Meteoalarm

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  meteoalarm      
alerting europe for extreme weather 
Organisationsart Partnerschaft
Status Gemeinschaftseigentum der Inhalte[1]
Sitz der Organe

Wien-Döbling, Österreich (Hohe Warte, ZAMG)

Mitgliedstaaten 32
Amts- und Arbeitssprachen

31

Gründung

2007

Oberorganisation EUMETNET
Website von Meteoalarm
Unwetterwarndienst-Verbund der nationalen Wetterdienste

Meteoalarm ist ein Unwetterwarnsystem und das Unwetterportal der EUMETNET.

Inhaltsverzeichnis

Technologie[Bearbeiten]

Warnsystematik[Bearbeiten]

Screenshot von Meteoalarm am 27. Januar 2000

Das System[2] umfasst folgende extreme Wetter (Stand 2012):

Diese werden mit einfachen Piktogrammen dargestellt.

Klassifizierung[Bearbeiten]

Die Klassifizierung der Gefahrstufen erfolgt nicht nach einer absoluten, sondern nach einer Skala der lokalen Häufigkeit (Jährlichkeit), die die regionalen Witterungs- und Wettergegebenheiten berücksichtigt, aber die Ausnahmesituation vor Ort vergleichbar macht:

Warntyp Wind, Regen, Schnee Gewitter (einschl. Hagel) Glatteis
Farbe Häufigkeit des Ereignisses Charakteristik des Ereignisses bedeutet ?
Grün keine Warnung keine erkennbare Gefahr
Gelb weniger als 18 mal / Jahr Gewitter wahrscheinlich Glatteis ist in exponierten Lagen nicht ausgeschlossen Aufmerksamkeit
Orange weniger als 4 mal / Jahr Starke Gewitter wahrscheinlich Glatteis auf Straßen, lokal oder verbreitet erhöhte Aufmerksamkeit
Rot weniger als 2 mal / 3 Jahre Extrem starke Gewitter wahrscheinlich starkes Glatteis, auch Vereisungen auf Bäumen und elektrischen Leitungen Extremereignis
Weiß fehlende Daten
Quelle: Meteoalarm[3]/ZAMG[4]

10 cm Schneefall in 24 Stunden beispielsweise werden also an der Atlantikküste oder im Mittelmeerraum als Ausnahmeereignis klassiert, in den Alpen aber nicht als Warnsitutation angegeben.

Abdeckung[Bearbeiten]

Die Abdeckung erfolgt in Warnklassen für die Länder (und vergleichbaren Verwaltungseinheiten) der beteiligten Staaten. Die ZAMG in Österreich bietet seit August 2012 als erster der Wetterdieste die Alarmstufen – frei im Internet verfügbar – bis auf Gemeindeebene an.[5]

Organisation[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Meteoalarm wurde vom Salzburger Meteorologen Michael Staudinger und dem holländischen Meteorologen Frank Kroonenberg entwickelt – Anlass war der Orkan Kyrill[6]. Die Warnplattform meteoalarm.eu (bzw. .info) wird von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien betreut und von der World Meteorological Organization (WMO) unterstützt. Sie wurde 2007 am Welttag der Meteorologie in Madrid präsentiert[7], 2008 umfasst das System Warnungen aus 30 Ländern und ist in 27 Sprachen verfügbar. Es soll auch in das Observing System Research and Predictability Experiment (THORPEX) im Rahmen des World Weather Research Programme (WWRP) der WMO eingehen.[8]

Die beiden Gründer wurden von der EUMETNET mit dem Outreach and Communication Award 2008 ausgezeichnet.[6] Als besonderer Vorzug gilt das intuitive, auf Farben und Piktogrammen aufgebaute, und europaweit vergleichbare Warnsystem.[9] [10]Die Webseite wurde am ersten Tag 12 Millionen mal zugegriffen[11] und verzeichnet seither durchschnittlich 200.000 Zugriffe/Tag.[6]

Internationale Beteiligung der Wetterdienste[Bearbeiten]

Derzeit (Stand 2012) sind 32 staatliche Wetterdienste in Europa an diesem Projekt beteiligt: ZAMG (Österreich), RMI (Belgien), MeteoSchweiz (Schweiz), Cyprus Meteorologicha Service (Cypern), CHMI (Tschechien), DWD (Deutschland), DMI (Dänemark), EMHI (Estland), AEMet (Spanien), FMI (Finnland), Meteo France (Frankreich), HNMS (Griechenland), DHMZ (Kroatien), OMSZ (Ungarn), Metéirann (Irland), VERDUR (Island), METEOAM (Italien), Service météorologique de Luxembourg (Luxemburg), Agentur für Meteorologie und Geodynamik LV (Lettland), Malta International Airport (Malta), KNMI (Niederlande), NWI (Norwegen), IMGW (Polen), IM (Portugal), Meteo Romania (Rumänien), HIDMET (Serbien), SMHI (Schweden), ARSO (Slowenien), SHMU (Slowakei), MetOffice (Großbritannien)

Somit werden mehr als 650 Regionen in ganz Europa (in einem einheitlichen Warnsystem) von Unwettern gewarnt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nutzungsbedingungen, meteoalarm.eu
  2. Über Meteoalarm
  3. Hilfe (Allgemeine Hilfe zur Nutzung der METEOALARM Webseite), meteoalarm.eu
  4. Legenden auf ZAMG: Wetterwarnung
  5. Kompetenz für Wetterwarnungen, ZAMG → News, vom 24. August 2012
  6. a b c  Berthold Schmid: Salzburger Meteorologe ausgezeichnet. In: Salzburger Nachrichten. 3. Oktober 2008, S. 6.
  7. "Meteoalarm" bietet europaweite Wetterwarnungen. In: Umwelt und Klima. ORF Science, 16. März 2007, abgerufen am 5. November 2008.
  8. The Observing System Research and Predictability Experiment (THORPEX). In: Atmospheric Research and Environment Programme (AREP): World Weather Research Programme (WWRP). World Meteorological Organization, abgerufen am 5. November 2008 (engl.).
  9. Wetterwarnungen. MeteoSchweiz, abgerufen am 5. November 2008 (deutsch).
  10. Internationale Auszeichnung für Staudinger auf ORF-Salzburg vom 2. Oktober 2008 abgerufen am 8. Juli 2009
  11. Meteoalarm: Europaweite Warnungen vor extremem Wetter. Österreichischer Zivilschutzverband, abgerufen am 5. November 2008.