Mangelernährung
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| Klassifikation nach ICD-10 | ||
|---|---|---|
| E40 | Kwashiorkor | |
| E41 | Alimentärer Marasmus | |
| E42 | Kwashiorkor-Marasmus | |
| E43 | Nicht näher bezeichnete erhebliche Energie- und Eiweißmangelernährung | |
| E44 | Energie- und Eiweißmangelernährung mäßigen (E44.0) und leichten (E44.1) Grades | |
| E45 | Entwicklungsverzögerung durch Energie- und Eiweißmangelernährung | |
| E46 | Nicht näher bezeichnete Energie- und Eiweißmangelernährung | |
| ICD-10 online (WHO-Version 2006) | ||
Mangelernährung ist die Bezeichnung für eine ungenügende oder falsch zusammengestellte Ernährung, die nicht, wie die Diät, ärztlich verordnet ist.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Formen
Bei der Mangelernährung unterscheidet man grundsätzlich Unterernährung und Fehlernährung, aber es gibt auch Mischformen, aufgrund von Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder konsumierenden Erkrankungen, die die Ernährung erschweren.
[Bearbeiten] Unterernährung
Die Unterernährung (quantitative Mangelernährung) ist vor allem in den Entwicklungsländern weit verbreitet. Der Energiebedarf der Menschen wird durch die Nahrung nicht gedeckt. Unterernährung kann, besonders im Kindesalter, zur Retardierung (Zurückbleiben in der Entwicklung), zu schweren Krankheiten und im Extremfall zum Tod führen. Damit einhergehend leiden sie meist unter Eiweiß-, Fett-, Vitamin- und Mineralmangel.
Daneben kommt in den Industrieländern häufig Unterernährung durch Essstörungen (Anorexia nervosa, Bulimia nervosa) vor. Auch ältere, allein lebende Menschen und Patienten in Alten- und Pflegeheimen sowie Obdachlose sind gefährdet.
[Bearbeiten] Fehlernährung
Die Fehlernährung (qualitative Mangelernährung) bedeutet eine Unterversorgung mit Vitaminen- und Mineralstoffe. Bei Kindern erfolgt eine verzögerte körperliche und geistige Entwicklung, die irreparabel sein kann. Häufig essen Fehlernährte zu wenig Obst und Gemüse (enthält Vitamine), Milchprodukte (enthalten Calcium), Seefisch (enthält Iod) und Vollkornbrot, Hülsenfrüchte und Kartoffeln (enthalten Ballaststoffe). Besonders bequeme Menschen oder solche unter Zeitdruck neigen zu Fehlernährung mit Dosen- oder Fertiggerichten und verzichten hiermit auf ausgewogene Ernährung, wenn sie fehlende Nahrungsbestandteile nicht anderweitig ausgleichen. Fehlernährung kann zu häufigen Infekten (Schnupfen, Erkältungen usw.), zu Verstopfung, zu Iodmangel und Knochenentkalkung (Osteoporose) führen. Fehlernährung kommt außer in Entwicklungsländern auch häufig in Alten- und Pflegeheimen sowie bei allein lebenden Menschen (Singles), bei Obdachlosen und sonstiger sozialer Armut vor.
[Bearbeiten] Dehydratation
Ebenfalls zur Fehlernährung gehört die Dehydratation, das bedeutet, der nicht ausreichende Flüssigkeitsausgleich bei Flüssigkeitsverlusten krankheitsbedingt oder durch Körperausdünstungen (z. B. beim Schwitzen). Eine Dedydration kann zum Schlaganfall oder zu Blutarmut und damit zum Tode führen, darum ist es wichtig, rechtzeitig gegenzusteuern.
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Diesen Missständen kann durch geschickte Schulung und Aufklärung der Betroffenen und im Falle von Heimen und Pflegeeinrichtungen des Pflegepersonals / der Heimleitung über das Missverhältnis zwischen Nährstoffzufuhr und Nährstoffbedarf entgegengewirkt werden.
Als Faustformel gelten der Body-Mass-Index und die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM): Bei der Flüssigkeitszufuhr kann man sich nach folgenden Leitlininen richten: Der Normalbedarf eines Menschen beträgt 25 ml/kg. In Südlichen Ländern bzw. bei Leistungssportlern sind jeweils 5 ml/kg zusätzlich zu veranschlagen.
[Bearbeiten] Siehe auch
Kachexie, Inanition, Kwashiorkor, Marasmus, Unterernährung, Hungerstoffwechsel
[Bearbeiten] Literatur
- Maria Magdalena Schreier, Sabine Bartholomeyczik: Mangelernährung bei alten und pflegebedürftigen Menschen: Ursachen und Prävention aus pflegerischer Perspektive., Schlütersche, 1.Aufl. 2004

