Mangelernährung

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--Katach 16:16, 9. Nov. 2010 (CET)
Klassifikation nach ICD-10
E40 Kwashiorkor
E41 Alimentärer Marasmus
E42 Kwashiorkor-Marasmus
E43 Nicht näher bezeichnete erhebliche Energie- und Eiweißmangelernährung
E44 Energie- und Eiweißmangelernährung mäßigen (E44.0) und leichten (E44.1) Grades
E45 Entwicklungsverzögerung durch Energie- und Eiweißmangelernährung
E46 Nicht näher bezeichnete Energie- und Eiweißmangelernährung
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Mangelernährung ist die Bezeichnung für eine ungenügende oder falsch zusammengestellte Ernährung, die im Gegensatz zur Diät nicht ärztlich verordnet (indiziert) ist.

Formen[Bearbeiten]

Bei der Mangelernährung unterscheidet man grundsätzlich Unterernährung und Fehlernährung, aber es gibt auch Mischformen, aufgrund von Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder konsumierenden Erkrankungen, die die Ernährung erschweren.

Unterernährung[Bearbeiten]

Die Unterernährung (quantitative Mangelernährung) ist vor allem in den Entwicklungsländern weit verbreitet. Der Energiebedarf der Menschen wird durch die Nahrung nicht gedeckt. Unterernährung kann, besonders im Kindesalter, zum Zurückbleiben in der körperlichen und geistigen Entwicklung (Retardierung), zu schweren Krankheiten (Dystrophie) und im Extremfall zum Tod führen. Damit einhergehend leiden Betroffene meist unter Eiweiß-, Fett-, Vitamin- und Mineralstoffmangel.

Daneben kommt in den Industrieländern häufig Unterernährung durch Essstörungen (Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Orthorexie) vor. Auch ältere, allein lebende Menschen und Patienten in Alten- und Pflegeheimen sowie Obdachlose sind gefährdet.

Fehlernährung[Bearbeiten]

Die Fehlernährung (qualitative Mangelernährung) bedeutet eine Unterversorgung mit Vitaminen- und Mineralstoffen. Bei Kindern erfolgt eine verzögerte körperliche und geistige Entwicklung, die irreparabel sein kann. Häufig essen Fehlernährte zu wenig Obst und Gemüse (enthält Vitamine), Milchprodukte (enthalten Calcium), Seefisch (enthält Jod) und Vollkornbrot, Hülsenfrüchte und Kartoffeln (enthalten Ballaststoffe). Besonders bequeme Menschen oder solche unter Zeitdruck neigen zu Fehlernährung mit Dosen- oder Fertiggerichten und verzichten hiermit auf ausgewogene Ernährung, wenn sie fehlende Nahrungsbestandteile nicht anderweitig ausgleichen. Fehlernährung kann zu häufigen Infekten (Schnupfen, Erkältungen usw.), zu Verstopfung, zu Jodmangel und Knochenentkalkung (Osteoporose) führen. Fehlernährung kommt außer in Entwicklungsländern auch häufig in Alten- und Pflegeheimen sowie bei allein lebenden Menschen (Singles), bei Obdachlosen und sonstiger sozialer Armut vor.

Dehydration[Bearbeiten]

Ebenfalls zur Fehlernährung gehört die Dehydratation, also der unzureichende Flüssigkeitsausgleich bei krankheitsbedingtem oder durch Körperausdünstungen (z. B. beim Schwitzen) zustande gekommenen Flüssigkeitsverlust. Eine Dehydratation kann zum Schlaganfall oder zu Blutarmut und damit zum Tode führen, darum ist es wichtig, rechtzeitig gegenzusteuern.

Interventionsmöglichkeiten[Bearbeiten]

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Diesen Missständen kann durch geschickte Schulung und Aufklärung der Betroffenen und im Falle von Heimen und Pflegeeinrichtungen des Pflegepersonals / der Heimleitung über das Missverhältnis zwischen Nährstoffzufuhr und Nährstoffbedarf entgegengewirkt werden.

Als Faustformel gelten der Body-Mass-Index und die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM): Bei der Flüssigkeitszufuhr kann man sich nach folgenden Leitlininen richten: Der tägliche Normalbedarf eines Menschen beträgt 25 ml/kg. In Südlichen Ländern bzw. bei Leistungssportlern sind jeweils 5 ml/kg zusätzlich zu veranschlagen.

Neben einer besseren Ernährung mit ausreichend Zufuhr von Kalorien, Vitaminen und Mineralstoffen zeigte eine Studie an Kindern in Malawi, dass eine zusätzliche antibiotische Therapie die Gewichtszunahme verbessert und die Mortalität senkt[1].

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Maria Magdalena Schreier, Sabine Bartholomeyczik: Mangelernährung bei alten und pflegebedürftigen Menschen: Ursachen und Prävention aus pflegerischer Perspektive., Schlütersche, 1.Aufl. 2004

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. I Trehan, HS Goldbach, LN LaGrone, GJ Meuli, RJ Wang, KM Maleta, MJ Manary. Antibiotics as Part of the Management of Severe Acute Malnutrition. N Engl J Med 2013; 368:425-435; DOI: 10.1056/NEJMoa1202851

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Mangelernährung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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