Manco Cápac II.

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Manco Cápac II. (Manco Inca)

Manco Cápac II., nach peruanischer Quechua-Schreibung Manku Qhapaq II. oder Manqu Qhapaq II. (* um 1500 in Cusco; † 1544 in Vilcabamba) war der einzige bedeutende Inka-Herrscher (1533–1544) nach der Eroberung des Inkareichs und der Ermordung Atahualpas durch die spanischen Eroberer. Ihm wurde durch die Spanier die Führung des Namens des ersten Inkas (Manco Cápac) zugebilligt. Er besaß allerdings nur den Titel, aber im Vergleich zum ersten Inka keine eigene Macht über das jetzt unterworfene Inkareich.

Herkunft, Verbündeter bzw. Gefangener der Spanier[Bearbeiten]

Manco Cápac II., der auch Manku Inka genannt wurde, war der Sohn des Inka Huayna Cápac und Halbbruder von Atahualpa und Huáscar. Allerdings stammte seine Mutter nicht aus der Elite Cuscos, wodurch er keine sonderliche Unterstützung des Hochadels (d.h. der panacas) genoss. Er hielt sich aus dem Thronfolgestreit der beiden Halbgeschwister heraus bzw. billigte Huáscar und floh nach dessen Niederlage aus Cusco.[1] Nach der Ermordung Atahualpas wurde zunächst Túpac Huallpa von den Spaniern als oberster Inka eingesetzt, aber der verstarb auf dem Weg nach Cusco, wo man nun Manco Cápac antraf. Daraufhin ließ Francisco Pizarro diesen nach dem Inka-Ritual inthronisieren.

Manco Cápac nutzte die Gelegenheit, einige seiner rivalisierenden Familienmitglieder umzubringen, war aber bald nicht mehr als ein schlecht behandelter Gefangener der goldgierigen Konquistadoren. Er floh im Herbst 1535, wurde wieder eingefangen und musste einem Bruder Pizarros sogar seine Schwester-Frau überlassen.[2] Währenddessen teilten die Spanier seine Leute im Raum Cusco unter sich auf und begannen Abgaben und Fron zu fordern.

Aufstand gegen die Spanier – Kampf um Cusco und Lima 1536–37[Bearbeiten]

Nach seiner erfolgreichen Flucht im Frühjahr 1536 begehrte Manco Cápac gegen die Spanier auf, organisierte Inka-Truppen im Tal von Urubamba, nahm kurzzeitig Sacsayhuamán und belagerte von April 1536 bis August 1537 Cusco.[3] Ein Angriff der Inka unter Quico Yupangue auf Lima scheiterte im August 1536, ebenso blieben Manco Cápacs Bemühungen um indianische Verbündete angesichts deren schlechter Erfahrungen mit dem Inkareich meist erfolglos.[4] Spanisch-indianische Entsatztruppen und Gegenvorstöße zur Entlastung Cuscos konnten trotzdem abgefangen oder geschlagen werden, und erst die Ankunft des aus Chile zurückkehrenden Diego de Almagro vertrieb den Inka-Herrscher aus der Gegend von Cusco. Seine Armee zerstreute sich, woran auch seine Härte gegenüber seiner Gefolgschaft nicht ganz unschuldig war.[5]

Bei dem Aufstand von 1536 kamen weniger als 15 % der im Land anwesenden ca. 1500 Spanier ums Leben, was nicht nur an deren militärischen Überlegenheit, sondern auch an der massiven indianischen Unterstützung lag. Bis zum Tod Manco Cápacs 1544 nahm die Zahl der Spanier auf grob geschätzt 5.000 Mann zu, dazu kamen 2–3000 importierte afrikanische Sklaven.[6]

Guerilla-Aktionen von Vilcabamba aus[Bearbeiten]

Manco Cápac floh mit etwa 2.000-3.000 Gefolgsleuten von Ollantaytambo weiter nach Vilcabamba, wo er einen neuen Inka-Staat gründete und dadurch imstande war, die direkte Verbindung zwischen Lima und Cusco zu unterbrechen. Dies zwang die Spanier in den Jahren 1539/1540 zur Gründung der Stadt San Juan de la Frontera (später Ayacucho). Von Vilcabamba aus führte er Guerillakämpfe gegen die Spanier, aber auch gegen die einheimische Bevölkerung, die z. T. immer noch mit der spanischen Besatzungsmacht kollaborierte. Auf spanische Unterwerfungsangebote ging er nicht mehr ein. Bei einem großangelegten Angriff Pizzaros wurde seine Schwester-Frau Cura Ocllo von den Spaniern gefangen und wenig später zu Tode gequält (Juli/November 1539).[7]

Die Spanier ihrerseits gerieten in innere Kämpfe um die Herrschaft über Cusco zwischen Francisco Pizarro und Diego de Almagro bzw. seinem gleichnamigen Sohn.

Mitte 1544 wurde Manco Cápac II. von sieben Anhängern Almagros ermordet, denen er Zuflucht gewährt hatte. Die Mörder wurden von den Indianern gestellt und getötet.[8]

Die Söhne Manco Cápacs, Sayri Túpac, Titu Cusi Yupanqui und schließlich Túpac Amaru folgten ihm auf den Thron. Mit Túpac Amaru ging die Herrschaft der Inka zu Ende.

Literatur[Bearbeiten]

  • Prof. Juan Perlacios Campos: Historia; Centro Preuniversitario de la Universidad Nacional de San Cristóbal de Huamanga, Ayacucho - Perú

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Alan Abercrombie: Pathways of memory and power, S. 139
  2. Karen Vieira Powers: Women in the crucible of conquest, S. 77; Barbara A. Somervill: Empire of the Inca; S. 53 f.; Bernabé Cobo: History of the Inca Empire, S. 172 f.; Gordon Francis McEwan: The Incas: new perspectives, S. 80
  3. Hanns J. Prem: Geschichte Altamerikas, S. 90; Die Inka hatten anfangs auch große Teile der Stadt wieder eingenommen, bis sie der Gegenangriff auf Sacsayhuamán stoppte. Vgl. Pam Barrett: Peru, S. 51 f.
  4. David Patrick Cahill, Blanca Tovías: New world, first nations, S. 58 f.
  5. David Patrick Cahill, Blanca Tovías: New world, first nations, S. 59 f.
  6. Kim MacQuarrie: The last days of the Incas, S. 353.
  7. Diego de Castro Yupangui (Hrsg: Catherine J. Julien): History of how the Spaniards arrived in Peru, S. 135; David Marley: Wars of the Americas Bd. 1, S. 56; Kim MacQuarrie: The last days of the Incas, S. 328 f.
  8. Bernabé Cobo: History of the Inca Empire, S. 174-76; Barbara A. Somervill: Empire of the Inca, S. 54, William Hickling Prescott: History of the conquest of Peru, S. 246
Vorgänger Amt Nachfolger
Túpac Huallpa
Tupaq Wallpa
Inka von Cuzco und Vilcabamba
1533–1544
Sayri Túpac
Sayri Tupaq