Vectrex

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vectrex
Vectrex
Hersteller General Consumer Electric
Typ Stationäre Spielkonsole
Generation 2. Generation
Veröffentlichung
JapanJapan 06.1983
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 11.1982
EuropaEuropa 05.1983
Hauptprozessor Motorola 6809
Speichermedien Module
Controller 1 abnehmbar, 1 Port

Das Vectrex ist eine Spielkonsole, die 1982 auf den Markt kam. Auffälligstes Merkmal ist der eingebaute Hochformat-Schwarz-Weiß-Vektorbildschirm zur Ausgabe der Vektorgrafik. Dieser Kompaktaufbau führte zur Einstufung durch Fachzeitschriften in eine eigene Kategorie: Mini-Arcade. Federführender Entwickler war Jay Smith, welcher bereits 1979 das Microvision Handheld für MB entwarf. Hergestellt und veröffentlicht wurde die Konsole in den USA von General Consumer Electric (GCE) ab 1982. In Europa und Japan (gemeinsam mit Bandai) übernahm MB den Vertrieb. 1984 stellte MB den Vertrieb ein.

Aufbau[Bearbeiten]

Geöffnete Konsole mit Blick auf das Power Board zur Stromversorgung der Bildröhre (senkrecht) und dem Logic Board (unten)
Logic Board mit CPU und Soundchip

Das Vectrex war, ähnlich wie der Ur-Mac der Firma Apple, ein „Alles-in-einem“-Gerät. Der mitgelieferte Controller fand in einer dafür vorgesehenen Halterung an der Frontseite Platz, so dass das Gerät an einem integrierten Tragegriff transportiert werden konnte. Im ROM war mit Minestorm, einem Asteroids-Klon, bereits ein Spiel vorhanden.

Weitere Spielmodule konnten über einen Einschub an der rechten Seite eingesteckt werden. An der Vorderseite befanden sich 2 Anschlüsse für zwei Controller sowie der Ein-Aus-Schalter, der gleichzeitig als Lautstärkeregler diente. Die Bedienelemente des Controllers waren ein analoger Joystick und vier nebeneinander angeordnete Knöpfe.

Jedem Spiel lag eine Overlay-Folie bei, welche in eine entsprechende Halterung vor die Bildröhre gesteckt wurde. Dadurch konnten zum einen statische Strukturen (Gebäude, Bildschirmfenster) ohne spezielle Kennzeichnung voneinander abgegrenzt werden, zum anderen konnten einzelne Bereiche eingefärbt werden. Der Unterschied des Spieleindrucks mit oder ohne Overlay ist erstaunlich. Das Konzept wurde von Jay Smith bereits beim Microvision-Handheld verwendet.

Der Rechnerteil bestand aus einem mit 1,5 MHz getakteten Motorola-6809-Mikroprozessor, der mit zwei 512 Byte RAMs (1024 Bit x 4) vom Typ 2114 und einem (zum M2764A kompatiblen) 64 kBit EPROM (8 KBit x 8: 4 kB „Executive“ und 4 kB für Minestorm) verbunden war. Als Soundchip kam ein AY-3-8912 von General Instrument zum Einsatz. Die I/O-Leitungen wurden über einen Rockwell R6522 Controller gesteuert. Der Bildaufbau erfolgte komplett CPU-gesteuert, d. h. die CPU steuerte in Echtzeit das Zeichnen auf dem Schirm über eine X/Y-Ansteuerung der Bildröhre.

Der Bildschirm des Vectrex ist ein Schwarz-Weiß-Monitor (Modell Samsung 240RB40) mit der Bilddiagonale von 240 mm. Es handelt sich dabei um eine Kathodenstrahlröhre, die ansonsten für kleine Schwarz-Weiß-Fernseher verwendet wurde.

Spiele[Bearbeiten]

Spielmodul Blitz! mit Overlay für den Vectrex
Bildschirm mit Vektorgrafik: Heads Up Action Soccer Game

Die Anzahl der Spieleentwicklungen für das Vectrex war ob der kurzen Lebensdauer recht überschaubar. Mit Verkaufsbeginn der Konsole waren 12 Spiele verfügbar. In Europa wurden 21 Spiele von MB vertrieben. Insgesamt wurden 31 Titel veröffentlicht. Ende der 1990er Jahre gab Jay Smith alle Titel zum kostenfreien Kopieren für den Privateinsatz frei, so dass praktisch alle Titel, auch einige Prototypen, als neue Module verfügbar sind. Seit etwa 1996 erscheinen auch wieder neue Module, zum großen Teil sind diese frei verfügbar oder werden in Kleinauflagen verkauft.

Für alle frei verfügbaren Spiele gibt es auch die Möglichkeit, diese per Emulator am PC zu spielen. Das Erscheinungsbild der Vektorgrafik kann auf den zeilenbasierten PC-Monitoren jedoch nur unvollkommen wiedergegeben werden. Ein Emulator für das Vectrex ist der M.E.S.S..

Erweiterungen[Bearbeiten]

An Hardwareerweiterungen gab es außer einem zweiten Controller auch einen Lichtgriffel sowie den 3D-Imager, eine Brille, bei der durch eine mechanische Lochrasterscheibe ähnlich wie bei einer LCD-Shutterbrille das Bild abwechselnd für das linke oder rechte Auge freigegeben wurde und so eine 3D-Darstellung erlaubte. Die Lochrasterscheibe war gleichzeitig auch ein Farbrad, so dass die entstehenden Bilder auch farbig dargestellt werden konnten. Unter anderem war 1984 eine 3D-Portierung des Erfolgsspiels Pole Position in Vorbereitung. Kurz vor dem Einstellen der Vectrex-Produktion kam der 3D-Imager in kleinen Stückzahlen mit den Spielen „Crazy Coaster 3D“ und „Narrow Escape 3D“ auf den Markt.

Als weitere Entwicklungen im Prototypstadium waren ein berührungsempfindlicher Schirm, welcher mit allen Lichtgriffelanwendungen kompatibel war, sowie eine Tastatur- bzw. Computererweiterung geplant. Letztere sollte, wie bei anderen Konsolen, den Ausbau zum Heimcomputer ermöglichen, um so der Bedrohung des Konsolenmarkts durch die aufkommenden Heimcomputer zu begegnen.

Technische Spezifikationen[Bearbeiten]

Vectrex im Betrieb mit Spiel Minestorm
  • CPU: Motorola 6809A
  • Takt: 1,5 MHz
  • RAM: 1 kB (2 Bausteine Typ 2114)
  • ROM: 8 kB
  • Cartridge-ROM: bis 32 kB
  • Anzeige: 22 cm Schwarz-Weiß-Monitor, hochkant mit 256 × 256 Positionen
  • Sound: AY-3-8912 über eingebauten Lautsprecher

Komplette Liste aller in Europa veröffentlichten Spiele[Bearbeiten]

  • Armor Attack (1982)
  • Bedlam (1982)
  • Berzerk (1982)
  • Blitz (1982)
  • Clean Sweep (1982)
  • Cosmic Chasm (1982)
  • Flipper Pinball (1982) – Spinball in US/Kanada
  • Fortress of Narzod (1982)
  • Hyper Chase (1982)
  • Minestorm (1982) – eingebaut
  • Minestorm II (1983)
  • Rip Off (1982)
  • Scramble (1982)
  • Soccer Football (1983) – Heads-Up A.S. in US/Kanada
  • Solar Quest (1982)
  • Space Wars (1982)
  • Spike (1983)
  • Star Hawk (1982)
  • Star Ship (1982) – Star Trek in US/Kanada
  • Web Warp (1983) – Web Wars in US/Kanada

Zubehör[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]