Murat (Cantal)
| Murat | ||
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| Region | Auvergne | |
| Département | Cantal | |
| Arrondissement | Saint-Flour | |
| Kanton | Murat | |
| Gemeindeverband | Communauté de communes du Pays de Murat | |
| Koordinaten | 45° 7′ N, 2° 52′ O45.112.8686111111111908Koordinaten: 45° 7′ N, 2° 52′ O | |
| Höhe | 868–1.163 m | |
| Fläche | 6,47 km² | |
| Einwohner | 1.983 (1. Jan. 2010) | |
| Bevölkerungsdichte | 306 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 15300 | |
| INSEE-Code | 15138 | |
| Website | http://www.murat.fr/ | |
Murat ist eine französische Gemeinde mit 1983 Einwohnern (Stand 1. Januar 2010) im Département Cantal in der Region Auvergne; sie gehört zum Arrondissement Saint-Flour und ist Verwaltungssitz des Kantons Murat. Die Gemeinde gehört zur Intercommunalité Communauté de communes du Pays de Murat.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Murat liegt im Tal des Alagnon, duckt sich unterhalb des westlichen Vorgebirges der Monts du Cantal. Der Ort ist von drei Basaltfelsen umgeben, Reste alter vulkanischer Kamine, den Rocher de Bredons, de Bonnevie und de Chastel.
Geschichte [Bearbeiten]
10. bis 17. Jahrhundert [Bearbeiten]
Aufgrund seiner Lage entwickelte sich Murat ab dem 10. Jahrhundert und gelangte im 12. und 13. Jahrhundert zu Wohlstand. Im 14. Jahrhundert war Murat eine befestigte Stadt: im Schutz seiner Mauern befand sich an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt eine lebhafte Stadt. Zu der Zeit war jeder der drei Vulkankegel mit einer Festung bestückt.
Murat war während des Hundertjährigen Kriegs im Besitz der Engländer, dann der Grafen von Armagnac, des Hauses Savoyen und der Bourbonen. 1633 ließ Richelieu die imposante Burg auf dem Roche de Bonnevie, die nacheinander den Familien Murat, Cardaillac und Armagnac gehört hatte, schleifen, wozu sechs Monate benötigt wurden.
Zweiter Weltkrieg [Bearbeiten]
Während des Zweiten Weltkriegs war Murat eine Hochburg der Résistance. Die Altstadt, die Place de l'Hôtel de Ville und die Place du Balat waren 1944 Schauplatz dramatischer Ereignisse: am 12. Juni nahmen die Deutschen im Ort Verhöre und Festnahmen vor. Gegen 15 Uhr drang eine Gruppe von 75 Widerstandskämpfern in die Stadt ein und eröffnete das Feuer, wobei der Offizier Geissler, Sicherheitschef in Vichy, getötet wurde. In der Dämmerung zogen sich die Deutschen Richtung Saint-Flour mit 13 eigenen Toten und 3 gefallenen Milizionären zurück. Am 24. Juni kamen sie zurück, durchsuchten die Stadt und deportierten 120 Einwohner, von denen 80 nicht wieder zurückkehrten.
Die Franzosen aus Murat wurden über Compiègne zum KZ Neuengamme deportiert und die meisten im Außenlager Bremen-Farge eingesetzt. Anfang Juni 2012 wird in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme ein Denkmal enthüllt, das von der Stadt Murat gestiftet wurde, um an die Geschehnisse in Murat zu erinnern und um dort der deportierten und verstorbenen Einwohner zu gedenken.[1] [2] [3]
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
In Murat [Bearbeiten]
- Die mittelalterliche Altstadt. Murat besitzt noch viele Häuser aus dem Mittelalter und der Renaissance, darunter sieben geschützte Bauten, die in der Liste der Monuments historiques eingetragen sind:
- Die Stiftskirche Notre- Dame des Oliviers (Place Gandilhon-Gens-d'Armes) aus dem 13. und 14. Jahrhundert stammend und in der Folgezeit immer wieder erweitert.
- Der Pavillon des Halles (gegenüber der Stiftskirche) mit seinem metallenen Dachstuhl (19. Jahrhundert)
- Die ehemalige Vogtei (Place Gandilhon-Gens-d'Armes): aus dem 16. Jahrhundert mit einem Mauerwerk aus mit Kalk ausgefugten Vulkansteinen
- Das Renaissancehaus (Place Marchande)
- Das Tribunal (Rue du faubourg Notre-Dame), der ehemalige Dominikanerkonvent Sainte-Catherine de Sienne, 1771 abgebrannt und danach wieder aufgebaut
- Das Konsulatshaus (Rue du faubourg Notre-Dame) mit einer Fassade vom Ende des 15. Jahrhunderts.
- Die Ferme de la Pradal
- Die Maison de la faune, ein ehemaliges Privathaus aus dem 17. Jahrhundert, das heute ein Naturkundemuseum beherbergt.
In der Umgebung [Bearbeiten]
- Der Rocher de Bonnevie mit seinen Basaltorgeln, auf dem heute die 14 Meter hohe Statue Notre-Dame de la Haute-Auvergne steht, und wo sich früher die von Richelieu zerstörte Burg befand.
- Der Rocher de Bredons mit der romanischen Chapelle St-Thimothée von 1050, Hauptaltar mit Bibelszenen, geschaffen 1710 von Antoine Bayer; etwa 1,5 Kilometer von Murat entfernt.
- Der Rocher de Chastel-sur-Murat mit einer romanischen Kapelle aus dem 12. Jahrhundert.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
- Olonne-sur-Mer (Frankreich)
Literatur [Bearbeiten]
- Patrick Cabanel & Mona Ozouf (Vorw.): "Chère Mademoiselle...": Alice Ferrières et les enfants cachés de Murat 1941 - 1944. Calmann-Lévy, Paris 2010 ISBN 9782702139783 (in Frz.)[4] [5]
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ (fr) Antoine Sauret, Robert Navarre: L'indicible horreur du calvaire des déportés. (Titel übersetzt: Der unbeschreibliche Schrecken vom Leidensweg der Deportierten). En: Cantal Ouvrier et Paysan, mai 1965.
- ↑ Klaus Witzeling: Bekannte Orte, historisch gesehen. In: Hamburger Abendblatt vom 29. Mai 2012, Beilage Museumswelt Hamburg, Frühjahr 2012, p. 16
- ↑ Senatorin weiht Mahnmal für Deportierte aus Murat ein. In: Bergedorfer Zeitung, 7. Juni 2012
- ↑ Besprechung des Buches "Chère Mademoiselle ..." in Französisch
- ↑ Ferrières war eine Mathematik-Lehrerin an der Mädchenoberschule der Stadt. Sie half, in der Gegend jüdische Kinder zu verstecken und im Versteck zu unterrichten. Die Helfer retteten die Kinder dadurch vor den Deutschen, vor der Vernichtung. Ferrières wurde dafür als erste Französin 1964 als Gerechte unter den Völkern ausgezeichnet, als zweite Person dieser Nationalität überhaupt. Sie war die Schwägerin von Jean Cavaillès. Die ebenfalls beteiligte Lehrerin Marthe Cambou (Barnet) erhielt 2004 diese Ehrung. Weiterhin war Marie Sagnier (1898 - 1996) als Direktorin der Schule besonders beteiligt und wurde daher 1985 geehrt. An Sagniers späterem Wirkungsort Clermont-l'Hérault gibt es auch ein örtliches Gedenken und eine Erinnerungstafel
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