Motorola 6800

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Motorola 6800 Prozessor

Der Motorola 6800 (M6800), nicht zu verwechseln mit dem wesentlich bekannteren Motorola 68000, ist ein 8-Bit-Prozessor aus dem Jahre 1974 mit 78 Instruktionen und 1 oder 2 MHz Taktrate. Er verfügt über einen 16 Bit breiten Adressbus und kann somit bis zu 64 KB Speicher adressieren. Es war einer der ersten Mikroprozessoren mit einem Indexregister.

Verwendung[Bearbeiten]

Er wurde nur in einigen Heimcomputern wie dem SWTPC 6800 und dem Altair 680 von MITS verbaut. In der ersten Generation elektronischer Flippergeräte ist der 6800 von den großen Herstellern Bally und Williams in allen Geräten zu finden und wurde bei Bally erst 1985 vom 6803 abgelöst. In einigen kommerziellen Videospielen war der 6800 bis Mitte der 1980er Jahre ebenfalls zu finden. Der Prozessor ist in LSI-Technologie aufgebaut, besitzt etwa 4.000 Transistoren und wurde normalerweise in einem 40-pin-DIP-Gehäuse ausgeliefert. Er ist gehäuse- und signalkompatibel, aber nicht softwarekompatibel zum MOS 6501, der nach einer Patentverletzungsklage Motorolas durch den MOS 6502 ersetzt wurde. Dieser wurde im Apple II und vielen anderen Heimcomputern verbaut.

Die 6800-Familie[Bearbeiten]

Der 6800 ist Vater vieler Prozessoren, unter anderem des weiterentwickelten M6809, der indirekt indiziert adressieren konnte und in Spielkonsolen (Vectrex), im Tandy TRS-80 Color Computer sowie Dragon 32/64 und in eingebetteten Anwendungen verwendet wurde. Andere Einsatzbereiche waren der industrielle Bereich und Spezialanwendungen wie beispielsweise im Apothekencomputerbereich. Wichtiges Betriebssystem war hier FLEX.

Weitere Nachfolger waren die Prozessoren 6802/6808 sowie Mikrocontroller vom Typ 6801/6803 und 6805 in NMOS-Technologie, 68HC05, 68HC08, 68HC11, 68HC12 und 68HC16 in stromsparender CMOS-Technologie.[1] Die Typen 6800 und 6802 waren direkte Konkurrenten anderer 8-Bit-Mikroprozessoren der ersten Generation, wie Intel 8080, MOS Technology 6502, Zilog Z80.

Peripheriechips[Bearbeiten]

Zu den MC6800 gab es eine Reihe von Peripheriechips, die auch mit anderen Prozessoren, nicht nur von Motorola verwendet wurden:

  • MC6821 - PIA – Peripheral Interface Adapter
  • MC6822 - IIA – Industrial Interface Adapter, ein PIA Baustein für höhere Spannungen
  • MC6828 - Priority Interrupt Controller
  • MC6829 - MMU – Memory Management Unit
  • MC6835 - Videocontroller mit ROM für Textanzeige
  • MC6839 - Floatingpoint ROM, eine Library mit Gleitkommafunktionen
  • MC6840 - PTM – Programmierbarer Timer
  • MC6843 - FDC – Floppy Disk Controller
  • MC6844 - DMAC – Direct Memory Access Controller
  • MC6845 - CRTC – Videocontroller der auch für Grafik verwendet werden konnte
  • MC6846 - RIOT – ROM, I/O und Timer in einem Chip
  • MC6847 - VDG – Videocontroller
  • MC6850 - ACIA – Asynchrone serielle Schnittstelle
  • MC6852 - SSDA – Synchrone serielle Schnittstelle
  • MC6854 - ADLC – Advanced Data Link Controller, komplexe serielle Schnittstelle

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Motorola Semiconductors: 8-Bit Microprocessors Data Manual. Switzerland 1983.

Literatur und Weblinks[Bearbeiten]