RAF Bomber Command

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RAF Bomber Command
Aktiv 14.07.1936 bis 1968
Land Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Streitkräfte Royal Air Force
Truppengattung Bomber
Typ Funktionalkommando
Stationierungsort 1936–40 Uxbridge
1940 High Wycombe
Motto Strike Hard Strike Sure
Kommandeur
Wichtige
Kommandeure

Air Chief Marshal Arthur Harris

Das RAF Bomber Command war vom 14. Juli 1936 bis 1968 das Oberkommando über die Bomberflotte der Royal Air Force. Bomber Command stand auch für die britische Bomberflotte als solche. Seine Aufgabe war die Planung und Führung von strategischen Bombenangriffen. Das Memorial des Kommandos steht im Londoner Green Park, es wurde am 28. Juni 2012 durch Queen Elizabeth II. eröffnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Liegenschaften und Inventar[Bearbeiten]

Das Hauptquartier des RAF Bomber Command war in den Jahren 1936–40 in Uxbridge, ab 1940 in High Wycombe.

Die wichtigsten leichten und mittelschweren Bombertypen des RAF Bomber Command waren:

Die folgenden viermotorigen, schweren Bomber-Typen kamen (teils ergänzend) während des Zweiten Weltkrieges zum Einsatz:

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges führte das Bomber Command eine Vielzahl von Bombenangriffen auf Ziele in Deutschland, im deutsch besetzten Europa sowie faschistischen Italien durch. Das Bomber Command setzte während des Krieges rund 125.000 Mann an fliegenden Besatzungen ein, von denen 55.573 ums Leben kamen (entspricht fast 45 %). Weitere 8.403 wurden verwundet und 9.838 gerieten in Kriegsgefangenschaft.[1]

Vor dem Hintergrund statistischer Untersuchungen des britischen Air Ministry über die „Effektivität“ bereits erfolgter britischer Luftangriffe kam es zur Entscheidung, verstärkt Brandbomben und Luftminen über dicht bebauten Stadtgebieten Deutschlands abzuwerfen. Diese Strategie wurde am 14. Februar 1942 in der Area Bombing Directive festgelegt. Premierminister Winston Churchill in seiner Rolle als Vorsitzender des Kriegskabinetts beauftragte den Oberbefehlshaber (Commander-in-chief) des RAF Bomber Command, Luftmarschall Arthur Harris mit der Umsetzung dieses „moral bombing“. Das Ende März 1942 herausgegebene „Dehousing Paper“ des britischen Kabinetts sah vor, durch gezielte Zerstörung von Wohngebieten der Industriearbeiter den Widerstandswillen in der deutschen Zivilbevölkerung zu brechen und diese dazu zu bringen, sich gegen das Regime der Nationalsozialisten zu stellen.

Der Luftkrieg der Royal Air Force gegen deutsche Städte begann am 11. Mai 1940 mit einem Angriff von 35 Bombern auf München-Gladbach (heute: Mönchengladbach). Besonders präsent im kollektiven Gedächtnis der Deutschen blieben die verheerenden Luftangriffe auf Hamburg im Sommer 1943 und die Zerstörung Dresdens Mitte Februar 1945. Über 20 weitere Flächenbombardements auch kleinerer Städte hatten Feuerstürme zur Folge, in denen sehr viele Zivilisten ums Leben kamen und große Teile des Gebäudebestandes vernichtet wurden. Mit dem Luftangriff auf Potsdam in der Nacht zum 15. April 1945 beendete die RAF ihren Bombenkrieg gegen deutsche Städte; am 16. April 1945 erklärte das Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force (SHAEF) in Europa den strategischen Luftkrieg für gewonnen.[2]

Kalter Krieg[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg bildeten die kernwaffenfähigen strategischen V-Bomber (Valiant, Victor und Vulcan) die Hauptschlagkraft des Bomber Command.

Das Ende des Bomber Command kam im Jahre 1968, als es mit dem Fighter Command zum RAF Strike Command zusammengefasst wurde.

Denkmal[Bearbeiten]

Im Juni 2012 enthüllte die Queen ein Denkmal, das RAF Bomber Command Memorial, für die 55.573 Angehörigen der Royal Air Force, die bei Bomber-Flügen starben (fast die Hälfte aller Ausgeschickten, das Durchschnittsalter war 22 Jahre). [3] [4] Das Monument zeigt sieben Soldaten als überlebensgroße Bronzestatuen. Es steht überdacht im Green Park in der Nähe der Hyde Park Corner.

Oberbefehlshaber[Bearbeiten]

Stützpunkte[Bearbeiten]

Die folgende unvollständige Liste von Stützpunkten umfasst diejenigen, über die es bereits einen Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia gibt:

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • J. R. Moyes, James Goulding: RAF Bomber Command and it's Aircraft 1936 - 1940. Ian Allen Ltd 1975.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Royal Air Force Bomber Command – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. W. R. Chorley: Royal Air Force Bomber Command Losses of the Second World War: Aircraft and crew losses: 1945. Midland Counties Publications, 1992, S. 182.
  2. Seite 324 unten
  3. tagesspiegel.de
  4. spiegel.de: [1]