wurde der Mann bei einer Routinekontrolle eines InterCity durch den deutschen Zoll aufgegriffen und festgenommen.[9]

Design[Bearbeiten]

Die Gestaltung des „schwimmenden Konzertsaals“ stammt vom Idea Design Team aus Wangen im Allgäu. Sie gilt als unkonventionell und umstritten. Die verspiegelte Glasfläche des Ball- und Kongresssaals auf drei Decks bricht mit vielen Traditionen des Schiffbaus am Bodensee: Die Silhouette der Sonnenkönigin ist unkonventionell nach vorne orientiert, anstatt wie üblich abgestuft vom Hauptdeck bis zum Oberdeck schräg nach hinten zu verlaufen. Im Inneren des Ball- und Kongresssaals befindet sich ein völlig offener Raum, wobei die zwei Oberdecks als Galerie dienen. Auf dem Hauptdeck stehen die höhenverstellbare Tribüne und die Bühne. Neben einer Bordküche stehen vier Bars zur Verfügung. Die Sonnenkönigin wird als Charterschiff im Premium-Eventbereich vermarktet, der Werbespruch lautet: „Floating All Senses“.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sonnenkönigin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Germanischer Lloyd AG: Technische und administrative Daten der „Sonnenkönigin“. Abgerufen am 14. Juli 2011.
  2. Höhe über alles: 11,2 Meter
  3. Die Angaben variieren von 900 bis zu 1.100 Tonnen mit Zuladung
  4. Angaben des Eigners, abgerufen am 28. November 2010
  5. a b c Sonnenkönigin: Größtes Event-Schiff floppt (4. September 2009)
  6. a b c Sonnenkönigin nimmt wieder Fahrt auf. Neue Struktur soll Luxusschiff auch für Normalsterbliche erschwinglich machen. In: Südkurier vom 12. September 2009
  7. a b Sonnenkönigin. In: Südkurier vom 12. September 2009
  8. Sonnenkönigin zieht nach fünf Jahren Bilanz auf ORF vom 7. Oktober 2013 abgerufen am 7. Oktober 2013
  9. Zoll nimmt gesuchten Entführer der „Sonnenkönigin“ fest (www.zoll.de)