Magdalensberg (Berg)

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Gipfelkirche auf dem Magdalensberg (Westansicht)
Hauptschiff mit Presbyterium in der Helenenkirche
Vorrömischer Dreikopfstein in der Helenenkirche
Ausgrabungen der Stadt auf dem Magdalensberg

Der Magdalensberg (slow.: Štalenska gora; 1059 m ü. A.) in Kärnten (früher Helenenberg) ist ein Berg im Klagenfurter Becken nordöstlich von Klagenfurt. Die Kirche auf dem Gipfel ist ein Wallfahrtsort und Ausgangspunkt des alljährlichen Vierbergelaufs. Ebenfalls auf dem Gipfel, sowie am Südhang, befand sich eine spätkeltische–frührömische Siedlung, die Stadt auf dem Magdalensberg. Der Berg war namensgebend für die 1973 durch Zusammenlegung entstandene Gemeinde Magdalensberg.

Geologie[Bearbeiten]

Der Magdalensberg besteht vorwiegend aus altpaläozoischen vulkanischen Gesteinen. Es überwiegen Tuffe und Meta-Basalte aus Ordovizium (Tremadoc, Caradoc), die zusammen mit einer unteren und einer oberen Tonschieferschicht die sogenannte Magdalensbergfolge bilden. Teilweise bis in 900 m Seehöhe sind diese Gesteine von eiszeitlichen Ablagerungen des Draugletschers überlagert.[1]

Vegetation[Bearbeiten]

Der Magdalensberg ist vorwiegend mit Fichtenwald bewachsen, im Südosten auch mit Buchen gemischt. In der Senke südlich des Gipfels Richtung Ottmanach befindet sich Wirtschaftsgrünland, mit Äckern durchsetzt.[2]

Kirche[Bearbeiten]

Die Filialkirche der heiligen Helena und Maria Magdalena steht auf dem Gipfel an der Stelle eines keltisch-römischen Heiligtums. Der Berg wurde urkundlich 1158, die Kirche 1262 erstmals erwähnt. Sie wahr wohl eine Gründung der Schenken von Osterwitz, und ist bis heute eine Filiale der Pfarre Ottmanach.

Der heutige spätgotische Bau wurde 1462 von einem Meister Mothe einem älteren Bau angefügt, wobei die Fertigstellung erst Ende des 15. Jahrhunderts erfolgte. Die Kirche ist rund 27 m lang und besitzt einen Nordturm mit Pyramidendach. Das Langhaus ist hoch, der schmale Chor etwas niedriger. An der Südseite befindet sich ein kleiner Seitenchor, der die Magdalenenkapelle bildet und älter als der Rest der Kirche ist. Chöre und Südseite besitzen hohe Maßwerkfenster. Das Eingangsportal im Westen ist schmal und spitzbogig und besitzt reich profiliertes gotisches Gewände. Im Bogenfeld darüber befinden sich ein reliefiertes Christusmonogramm und zwei Sterne. Das Langhaus ist dreijochig und ist eine zweischiffige Halle, der sich im Süden ein niedrigeres Seitenschiff anschließt. Gedeckt ist das Langhaus mit einem Sternrippengewölbe. Der Chor ist aus der Achse gerückt, vierjochig und besitzt ein Netzrippengewölbe.[3]

Von der Einrichtung ist der Flügelaltar aus der St. Veiter Werkstätte von 1502 hervorzuheben. In der Kirche befindet sich auch ein zylindrischer, ausgehöhlter Dreikopfstein, der als Teil eines vorrömischen Dreikopfbeckens gedeutet wird.[3]

Neben der Kirche befindet sich eine Kapelle, ein kleiner gotischer Bau mit quadratischem Grundriss und einem mit Steinplatten gedeckten Spitzdach. An der Westwand befindet sich ein Fresko des heiligen Wolfgang mit der Jahreszahl 1786.[3]

Hauptartikel: Kirche am Magdalensberg

Ausgrabungen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Stadt auf dem Magdalensberg

Am Südhang des Magdalensberges wurde besonders seit 1948 eine Siedlung aus spätkeltischer-frührömischer Zeit ausgegraben. Sie war vor und kurz nach der römischen Okkupation des keltischen Königreichs Noricum der wichtigste römische Handelsplatz, an dem vor allem das norische Eisen gehandelt wurde. Es wurden bis jetzt das Forum, ein Tempel, Repräsentationsgebäude, Badehaus, eine kaiserliche Goldschmelze, sowie etliche Handels-, Werkstätten- und Wohnhäuser ausgegraben. Bedeutendster Einzelfund ist der 1502 gefundene Jüngling vom Magdalensberg.[4]; Paul Gleirscher, Erwin Hirtenfelder, Mythos Magdalensberg. Pompeji der Alpen und heiliger Berg (Klagenfurt 2014).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Friedhelm Thiedig: Geologie und Tektonik des Magdalensbergs und Verbreitung des Alt-Paläozoikums in Mittelkärnten (Österreich). Carinthia II, 195./115. Jahrgang, 2005, S. 97-156. ISBN 3-85328-036-6
  2. Helmut Hartl, Roland Stern, Martin Seger: Karte der aktuellen Vegetation von Kärnten. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 2001. ISBN 3-85328-024-2
  3. a b c Dehio-Handbuch Die Kunstdenkmäler Österreichs: Kärnten. 2. Auflage Anton Schroll, Wien 1981, S. 355-359. ISBN 3-7031-0522-4
  4. Gernot Piccottini, Hermann Vetters, mit Ergänzungen von Heimo Dolenz: Führer durch die Ausgrabungen auf dem Magdalensberg. Verlag des Landesmuseums für Kärnten, Klagenfurt 2003. ISBN 3-900575-24-X

46.72805555555614.4291666666671059Koordinaten: 46° 43′ 41″ N, 14° 25′ 45″ O