NS-Baureihe SLT

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Sprinter Lighttrain (SLT)
Sprinter Lighttrain in sechsteiliger Ausführung
Sprinter Lighttrain in sechsteiliger Ausführung
Anzahl: 4-Teiler: 69
6-Teiler: 62
Hersteller: Bombardier, Siemens
Baujahr(e): 2007 ff.
Achsformel: 4-Teiler: Bo'(2')(2')(Bo')Bo'
6-Teiler: Bo'(Bo')(2')(2')(2')(Bo')Bo'
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Kupplung: 4-Teiler: 69,36m
6-Teiler: 100,54m
Leermasse: 4-Teiler: 129 t
6-Teiler: 176 t
Dienstmasse: 4-Teiler: 144 t
6-Teiler: 192 t
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Traktionsleistung: 4-Teiler:1.500 kW
6-Teiler: 2.000 kW
Stromsystem: 1,5 kV Gleichstrom
Sitzplätze: 4-Teiler: 222
6-Teiler: 332
Stehplätze: 4-Teiler: 68
6-Teiler: 108

Der SLT oder Sprinter Lighttrain ist ein elektrischer Nahverkehrstriebzug (EMU - electric multiple unit) des Betreibers Nederlandse Spoorwegen.

Einsatzgebiete[Bearbeiten]

Der Name Sprinter steht für den Einsatz im S-Bahn ähnlichen Verkehr, da durch breite Einstiege schnelle Fahrgastwechsel möglich werden. Die Züge, die in Anlehnung an den bewährten ET 425 entwickelt wurden, verbinden im Regional- und Nahverkehr die Ballungsräume im Westen der Niederlande miteinander. Dabei werden sie ältere Fahrzeuge schrittweise ersetzen.

Die Züge entsprechen dem neuen niederländischen Eisenbahngesetz RKS (Regeling keuring spoorvoertuigen). Das deckt unter anderem ein Kollisions-Szenario eines Aufpralls mit 110 Kilometer pro Stunde auf ein 15 Tonnen schweres Hindernis ab.

In Kritik geriet die Bahngesellschaft, da sämtliche Sprinter-Züge ohne Toiletten ausgerüstet sind. Dies sei, so die Niederländischen Eisenbahnen, auf Kurzstrecken nicht nötig, da hierbei die WCs kaum genutzt würden. Allerdings wurden in jüngster Zeit vermehrt auch Sprinter-Garnituren für längere Bahnstrecken eingesetzt.[1]

Hersteller[Bearbeiten]

Am 20. Juli 2005 haben die Niederländischen Eisenbahnen ein Konsortium aus Bombardier Transportation und Siemens Transportation Systems mit dem Bau der insgesamt 35 Züge beauftragt. Die Sechsteiler wurden im Siemens-Werk in Krefeld-Uerdingen montiert, die Vierteiler beim Konsortialführer Bombardier. Die Inbetriebsetzung aller vierteiligen Einheiten erfolgte im Bombardier-Werk in Aachen, die der sechsteiligen Einheiten im Siemens Prüfcenter Wegberg-Wildenrath. Ende Februar 2009 hatte der Kunde Nederlandse Spoorwegen die ersten beiden Züge des Konsortiums aus Siemens und Bombardier abgenommen.

Zwei Optionen wurden im September 2007 von den Niederländischen Eisenbahnen eingelöst. Hierbei handelte es sich um zusammen weitere 32 vierteilige und 32 sechsteilige Elektrotriebzüge im Gesamtwert von 399 Millionen Euro, wobei der Anteil von Bombardier bei 162 und der von Siemens bei 237 Millionen Euro lag. Auch hier wurden die Vierteiler in den Bombardier-Produktionsstätten in Aachen und Hennigsdorf, und die Sechsteiler bei Siemens in Krefeld-Uerdingen hergestellt. Im September 2009 wurde die dritte Option über 19 vier- und 13 sechsteilige Zugeinheiten eingelöst. Davon wurden alle 13 Sechsteiler und ein Vierteiler bei Siemens, die anderen 18 Vierteiler bei Bombardier gefertigt. Weitere Optionen, die zunächst vorgesehen waren, wurden nicht mehr eingelöst.

Bilder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Niederländische Bahn plant "Pinkel-Beutel". Artikel auf derstandard.at vom 7. Oktober 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sprinter Lighttrain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien