Rorschach
| Rorschach | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | St. Gallen (SG) |
| Wahlkreis: | Rorschach |
| BFS-Nr.: | 3215 |
| Postleitzahl: | 9400 |
| UN/LOCODE: | CH RRC |
| Koordinaten: | 754900 / 26070047.4788149.493842400Koordinaten: 47° 28′ 44″ N, 9° 29′ 38″ O; CH1903: 754900 / 260700 |
| Höhe: | 400 m ü. M. |
| Fläche: | 1.78 km² |
| Einwohner: | 8840 (31. Dezember 2011)[1] |
| Einwohnerdichte: | 4966 Einw. pro km² |
| Website: | www.rorschach.ch |
| Karte | |
Rorschach ist eine Stadt und eine politische Gemeinde am Bodensee im Kanton St. Gallen in der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie[Bearbeiten]
Rorschach liegt in der Ostschweiz am Südufer des Bodensees etwa gegenüber der deutschen Bodenseestadt Lindau.
Mit einer Fläche von 1,78 km² ist Rorschach eine der kleinsten Städte der Schweiz.
Geschichte[Bearbeiten]
Die Geschichte von Rorschach geht bis auf die Alemannen zurück. Sie gründeten, nachdem sie die Römer besiegt und nach Italien zurückgedrängt hatten, rund um den Bodensee neue Siedlungen. Im Frühmittelalter wurde das Dorf Rorscahun genannt. Im Jahre 947 verlieh König Otto I. dem Abt Graloh vom Kloster St. Gallen das Markt-, Münz-, und Zollrecht zu Rorschach. Um das Jahr 1000 war Rorschach Durchgangsort der grossen Pilgerzüge.
1597 wurde die Monatszeitung Annus Christi (auch bekannt als Historische relatio bzw. Rorschacher Monatsschrift) in Rorschach gedruckt. Es ist mutmasslich die erste Zeitung weltweit, welche periodisch erschien und zudem wesentliche Merkmale einer Zeitung enthielt. Sie wurde nach einem Jahr – vermutlich auf Grund finanzieller Schwierigkeiten oder mangelnden Leserinteresses (150 Exemplare) – eingestellt.
Auf dem heutigen Kronenplatz stand die Jakobskapelle, eine Raststätte für Pilger. Sie wurde 1833 abgebrochen und als Erinnerung daran der Jakobsbrunnen gebaut. Noch heute läutet täglich zweimal die Glocke zum Angelus.
Die „Badhütte“ aus dem Jahre 1924, eine auf Betonpfeilern im Wasser stehende, dreiflügelige Badeanstalt, ist das einzige verbliebene Bauwerk seiner Art am Schweizer Bodenseeufer. Erbaut wurde sie vom Architekten Köpplin.
Wappen[Bearbeiten]
Beschreibung: In Rot eine goldene strenggebundene Getreidegarbe von je einen silbernen gestürzten Fisch zu den Seiten begleitet.
Fusionspläne[Bearbeiten]
Rorschach, Rorschacherberg und Goldach prüften 2007 eine Fusion zu einer Stadt am See mit rund 25'000 Einwohnern, die somit zu den grösseren Städten des Kantons St. Gallen zählen würde.[2] Goldach befürchtete aber, dass die Fusion mit einer Erhöhung des Steuerfusses einhergehen würde und stieg aus dem Projekt aus. Am 30. November 2008 wurde eine Fusion zwischen den beiden Gemeinden aufgrund des Neins aus Rorschacherberg verhindert.
Bildung[Bearbeiten]
In Rorschach ist die Pädagogische Hochschule Rorschach ansässig.
Kultur[Bearbeiten]
Das Museum im Kornhaus am Rorschacher Hafen Bezeichnet sich als Erlebnismuseum für Gross und Klein. Das Ausstellungsspektrum reicht von Urgeschichte, Stadtentwicklung, Wirtschaft, Industrie, Tierwelt am Bodensee zu Optik/Illusion, Schriften/Zeichen, Mathe-Magie uvm. [3]
Beim jährlich stattfindenden Sandskulpturen-Festival bauen eingeladene Künstler internationaler Herkunft während einer vorgegeben Zeit Skulpturen aus Sand zu einem Thema, das zu Beginn des Festivals bekannt gegeben wird. Am Ende des Festivals werden die besten Skulpturen von Publikum und einer Fachjury gekürt.
Wirtschaft[Bearbeiten]
Zu den ansässigen Unternehmen zählt auch die Zollern-Mimtec AG, ein Teil der Zollern-Gruppe.
Rorschach besitzt eine lokale Brauerei, die Kornhausbräu. Die dort produzierten Biere werden in der Region am See, aber auch in Gaststätten in der weiten Umgebung angeboten.
Verkehr[Bearbeiten]
Rorschach besitzt drei Bahnhöfe und einen Hafen für Passagierschiffe. Der Hauptbahnhof Rorschach war lange Zeit einer der wichtigsten der Schweizerischen Bundesbahnen, hat mittlerweile aber stark an Bedeutung verloren. Die Schienenverbindungen führen nach Romanshorn, St. Gallen sowie St. Margrethen und weiter nach Chur, und die Rorschach-Heiden-Bergbahn bietet Verbindungen nach Heiden. Weitere Bahnhöfe befinden sich beim Hafen (Rorschach Hafen) und im Siedlungskern (Rorschach Stadt).
Der Rorschacher Hafen besitzt Anlegestellen für Kursschiffe der Weissen Flotte.
Rorschach verfügt über keine eigene Autobahnanbindung, die nächsten Anschlussstellen befinden sich auf dem Gebiet der Gemeinden Thal und Goldach. Derzeit sind Abklärungen für eine neue Autobahnanbindung für den Westen der Stadt im Gange. Ziel ist es den Verkehr direkt von Rorschach und Rorschacherberg auf die Autobahn zu bringen und so die Ortskerne von Goldach und Staad zu entlasten.
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
- Katholische Pfarrkirche Sankt Kolumban und Konstantius (1782 klassizistisch umgebaut und erweitert). Fünfstimmiges Bronzegeläute mit Schlagtonfolge a0–c1–d1–e1–g1 (leicht verzogene Schlagtonlinie).
- Jakobsbrunnen
- Kornhaus
- ehemaliges Kloster Mariaberg
- Badehütte
- Reformierte Kirche (der 1904 eingeweihte, durch seine burgähnliche Architektur bestechende Sakralbau mit als Kuppel aufgesetztem Glockenturm beherbergt mit den vier Bronzeglocken f0–a0–c1–f1 eines der schwersten und tontiefsten Geläute der Schweiz)
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
- Carl Doka (1886–1980), Publizist
- Adolf Gaudy (1872-1956), Architekt, Kirchenbauer
- Emil Jannings (1884–1950), deutscher Schauspieler und Oscarpreisträger
- Bruno Stanek (* 1943), Schweizer Raumfahrtexperte
Städtepartnerschaft[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Johannes Huber: Schweizerische Kunstführer GSK, Band 574/575: Pfarrkirche St. Kolumban und Konstantius in Rorschach, Bern 1995, ISBN -X
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Website der Stadt Rorschach
- Rorschach auf der deutschen Website über den Bodensee
- Rorschach im Historischen Lexikon der Schweiz
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter
- ↑ Gemeindefusion: Neue Stadt am Bodensee? Abgerufen am 10. Juni 2012.
- ↑ (Erlebniswelt Museum im Kornhaus).
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