Margret Bilger

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Margret Bilger (* 12. August 1904 in Graz; † 24. Juli 1971 in Schärding) war eine österreichische Künstlerin.

Leben und Ausbildung[Bearbeiten]

In Graz am 12. August 1904 geboren, absolvierte die Künstlerin ein Studium an der Kunstgewerbeschule Graz und der Kunstgewerbeschule Wien. Nach gescheiterter erster Ehe in Graz zog sie sich mehr und mehr ins großmütterliche Haus im oberösterreichischen Taufkirchen an der Pram zurück.

1938 lernte sie Alfred Kubin kennen. Er erkannte früh die Qualität ihrer Holzrisse, wurde ein freundschaftlicher Ratgeber und trat in der Kunstwelt für sie ein.

Das glasmalerische Werk entstand ab 1950 in der Glaswerkstätte im Stift Schlierbach OÖ, das zu einem zweiten Lebensmittelpunkt wurde.

Margret Bilger heiratete 1953 den vom Bauhaus kommenden Maler Hans Joachim Breustedt (1901–1984), sie konvertierte 1966 zur römisch-katholischen Konfession und starb am 24. Juli 1971 in Schärding am Inn. Die Künstlerin zählte zur Künstlervereinigung MAERZ und zur Innviertler Künstlergilde.

Karriere[Bearbeiten]

Bekannt wurde sie zuerst für ihre Holzrisse. Diese stellen eine Abwandlung des expressionistischen Holzschnitts dar. Margret Bilger ist eine der wenigen Künstlerinnen ihrer Zeit, die ein unverwechselbares druckgraphisches Œuvre hinterließen.

Taufkapelle Pfarrkirche Liesing

Seit 1950 war sie erfolgreich als Glasmalerin mit Fenstern für Kirchen in Österreich, in den USA und Deutschland. Als Glasmalerin hat Margret Bilger ein einzigartiges und umfangreiches Werk geschaffen.

Vertreten auf der Biennale von Venedig (1952), auf Ausstellungen in New York (1952 und 1956), ausgezeichnet mit der goldenen Medaille für Kirchenfenster in der Pfarrkirche Liesing (Wien 1954) auf der Internationalen Ausstellung für christliche Kunst, lag der Höhepunkt ihrer öffentlichen Erfolge in den 1950er Jahren.

Als es mit dem Aufkommen neuer Strömungen seit den 1960er Jahren ruhig wurde um Margret Bilger, entstand ihr außerhalb Oberösterreichs bisher kaum beachtetes Spätwerk: Textilarbeiten, Hinterglasbilder, Aquarelle und Zeichnungen.

In den Jahren 1963 und 1964 entwarf sie im Auftrag des Abtes Karl Braunstorfer 13 Fenster für die um 1290 konsekrierte Bernardikapelle im Stift Heiligenkreuz. Die Begegnung mit Braunstorfer, dessen Seligsprechungsverfahren 2008 eröffnet wurde, und der Architektur des Stiftes Heiligenkreuz ging ihrer Konversion zum Katholizismus unmittelbar voraus.

Werke[Bearbeiten]

  • 1960 Figurale Glasfenster Noli me tagere, Christus bei Simeon, Taufe Christi in der Pfarrkirche St. Magdalena in Linz
  • 1963–1964 Glasfenster in der Bernardikapelle im Stift Heiligenkreuz
  • 1965–1969 Glasfenster Pfarrkirche St. Joseph, Rennerstraße in Duisburg-Hamborn

Museum[Bearbeiten]

  • Bilger-Breustedt-Haus: ein Museum über die österreichische Künstlerin Margret Bilger und ihren Mann, den deutschen Bauhauskünstler Hans Joachim Breustedt. Seit 2004, in Taufkirchen an der Pram / Ortsteil Leoprechting. (Betreut vom 1998 gegründeten Verein Bilger-Haus)
  • Margret-Bilger-Galerie im Stift Schlierbach: ständige Präsentation von Arbeiten Margret Bilgers (und Werken der Glasmalerei Schlierbach, weiters werden pro Jahr drei Ausstellungen aktueller zeitgenössischer bildender Kunst gezeigt)

Ehrungen[Bearbeiten]

  • 2000 wurde ein Weg in Linz nach Margret Bilger benannt. Die Sackgasse verläuft nach dem Objekt Dachsweg 14 etwa in westsüdwestlicher Richtung
  • 2009 wurde das neu errichtete Bilger-Breustedt Schulzentrum nach Margret Bilger und ihrem Mann, Hans Joachim Breustedt, benannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Kraft:[1] Zum druckgraphischen Gesamtwerk von Margret Bilger, in: Margret Bilger. 1904–1971. Ausstellung des Landes Oberösterreich, Linz, 1975, S. 34–68

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Margret Bilger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Kraft, in: Webpräsenz von Regiowiki.at