Piotrowice (Bystrzyca Kłodzka)

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Piotrowice
Wappen fehlt
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Piotrowice (Polen)
Piotrowice
Piotrowice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Kłodzko
Gmina: Bystrzyca Kłodzka
Geographische Lage: 50° 20′ N, 16° 41′ O50.33388888888916.689722222222Koordinaten: 50° 20′ 2″ N, 16° 41′ 23″ O
Höhe: 443 m n.p.m
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DKL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Żelazno-Stary Waliszów
Nächster int. Flughafen: Breslau

Piotrowice (deutsch Herrnpetersdorf) ist ein Dorf im Powiat Kłodzki in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es liegt neun Kilometer nordöstlich von Bystrzyca Kłodzka (Habelschwerdt), zu dessen Stadt- und Landgemeinde es gehört.

Geographie[Bearbeiten]

Piotrowice liegt im Glatzer Kessel zwischen den Tälern der Landecker Biele und der Glatzer Neiße. Es wird über eine Nebenstraße erreicht, die von Żelazno nach Stary Waliszów führt. Nachbarorte sind Romanowo und Ołdrzychowice Kłodzkie im Nordosten, Nowy Waliszów im Südosten, Stary Waliszów im Süden und Mielnik im Nordwesten. Die Ortslage Piotrowka, die mit Piotrowice vereint ist, liegt südöstlich. Geographisch sind Piotrowice und Piotrowka durch den 544 m hohen Kahlen Berg (Golina) getrennt.

Geschichte[Bearbeiten]

Herrnpetersdorf entstand 1938 durch Zusammenlegung der beiden Ortschaften Herrnsdorf und Petersdorf. Herrnsdorf wurde erstmals 1347 als Hermannsdorf erwähnt, die erstmalige Erwähnung von Petersdorf erfolgte 1424[1]. Beide Orte gehörten zum Glatzer Land und waren zur Pfarrkirche in Ullersdorf gewidmet. Im Dreißigjährigen Krieg wurden beide Orte am 14. Januar 1622 von sächsischen Truppen ausgeplündert. Nach den Schlesischen Kriegen fielen sie zusammen mit der Grafschaft Glatz 1763 mit dem Hubertusburger Frieden an Preußen. Nach der Neugliederung Preußens gehörten sie seit 1815 zur Provinz Schlesien und waren zunächst dem Landkreis Glatz eingegliedert. 1818 erfolgte die Umgliederung in den neu gebildeten Landkreis Habelschwerdt, mit dem Herrnpetersdorf bis 1945 verbunden blieb. 1939 wurden 163 Einwohner gezählt.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Herrnpetersdorf 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Piotrowice umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen. Seit 1945 gehörte Piotrowice zum Powiat Bystrzycki, der 1975, ebenso wie die bis dahin zuständige Woiwodschaft Wrocław, aufgelöst wurde. 1975 kam es an die neu gebildete Woiwodschaft Wałbrzych, die bis 1998 bestand. Die Zahl der Einwohner ging deutlich zurück.

Herrnsdorf[Bearbeiten]

Das erstmals 1347 als Herrmannsdorf erwähnte Herrnsdorf war zur Pfarrkirche in Ullersdorf gewidmet und Anfang des 15. Jahrhunderts zur Herrschaft Kunzendorf untertänig. 1432 verkaufte es Nickel von Kunzendorf dem Nicklas von Knoblauchsdorf, dem bereits der Arnsdorfer Ratschinhof gehörte. Nachdem Hans von Ratschin wegen seiner Beteiligung am böhmischen Ständeaufstand ein Drittel seiner Besitzungen verlor, gelangte der Ratschinhof sowie ein Anteil von Herrnsdorf 1625 an den späteren Glatzer Landeshauptmann Johann Arbogast von Annenberg und 1651 durch Heirat an Johann Friedrich von Herberstein, der diesen Anteil mit seiner Majoratsherrschaft Grafenort verband.

Petersdorf[Bearbeiten]

Petersdorf wurde erstmals 1424 erwähnt, als ein gewisser Melan (Mühlan, Mylan) als Freirichter von Petirsdorf verzeichnet war. Es gehörte in ältesten Zeiten nach Ullersdorf, wohin es auch eingepfarrt blieb, nachdem es eine eigene Gemeinde bildete.

Das 1424 erwähnte Freirichtergut war 1477 im Besitz des Martin Melan, 1520 eignete es Hans Mylan, der die Söhne Sigmund, Valten und Nykel hinterließ. 1526 erwarb Valten Melan von seinen Brüdern das Freirichtergut mit vier Gärtnern und dem Jagdprivileg. Ihm folgte 1576 sein Sohn Adam Mühlan, der wegen seiner Beteiligung am böhmischen Ständeaufstand 1625 zwei Drittel seiner Besitzungen verlor. 1642 kaufte es Simon Mühlan, von dem es 1651 Hans Mühlan erwarb. Dieser bezahlte 1684 der kaiserlichen Veräußerungskommission einen Geldbetrag, um einem Verkauf des Freirichterguts zuvorzukommen. 1746 gelangte es an Joseph Ilgner, einen Bauern aus Krotenpfuhl, der mit einer Tochter des Anton Mühlan verheiratet war. Sie verheiratete sich als Witwe 1772 mit Ignatz Ulrich aus Wolmsdorf. Er errichtete 1777 eine kleine Kapelle, die 1780 zu Ehren der Vierzehn Nothelfer vom Glatzer Dechanten Winter geweiht wurde. Ab 1792 war Joseph Kristen Freirichter von Petersdorf, der eine Stieftochter des Ignatz Ulrich geheiratet hatte. 1798 bestand das Freirichtergut aus einer Wassermühle und einer Andachtskapelle sowie vier Gärtnern und vier Häuslern, darunter je ein Schmied und Schuster. Außerdem gehörten zum Petersdorfer Freirichtergut noch zwei Bauern und fünf Auengärtner in Ullersdorf.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Marek Šebela, Jiři Fišer: České Názvy hraničních Vrchů, Sídel a vodních toků v Kladsku. In: Kladský Sborník 5, 2003, S. 383