Militärflugplatz Saint-Dizier-Robinson

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Base aérienne 113 Saint-Dizier-Robinson
BW
Militärflugplatz Saint-Dizier-Robinson (Frankreich)
Red pog.svg
Kenndaten
ICAO-Code LFSI
Koordinaten
48° 38′ 9″ N, 4° 53′ 58″ O48.6358333333334.8994444444444140Koordinaten: 48° 38′ 9″ N, 4° 53′ 58″ O
140 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 4 km westlich von Saint-Dizier
Straße N4
Basisdaten
Eröffnung 24. August 1913
Betreiber Armée de l’air
Start- und Landebahn
11/29 2414 m × 45 m Asphalt

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Die Base aérienne 113 Saint-Dizier-Robinson (B.A. 113) ist ein Militärflugplatz der französischen Luftstreitkräfte (Armée de l’air). Die Basis liegt in der Region Champagne-Ardenne im Département Haute Marne etwa vier Kilometer westlich des Zentrums von Saint-Dizier. Sie ist eine Heimatbasis der Dassault Rafale Mehrzweckkampfflugzeuge.

Geschichte[Bearbeiten]

Saint-Dizier hat eine über hundertjährige Luftfahrtgeschichte; ein erstes Militärflugzeug landete bereits 1910 nahe der Stadt und drei Jahre später entstand der Flugplatz. Frühe Flugzeugtypen, die hier beheimatet waren, waren von Herstellern wie Blériot Aéronautique, Morane-Saulnier und Stampe, auch de Havilland Tiger Moth und Dewoitine D.520 flogen hier.

Ab Dezember 1939 war Antoine de Saint-Exupéry in Saint-Dizier stationiert. Nach Frankreichs Niederlage 1940 im Westfeldzug wurde der Flugplatz in Folge als Fliegerhorst von der deutschen Luftwaffe insbesondere zur Luftverteidigung genutzt. Zwischen Februar 1942 und August 1944 lagen hier verschiedene Staffeln der Nachtjagdgeschwader 4 (NJG4) und 5 (NJG5), die hauptsächlich mit Messerschmitt Bf 110 und auch Dornier Do 217 ausgerüstet waren und gegen Luftangriffe des RAF Bomber Command zum Einsatz kamen. Im März 1944 verlegte auch die die II. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 1 (II./NJG 1) für zwei Monate nach St. Dizier, bevor sie nach St. Trond zurückkehrte. Als Abwehr der Tagangriffe der 8. US Air Force lagen hier im Herbst 1943 zwei Monate Teile des mit Messerschmitt Bf 109G ausgerüsteten Jagdgeschwader 27 (JG27). Nach dem Beginn der Invasion in der Normandie lag hier noch einige Wochen das ebenfalls die Bf 109G einsetzende JG301 und das Kampfgeschwader 101 (KG 101), das die Junkers Ju 88A-4 "Mistel" einsetzte. Die USAAF flog während des Krieges Luftangriffe mit B-26 Marauder und P-47 Thunderbolt, meist parallel zu den Angriffen der schweren Bomber um deutsche Abfangjäger am Boden zu halten.

P-51C-5-NT, St.-Dizier, Herbst 1944

Die US-Amerikaner eroberten den Platz im September 1944 und stationierten auf dem von ihnen so bezeichneten Airfield A-64 bis Mai 1945 P-47 der 405. und 367. Fighter Groups. Zusätzlich lagen hier im Frühjahr 1945 einige Wochen A-36 Apache der 27. Fighter Group.

Anfang der 1950er Jahre schlugen die USA im Hinblick auf den begonnenen Kalten Krieg vor, Saint-Dizier als Stützpunkt leichter Bomber auszubauen. Die grundlegend reparierte und ausgebaute Basis wurde 1951 erneut eröffnet.

Zwischen 1965 und 1988 war die Basis Heimatplatz der Mirage IV A der Bombergruppe 2/94 "Marne" als Teil der Force de frappe. Hinzu kam zwischen 1973 und 2005 die mit Jaguar Jagdbombern ausgerüstete Jagdgruppe 1/7 "Provence".

Die Rafale fliegt seit 2005 in Saint-Dizier, sie kam auch beim Bürgerkrieg in Libyen 2011 sowie Konflikt in Nordmali 2013 zum Einsatz. Der erste Einsatz bei letzterer Operation wurde direkt von Saint-Dizier aus geflogen.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Die Basis beherbergt zur Zeit (2012) drei Staffeln taktischer Mehrzweckkampfflugzeuge:

  • EC 01/007 "Provence", Jagdgruppe ausgerüstet mit der Rafale (seit 2005)
  • EC 01/091 "Gascogne", Jagdgruppe ausgerüstet mit der Rafale (seit 2009)
  • ETR 02/092 "Aquitaine", Umschul-Gruppe für die Rafale (seit 2010)

Hinzu kommen noch einige nichtfliegende Verbände.

Weblinks[Bearbeiten]