Mastertronic

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Mastertronic
Rechtsform Limited
Gründung 1984
2005 (Neugründung als Mastertronic Group)
Auflösung 1988
Auflösungsgrund Zusammenschluss mit Virgin Games
Sitz St Ives (Cambridgeshire), Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Branche Softwareentwicklung
Produkte ComputerspieleVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.mastertronic.com

Mastertronic war ein Anfang 1984 gegründeter Publisher von Low-Budget-Spielen für Heimcomputer. Bekannt wurde Mastertronic vor allem durch die konsequente Niedrigpreispolitik und dadurch, dass sie es schafften, Computerspiele in die Regale von großen Kaufhäusern, Tankstellen und vielen weiteren Händlern zu bringen.

Low-Budget-Spiele[Bearbeiten]

Anfang der 1980er waren Computerspiele noch größtenteils in Computerläden zu finden, die großen Handelsketten misstrauten diesem neuen Produktfeld zu sehr.

Das Erfolgsrezept von Mastertronic war einerseits der sehr niedrige Preis von £1,99 in England (9,95 DM in Deutschland) und andererseits das geringe Risiko für die Händler, da übriggebliebene Spiele durch neue ersetzt wurden und somit der Händler nicht auf unverkaufter Ware sitzen blieb.

Mastertronic versuchte, für alle Heimcomputerplattformen Spiele anzubieten; erfolgreich war das Unternehmen aber vor allem auf dem C64, CPC 464 und dem ZX Spectrum, was vor allem an der größeren Verbreitung dieser Rechner lag. Um die Verwirrung zwischen den verschiedenen Plattformen möglichst gering zu halten, ließ man sich den sogenannten „Color Code“ einfallen, so dass man schon an der Farbe einiger Designelemente auf dem Cover erkennen konnte, für welchen Computer das Spiel geschrieben war.

Anfangs stand die Computerszene diesen Billigspielen recht skeptisch gegenüber, aber recht schnell akzeptierte man, dass Mastertronic-Spiele zumindest so etwas wie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis boten. Noch später wurden diese Spiele dann schon als „cool“ angesehen, zumal neben den teils mittelmäßigen bis schlechten Spielen auch einige Klassiker zu finden waren. Auch Rob Hubbard hatte seinen Anteil am Erfolg von Mastertronic, denn oft wurde die Musik für die Spiele von ihm geschrieben, so dass oftmals die Qualität der Musik um einiges besser war als das Spiel an sich.

Das Konzept der Billigspiele auf Kassette fand einige Nachahmer, so dass es unzählige Unternehmen gab, die ihre Spiele auf ähnliche Weise herausgebracht haben. Zu den bekanntesten gehörte Firebird Software. Auch der „Color Code“ wurde oft mit leichten Veränderungen kopiert.

Diversifizierung[Bearbeiten]

Im Mai 1987 kündigte Mastertronic an, Arcade-Automaten produzieren zu wollen. Technische Grundlage für das "Arcadia" genannte Projekt waren die Motherboards der Amiga-Computer.[1]

Ende als Teil der Virgin-Gruppe[Bearbeiten]

1987 erwarb die Virgin Group von Richard Branson die 45 % der Unternehmensanteile, die von außenstehenden Investoren gehalten wurden.[2] 1988 wurde das Unternehmen komplett an Virgin verkauft und mit Virgin Games fusioniert.[2] Für eine kurze Zeit firmierte der Zusammenschluss als Virgin Mastertronic. Mit der Umbenennung in Virgin Interactive Entertainment verschwand schließlich auch der Unternehmensname. Virgin benutzte noch kurze Zeit ein Label namens „Tronix“, welches aber auch sehr bald verschwand.

Neugründung in 2005[Bearbeiten]

Im Jahr 2005 erlebte Mastertronic eine Wiederauferstehung. Neue Spiele wurden nun unter dem Namen M.A.D. (Mastertronic Added Dimension) verkauft.

Spielekatalog (Auswahl)[Bearbeiten]

Einige Mastertronic-Klassiker:

  • Action Biker
  • Kikstart 1 und 2
  • Super Pipeline 2
  • diverse Wiederveröffentlichungen älterer Vollpreisspiele, am erfolgreichsten hiervon war Ghostbusters mit 412.922 verkauften Exemplaren

Einige Mastertronic-Spiele, welche aufgrund der Musik von Rob Hubbard bekannt sind:

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. David Kelly: An A to Z88 of 1987 - A review of the year. In: The Guardian, London, 17. Dezember 1987. (englisch)
  2. a b Anthony Guter: A History of Mastertronic. Auf: Mastertronic-Bereich von guter.org. Datum unbekannt. (englisch)