Mathieu de Montmorency-Laval

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Mathieu de Montmorency-Laval, Lithografie um 1820

Mathieu Jean Félicité, duc de Montmorency-Laval (* 10. Juli 1766 in Paris; † 24. März 1826) war ein französischer General, Staatsmann, Diplomat und Minister.

Leben[Bearbeiten]

Er kämpfte im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und stieg bis zum General auf. Beim Ausbruch der Französischen Revolution vertrat er in der Assemblée constituante als Abgeordneter des Adels von Montfort-l’Amaury die Idee des Fortschritts, beantragte am 4. August 1789 die Abschaffung der Adelsprivilegien und diente, als die fremden Mächte Frankreich angriffen, unter Marschall Luckner. Die Ereignisse von 1793 bewogen ihn jedoch, in die Schweiz zu fliehen.

Nach dem Sturz der Schreckensherrschaft kehrte er nach Frankreich zurück, nahm aber weder unter dem Direktorium noch unter Napoleon I. ein öffentliches Amt an. 1814 wurde er Adjutant des damaligen Grafen von Artois, geleitete 1815 die Herzogin von Angoulême, Marie Thérèse Charlotte de Bourbon nach Bordeaux und London und begab sich zu Ludwig XVIII. nach Gent. Am 17. August 1815 erfolgte seine Erhebung zum Pair von Frankreich, 14. Dezember 1821 zum Minister des Auswärtigen und bald darauf zum Präsidenten des Kabinetts.

Als Gesandter wohnte er 1822 dem Kongress in Verona bei und betrieb 1823 die Intervention in Spanien. Doch musste er noch in diesem Jahr wegen eines Zerwürfnisses mit Villèle zurücktreten. Zum Ausgleich erhielt er den Herzogtitel und das Kreuz der Ehrenlegion.

Karl X., der ihn als Freund der Jesuiten besonders liebte, ernannte ihn zum Erzieher seines Enkels, des sechsjährigen Henri d’Artois, comte de Chambord. Die Académie française nahm ihn 1825 unter ihre Mitglieder auf, obwohl er dafür kaum qualifiziert war.

Mathieu de Montmorency-Laval war der Großneffe von Kardinal Louis-Joseph de Montmorency-Laval (1724–1808).

Siehe auch: Montmorency (Adelsgeschlecht)

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Étienne-Denis Pasquier Außenminister von Frankreich
14. Dezember 1821-28. Dezember 1822
François-René de Chateaubriand
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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