Maranatha

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Maranatha (auch: Maranata; ܡܪܢܐ ܬܐ/מרנא תא maranâ’ thâ’ oder ܡܪܢ ܐܬܐ/מרן אתא maran ’athâ’) ist ein aramäischer Ausruf, der wohl von den frühen Christen benutzt wurde. In frühchristlicher Zeit drückte das aramäische Wort Maranatha die Erwartung der nahen Wiederkehr Jesu Christi nach seiner Himmelfahrt aus. Es findet sich in der Bibel an einer einzigen Stelle, und zwar in 1 Kor 16,22 EU. Mögliche Übersetzungen sind: „Unser Herr ist gekommen“ (maran atha) oder „Unser Herr wird kommen“ oder – am wahrscheinlichsten – „Unser Herr, komm!“ (marana tha). Ähnlich ist Offb 22,20 EU, wo es in Griechisch geschrieben heißt: „Amen. Komm, Herr Jesus!“. Vermutlich stammt der Ruf aus den palästinischen Urgemeinden, dort drückte es die Naherwartung der Wiederkehr Jesu aus, die sehr ausgeprägt war.[1]

Wie der Didache zu entnehmen ist, wurde der Ausruf Maranatha später eher im Sinne eines Dankgebets und als Herbeirufung Jesu in der Eucharistiefeier verwendet.[2] In der römisch-katholischen Kirche wird Maranatha u.a. in der Adventszeit als Kommunionvers gesprochen, womit die Bedeutung des Verses auf die Geburt Christi, bzw. seine Wiederkehr bezogen wird.

Von der christologischen Bedeutung ist der Ausruf mit „Jesus ist der Herr” verwandt, welcher beispielsweise in Röm 10,9 EU und 1 Kor 12,3 EU genannt wird.[1]

Trivia[Bearbeiten]

Morris L. West benutzt den Ausdruck in seinem Parusie-Roman Die Gaukler Gottes in der Form maran‚ athâ‘, wobei „Mr. Atha“ der Name ist, unter dem der zurückgekommene Christus ‚auftritt‘, ehe er sich mit dem Hinweis auf den ganzen Ausdruck zu erkennen gibt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Michael Theobald: Maranatha. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche (LThK). 3. Auflage. Band 4, Herder, Freiburg im Breisgau 1995.
  2. Didache 10,6. In: Bibliothek der Kirchenväter. Abgerufen am 8. Februar 2014.