Dehydratation (Medizin)

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Klassifikation nach ICD-10
E86 Volumenmangel
Dehydratation
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

In der Medizin bezeichnet Dehydratation (altgr. ὕδωρ hydor „Wasser“; Synonyme: Dehydratisierung, Dehydration[1], Hypohydratation, Austrocknung[2]) einen Wassermangel des Körpers. Antonyme dazu sind Überwässerung oder Hyperhydratation[2].

Der umgangssprachlich verbreitete Ausdruck „Dehydrierung“ resultiert aus der Übernahme des englischen Ausdrucks dehydration für „Dehydratation“.

Symptomatik[Bearbeiten]

Eine übermäßige Abnahme der Körperflüssigkeit durch pathologisch verringerte Flüssigkeitsaufnahme oder krankhaft gesteigerten Flüssigkeitsverlust führt zur Exsikkose. Flüssigkeit kann über den Magen-Darm-Trakt (Stuhlgang), die Lunge (Atemluft), die Nieren (den Urin) oder über die Haut (Transpiration) verlorengehen. Erkrankungen, zum Beispiel der Nieren oder Fieber, oder starke körperliche Anstrengungen können zu einem erhöhten Flüssigkeitsverlust und damit zu einem Flüssigkeitsungleichgewicht führen.

Es werden drei Arten der Dehydratation unterschieden:

  • Isotone Dehydratation: Bei dieser Dehydratation ändert sich der osmotische Druck des Extrazellularraums nicht, da der Verlust von Wasser und Salz-Ionen (Natrium+, Chlorid-) im gleichen Verhältnis zueinander erfolgt. Vor allem bei unzureichender Wasser- und Natriumzufuhr, aber auch bei Erbrechen oder Durchfall ist dies der Fall.
  • Hypertone Dehydratation: Sie entsteht beim Verlust von Wasser ohne entsprechenden Salzverlust. Dies kann bei Fieber der Fall sein und führt im Extremfall zum Verdursten. Übermäßiges Schwitzen bei körperlicher Arbeit ohne einen Wasserausgleich hat den gleichen Effekt, da Schweiß eine hypotone Flüssigkeit ist.
  • Hypotone Dehydratation: Wenn im Verhältnis zum Wasserverlust zu viel Salz ausgeschieden wird, entsteht eine hypotone Dehydratation. Beispielsweise bei starkem Schwitzen und Wasserausgleich durch salzarme Flüssigkeit (reines Wasser) ist in der Bilanz die Salzausscheidung höher als die Wasserausscheidung. Zum Ausgleich genügt Mineralwasser oder sogenannte Iso-Getränke, die isoton (im Vergleich zum Blutplasma) sind. Hypertone Flüssigkeiten zu trinken, ist nicht nötig, da der Körper überschüssiges Wasser gegebenenfalls über die Nieren ausscheiden kann.

Therapie[Bearbeiten]

Wichtigste therapeutische Maßnahme ist der Ersatz des verlorengegangenen Wassers. Dies erfolgt bei leichter Dehydration entweder oral mit Lösungen oder intravenös. Je nach Schweregrad müssen manchmal mehrere Liter Flüssigkeit infundiert werden. Die Infusionslösung unterscheidet sich je nach Art der Dehydratation: Bei einer isotonen Dehydratation kann eine einfache Ringer-Lösung gegeben werden. Bei einer hypotonen Dehydratation müssen manchmal auch Natrium-Ionen ersetzt werden, dieser Ausgleich muss aber sehr langsam erfolgen, um keine schweren zerebralen Nebenwirkungen zu provozieren. Die hypertone Dehydratation wird zum Beispiel durch Infusion 5-prozentiger Glukoselösung therapiert. [3]

Dehydratation bei Kindern[Bearbeiten]

Vor allem bei Säuglingen und kleinen Kindern entsteht Dehydratation aufgrund einer Gastroenteritis mit Erbrechen und Durchfall bei gleichzeitiger Verweigerung von Nahrungsaufnahme. Bei Säuglingen spricht man bei einem Gewichtsverlust von 5 % von einer leichten Dehydratation, bei 10 % von einer deutlichen und bei 10-15 % von einer schweren Dehydratation. Ältere Kinder reagieren sensibler auf den Flüssigkeitsverlust. [4]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Springer Lexikon Medizin, 2004, ISBN 3-540-20412-1
  2. a b MSD Handbuch Gesundheit, 2007, ISBN 978-3-89905-394-4
  3. http://flexikon.doccheck.com/de/Dehydration
  4. Lentze et al: Pädiatrie. Grundlagen und Praxis. Springer Verlag: Berlin Heidelberg New York, 2003

Siehe auch[Bearbeiten]

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