Militärflugplatz Istres-Le Tubé

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Base aérienne 125 Istres-Le Tubé
Istres BA125.png
Kenndaten
ICAO-Code LFMI
IATA-Code QIE
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 3 km westlich von Istres
Straße N1569 (15 km zur A54)
Basisdaten
Eröffnung 1915
Betreiber Armée de l’air
Fläche 2100 ha
Start- und Landebahn
15/33 5000 m × 60 m Beton

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Die Base aérienne 125 Istres-Le Tubé (B.A. 125) ist ein Militärflugplatz der französischen Luftstreitkräfte (Armée de l’air). Die Basis, die nach dem Kampfflieger "Charles Monier" benannt ist, der 1953 bei einem Testflug umkam, liegt in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur im Département Bouches-du-Rhône etwa drei Kilometer westlich des Zentrums von Istres.

Sie bildet einen Teil der luftgestützten "Force de frappe" und dient als wichtiger Transport-Hub des französischen Militärs. Sie beherbergt darüber hinaus das wichtigste Flugversuchszentrum Frankreichs und eines der wichtigsten weltweit. Die mit 5000 Meter längste Start- und Landebahn in Europa wäre früher auch als Notlandeplatz für das Space Shuttle in Frage gekommen. Die letzten 1200 Meter wurden 1992 für die Firma Airbus als "over-run" gebaut. Auf dem Gelände mit 500 Gebäuden arbeiten 5000 Menschen, davon 4000 für das Verteidigungsministerium.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Basis Istres ist einer der ältesten Militärflugplätze Frankreichs. Bereits im Jahre 1915 wurde hier eine Flugschule des Militärs eröffnet. In der Zwischenkriegszeit war der Flugplatz Schauplatz von Kunst- und Rekordflügen, wie zum Beispiel durch Hélène Boucher.

Während des Zweiten Weltkrieges nutzte ihn zunächst die Armée de l’air und nach Frankreichs Kapitulation am Ende des Westfeldzuges der deutschen Wehrmacht die Armée de l'Air de Vichy. Nach der Besetzung Südfrankreichs im November 1942 durch die deutsche Wehrmacht nutzte die Luftwaffe den Flugplatz weiter. In den letzten sechs Wochen des Jahres 1942 war Istres Einsatzbasis der Fw 190A Jagdbomber der 10. Staffel des Jagdgeschwaders 2 (10. (Jabo)/JG 2), verstärkt im ersten Monat von der 10. Staffel des Jagdgeschwaders 26 (10./JG 26).

In der ersten Jahreshälfte 1943 nutzte die mit Ju 88A ausgerüstete IV. Gruppe des Kampfgeschwaders 3 (IV./KG 3) die südfranzösische Basis. Anschließend lagen hier ab Juli 1943 die Do 217E/K des Stabes und die III. Gruppe des Kampfgeschwaders 100 (S. und III./KG 100) und im September kam auch noch das Gros der II. Gruppe (II./KG 100) hinzu. Das KG 100 verließ Istres im November 1943.

Ju 88A des Stab, I. und II. Gruppe des Kampfgeschwaders 30 (S., I. und II./KG 30) operierten Ende Januar 1944 für kurze Zeit von Istres. Mit dem gleichen Flugzeugtyp war die Basis von Ende März bis Anfang Juli 1944 Stützpunkt des 4. Staffel des Kampfgeschwaders 76 (4./KG 76), verstärkt ab Anfang Juni von der 6. Staffel des Kampfgeschwaders 77 (6./KG 77).

Neben den Bombereinheiten waren hier zwischen November 1942 und Dezember 1943 auch Fern-Aufklärungsstaffeln stationiert, zunächst bis September 1943 die 1. Staffel der Aufklärungsgruppe (F) 33 (1./Aufkl.Gr. 33) und bereits ab Juli 1943 die 3. Staffel der Aufklärungsgruppe (F) 122 (3./Aufkl.Gr. 122), beide ebenfalls auf Ju 88. Im Hochsommer 1943 kamen auch noch einige Bf 110 der 1. Staffel der Nahaufklärungsgruppe 16 (1./ NAGr. 16) hinzu.

Daneben nutzten weitere Front- und Ersatztruppenteile Istres, bis zur Einnahme durch die gelandeten Alliierten im August 1944. Die Basis war im Laufe der deutschen Besetzung mehrmals Ziel alliierter Luftangriffe. Alliierter Hauptnutzer von Airfield Y.17, so die alliierte Codebezeichnung, war die mit C-47 Skytrain ausgerüstete 64th Troop Carrier Group der USAAF, die hier zwischen September und November 1944 lag.

Nach Kriegsende war die Basis zunächst Zwischenlandeplatz für den Rücktransport amerikanischer Truppen und wurde im Oktober 1945 an Frankreich zurückgegeben. In den Jahren bis 1958 nutzte auch die britische Royal Air Force Istres als Zwischenlandeplatz für Flüge in Staaten des Empire und Commonwealth.

Mit der Gründung des Flugversuchzentrums Centre d’Essais en Vol (CEV) begann 1950 die zivil-industrielle Mitnutzung. Viele Flugzeugmodelle von Dassault wurden hier erprobt. Die Testpilotenschule École du personnel navigant d'essais et de réception (EPNER) wurde 1962 von Brétigny-sur-Orge nach Istres verlegt und dem CEV angegliedert.

Im Jahre 1999 nutzte die NATO die Basis für die Operation Allied Force über Jugoslavien, von hier operierten U2 und KC-135 der USAF.

Militärische Nutzung[Bearbeiten]

C-135FR der ERV 0/93, 1995

Die Basis beherbergt zur Zeit (2013) zwei fliegende Gruppen der französischen Nuklearstreitkräfte:

  • EC 2/4 "La Fayette", Jagdgruppe, ausgerüstet mit der Mirage 2000N, seit 2011
  • GRV 2/91 "Bretagne", Luftbetankungsgruppe, ausgerüstet mit der Boeing KC-135, seit Juli 1965 (unter verschiedenen Staffelbezeichnungen, anfangs als ERV 4/93 "Aunis")

Hinzu kommen noch nichtfliegende Verbände. Der Stützpunkt ist auch Standort von Nuklearwaffen der Force de frappe.

Zivile Nutzung[Bearbeiten]

International bekannt ist das Flugversuchszentrum auf diesem Gelände. Hier finden regelmäßig bestimmte Erprobungen neuer Flugzeugtypen der Firma Airbus statt. Die EPNER bildet Testpiloten, Flugversuchsingenieure, Flugingenieure und Techniker sowie Fluglotsen aus, die bei Testflügen mitwirken.

Zukunft[Bearbeiten]

Auch die neuen Airbus A330-200 MRTT, die ab Ende der 2010er Jahre die C-135 ablösen sollen, werden in Istres stationiert. Hierzu wird die Basis ab September 2014 für über 120 Mill. Euro modernisiert. Neben einem neu zu errichtendem Wartungszentrum für die A330 werden auch die Pisten und Taxiways des Flugplatzes modernisiert. Hierzu gehört auch die Anlage von neun Parkpositionen für die neuen Tanker, fünf davon im Hochsicherheitsbereich der strategischen Luftstreitkräfte. Die Arbeiten sollen im Mai 2018 abgeschlossen werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Istres-Le Tubé Air Base – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien