Marshall Neilan

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Marshall Ambrose Neilan (auch: Mickey Neilan; * 11. April 1891 in San Bernardino, Kalifornien; † 27. Oktober 1958 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmproduzent, Drehbuchautor, Filmregisseur und Schauspieler.

Leben und Filme[Bearbeiten]

Bereits im Alter von elf Jahren brach Marshall Neilan die Schule ab, weil sein Vater starb und er jeden sich bietenden Job annehmen musste, um sich und seine Mutter ernähren zu können. Als Teenager begann er, kleine Rollen im Theater zu spielen. Er kam 1910 zum Film, als die Biograph ihren Umzug aus dem Osten der USA nach Hollywood vorbereitete. Er erhielt einen Job als Fahrer von David Wark Griffith. Der Regisseur ermunterte Neilan, sich selbst als Schauspieler zu versuchen.

1911 unterschrieb er einen Vertrag bei der Gesellschaft Kalem, wo er als Darsteller in Kurzfilmen oft neben etablierten Stars wie Alice Joyce und Ruth Roland zu sehen war. 1912 wechselte er zur American Film Company und drehte etliche Streifen unter der Regie von Allan Dwan. In der Zeit begann Marshall Neilan auch, Drehbücher zu verfassen und die Regie bei einzelnen Szenen seiner eigenen Filme zu übernehmen. Nach einigen weiteren Wechseln kehrte er 1914 zurück zu Kalem und stieg bald zum Hauptverantwortlichen für die Auswahl der Filmstoffe auf. Im Folgejahr wechselt er zur Selig Polyscope Company, wo er zum ersten Mal mit Mary Pickford zusammenarbeitete. Er folgte Pickford zur Famous Players-Lasky Corporation und war seit 1916 ausschließlich als Regisseur tätig. Ab 1917 übernahm er die Verantwortung für einige der erfolgreichsten Filme von Mary Pickford, darunter Rebecca of Sunnybrook Farm, The Little Princess (beide 1917) und Stella Maris aus dem Jahr 1918, in dem Pickford eine Doppelrolle spielte. Der Film enthielt eine der ersten Split-Scenes der Filmgeschichte, also eine Einstellung, in der der Schauspieler parallel und gleichzeitig, also ohne Schnitt-Gegenschnitt-Technik, in beiden Rollen auf der Leinwand erscheint.

Von 1920 und 1926 betrieb Marshall Neilan ein eigenes Produktionsunternehmen, die Marshall Neilan Productions, die ihre Filme über die Gesellschaft Metro und später aus deren Folgefirma MGM in den Verleih brachte. Die weiblichen Hauptrollen in den Filmen spielte meist Blanche Sweet, die damalige Ehefrau von Marshall Neilan. Zu den bekanntesten Filmen gehörte die Adaption von Thomas Hardys Klassiker Tess of D'Urbervilles, sowie The Sporting Venus, der Blanche Sweet neben Ronald Colman zeigte. The Lotus Eater mit John Barrymore war ebenfalls sehr erfolgreich.

Seit Mitte des Jahrzehnts verschärfte sich jedoch die Alkoholsucht von Neilan, der immer mehr das Leben eines Playboy und Don Juan führte und Affären mit zahlreichen weiblichen Stars teilweise parallel hatte. Mary Pickford musste einige Szenen während der Dreharbeiten zu Dorothy Vernon of Haddon Hall selber inszenieren, da der Regisseur zu betrunken war.

1929 war seine Karriere im Schwinden begriffen und Neilan ging zur neu gegründeten Gesellschaft RKO Radio Pictures, für die er die Filme zwei frühe Musicals inszeniert, darunter The Vagabond Lover. 1930 war er einer der vielen Autoren, die an den nicht endenwollenden Dreharbeiten zu Howard Hughes’ bedeutenden Kriegsfilm Hell’s Angels beteiligt waren. 1930 endeten auch die Arbeiten zu Forever Yours mit Mary Pickford im Fiasko und der Film wurde mitten in den Dreharbeiten gestoppt.

1937 gab Neilan seine Filmkarriere auf. Erst 1957, kurz vor seinen Tod, erschien er in einer Nebenrolle in Elia Kazans A Face in the Crowd noch einmal in einer Nebenrolle.

Einige Aspekte aus seinem Leben verarbeitete David O. Selznick in dem Charakter des alkoholsüchtigen Regisseurs, der aus Constance Bennett in dem Film What Price Hollywood? von 1932 einen Star machte.

Marshall Neilan erhielt 1940 den DGA Honorary Life Member Award der Directors Guild of America. Auf dem Hollywood Walk of Fame erinnert ein Stern an ihn (bei 6233 Hollywood Blvd).

Filmografie als Regisseur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1914 - The Slavery of Foxicus
  • 1915 - Ham at the Garbage Gentleman's Ball
  • 1915 - Ham at the Fair
  • 1915 - The Come Back of Percy
  • 1915 - A Thing or Two in Movies
  • 1917 - A Strange Adventure
  • 1917 - The Jaguar's Claws
  • 1917 - Rebecca of Sunnybrook Farm
  • 1917 - The Little Princess
  • 1918 - War Relief
  • 1918 - Stella Maris
  • 1918 - Amarilly of Clothes-Line Alley
  • 1918 - M'Liss
  • 1918 - Heart of the Wilds
  • 1919 - Daddy-Long-Legs
  • 1919 - Her Kingdom of Dreams
  • 1919 - In Old Kentucky
  • 1921 - The Lotus Eater
  • 1923 - The Rendezvous
  • 1924 - Dorothy Vernon of Haddon Hall
  • 1924 - Tess of the D'Urbervilles
  • 1925 - The Sporting Venus
  • 1926 - Everybody's Acting
  • 1927 - Venus of Venice
  • 1927 - Her Wild Oat
  • 1928 - His Last Haul/Pious Crooks
  • 1929 - The Awful Truth - Regie
  • 1929 - The Vagabond Lover
  • 1930 - Forever Yours
  • 1930 - Sweethearts on Parade
  • 1931 - Ex-Sweeties
  • 1934 - The Social Register
  • 1934 - Chloe, Love Is Calling You
  • 1934 - The Lemon Drop Kid
  • 1935 - This Is the Life
  • 1937 - Sing While You're Able
  • 1937 - Swing It, Professor/Swing It Buddy
  • 1937 - Thanks for Listening/Partly Confidential

Weblinks[Bearbeiten]