Mielnik (Bystrzyca Kłodzka)

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Mielnik
Wappen fehlt
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Mielnik (Polen)
Mielnik
Mielnik
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Kłodzko
Gmina: Bystrzyca Kłodzka
Geographische Lage: 50° 21′ N, 16° 40′ O50.35194444444416.665Koordinaten: 50° 21′ 7″ N, 16° 39′ 54″ O
Höhe: 350 m n.p.m
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DKL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: KłodzkoMiędzylesie
Nächster int. Flughafen: Breslau

Mielnik (deutsch Melling) ist ein Dorf im Powiat Kłodzki in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es gehört zur Gemeinde Bystrzyca Kłodzka (Habelschwerdt), von der es sechs Kilometer nördlich entfernt ist.

Geographie[Bearbeiten]

Mielnik liegt zwischen dem Tal der Glatzer Neiße und dem Bieletal. Nachbarorte sind Żelazno im Norden, Romanowo im Osten, Piotrowice im Südosten, Zabłocie im Süden, Szklarka im Südwesten und Gorzanów im Westen. Nördlich erhebt sich die 518 m hohe Weißkoppe (Wapniarka).

Geschichte[Bearbeiten]

Melling wurde erstmals 1358 als Melnik erwähnt. 1421 wurde es als Melning, 1625 als Melnitz bezeichnet[1]. Es war von Anfang an nach Rengersdorf eingepfarrt und gehörte zum Glatzer Land, mit dem es die Geschichte seiner politischen und kirchlichen Zugehörigkeit teilte. Es bestand aus einem Dominialanteil und einem Freirichtergut.

Der Dominialanteil gehörte um die Mitte des 14. Jahrhunderts dem Ritter Hanke von Knoblauchsdorf. Später gelangte Melling an die Herren von Ratold. Otto, Martin und Hans von Ratold verkauften 1421 eine Hälfte von Melling dem Nickel von Knoblauchsdorf, dem damals der spätere Ratschinhof in Arnsdorf (Grafenort) gehörte. Um 1520 verkauften die Gebrüder Ratold den Gebrüdern Ratschin die zweite Hälfte, so dass ab dieser Zeit ganz Melling, mit Ausnahme des Freirichterguts, zum Ratschinhof gehörte. 1559 war es, zusammen mit dem Ratschinhof und einem Anteil Altwaltersdorf, im Besitz des Georg von Ratschin, der Ende des 16. Jahrhunderts einige Bauerngüter aufkaufte, aus denen er ein Vorwerk bildete, das als das Fritschengütel bezeichnet wurde. Sein Sohn Hans von Ratschin verlor 1625 wegen seiner Beteiligung am böhmischen Ständeaufstand ein Drittel seiner Besitzungen. Da er dieses Drittel nicht wieder einlösen konnte, gelangte Melling zusammen mit dem Ratschinhof und dem Anteil Altwaltersdorf 1628 an Johann Arbogast von Annenberg, dem schon der Moschen- und der Schlosshof in Arnsdorf gehörten. Er bildete aus den erworbenen Anteilen die Herrschaft Grafenort. 1638 wurden Melling zusammen mit den zum Ratschinhof gehörenden Besitzungen vom Lehen ins Erbe gesetzt. Nach dem Übergang der Herrschaft Grafenort an Johann Friedrich von Herberstein gehörte Melling zu der von ihm gebildeten Majoratsherrschaft Grafenort.

Nach den Schlesischen Kriegen fiel Melling zusammen mit der Grafschaft Glatz 1763 mit dem Hubertusburger Frieden an Preußen. Für Anfang des 18. Jahrhunderts sind nachgewiesen: Ein herrschaftliches Vorwerk, ein Freirichtergut, ein Kalksteinbruch, fünf Bauern sowie 24 Gärtner und Häusler. Unter den Bewohnern befanden sich je ein Schneider, Schuster und Schmied. Auf Wunsch der Bewohner wurde Melling 1786 von der Pfarrei Rengersdorf gelöst und zur Pfarrkirche nach Grafenort gewidmet. Mit den Preußischen Reformen wurde 1807 die Erbuntertänigkeit aufgehoben.

Nach der Neugliederung Preußens gehörte Melling seit 1815 zur Provinz Schlesien und war zunächst dem Landkreis Glatz eingegliedert. 1818 erfolgte die Umgliederung in den neu gebildeten Landkreis Habelschwerdt, zu dem es bis 1945 gehörte. 1939 wurden 141 Einwohner gezählt.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Melling 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Mielnik umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen. 1975–1998 gehörte Mielnik zur Woiwodschaft Wałbrzych.

Freirichtergut[Bearbeiten]

Erster namentlich bekannter Besitzer des Freirichterguts war 1465 Thomas von Melling. Die nächsten Freirichter kamen aus den Familien Sauer und Egel. 1606 erlangte es Hans Franke, der vorher die Witwe des Jakob Egel geheiratet hatte. Er verkaufte es 1614 dem Georg Peschke aus Arnsdorf, der es 1618 dem Christian Greifenhaben veräußerte. Dieser wurde 1625 wegen seiner Beteiligung am böhmischen Ständeaufstand zu 125 Talern Strafe verurteilt und sein Gut konfisziert. 1630 erwarb es Kaspar Burghardt, bei dessen Nachkommen es bis 1766 verblieb, als es Johann Christoph Burghard seinem Schwiegersohn Johann Josef Läufer aus Pohldorf verkaufte. Diesem folgte sein Sohn Joseph Läufer. Zu dieser Zeit gehörten zum Freirichtergut ein Kretscham, je ein Schneider, Schuster und Schmied sowie ein Robotgärtner.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Dreifaltigkeitssäule mit der Darstellung einer Pietà in der Bekrönung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Alois Mühlan (1856–1935), Schriftsteller und Pädagoge[2]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Marek Šebela, Jiři Fišer: České Názvy hraničních Vrchů, Sídel a vodních toků v Kladsku. In: Kladský Sborník 5, 2003, S. 385
  2. Groffschoaftersch Häämtebärnla 2009, S. 16