Nachitschewan am Don

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Dieser Artikel befasst sich mit der ehemals selbständigen Stadt Nachitschewan am Don in Südrussland (heute Stadtteil von Rostow am Don); zu der gleichnamigen Mutterstadt im heutigen Aserbaidschan siehe Naxçıvan (Stadt).

47.23333333333339.716666666667Koordinaten: 47° 14′ N, 39° 43′ O

Karte: Russland
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Nachitschewan am Don
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Russland
Wappen von Nachitschewan, 1811
Heilig-Kreuz-Kirche Surb Chatsch

Nachitschewan am Don (russisch Нахичевань-на-Дону/Nachitschewan-na-Donu; armenisch Նախիջևան; auch Nor-Nachitschewan, dt. Neu-Nachitschewan genannt), war eine bis 1928 selbständige Stadt im Süden Russlands und ist heute ein Stadtteil von Rostow am Don. Nachitschewan hatte eine wichtige Bedeutung als einer der Hauptorte der in Russland lebenden Armenier.[1]

Name[Bearbeiten]

Nachitschewan wurde 1779 von Armeniern von der Krim gegründet und ist nach der damals teilweise von Armeniern, teilweise von Aserbaidschanern bewohnten Stadt Nachitschewan (heute Naxçıvan, Aserbaidschan) im Kaukasus benannt. Der Name „Nachitschewan“ stammt laut dem Begründer der modernen armenischen Linguistik, Heinrich Hübschmann, aus dem Armenischen, bedeutet wörtlich „Ort der Landung“ und nimmt damit klaren Bezug auf die Landung von Noahs Arche am Berg Ararat.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Nachitschewan wurde von armenischen Kaufleuten gegründet, die von Katharina II. im 18. Jahrhundert eingeladen wurden. Ursprünglich lebten fast ausschließlich vom Kaukasus und der Krim umgesiedelte Armenier in der Stadt. Nachitschewan am Don ist auch heute noch überwiegend von Armeniern bewohnt.[3] Iossif Argutinski-Dolgoruki (1743–1801), ein armenischer Geistlicher, leitete die Umsiedelung der Armenier von der Krim und war an der Gründung des neuen Nachitschewans am Don unmittelbar beteiligt.[4] Im Jahr 1900 besaß die Stadt eine griechisch-katholische und sieben armenische Kirchen, ein armenisches Kloster sowie ein armenisches geistliches Seminar, eine Realschule und acht andere Schulen, ein Theater sowie mehrere Fabriken und große Handelsfirmen (Getreide, Holz). Sie hatte damals 30.900 Einwohner[1], gegenüber den 119.500 Einwohnern der 1761, kurz vor Nachitschewan, gegründeten Schwesterstadt Rostow weiter westlich am gleichen Ufer des Don.

Nachdem Nachitschewan im Jahr 1928 eingemeindet wurde, stieg Rostow zur vorübergehend drittgrößten Stadt Russlands auf. Die ehemalige Grenze zwischen den zwei Städten ist der heutige Theaterplatz. Der Don, bei Rostow ein zweihundert Meter breiter Strom, bedingte im 19.Jahrhundert sowohl für Rostow als auch für Nachitschewan eine optimale Ausgangslage für den Handel zwischen den neuen Gebieten Russlands im Kaukasus und Asien und dem Schwarzen Meer (und damit dem Mittelmeer und dem Westen). Um 1900 baute die Societé Anonyme Belge die erste Straßenbahn zwischen Rostow und Nachitschewan.[5]

Die armenisch geprägte Geschichte Nachitschewans wird im Rostower Museum der russisch-armenischen Freundschaft behandelt, gelegen in der architektonisch bedeutenden ehemaligen armenischen Kirche Surb Chatsch (dt. Heilig-Kreuz; kyrillisch Сурб Хач) in Nachitschewan.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Nachitschewan. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Bd. 14, Bibliographisches Institut, Leipzig 1902–1909, S. 359–360.
  2. http://fni.com/cim/technicals/noah.txt
  3. http://german.ruvr.ru/radio_broadcast/4004571/4004761.html
  4. http://www.dontourism.ru/de/city_view.aspx?id=91
  5. Sabine Richenbächer: Sabina Spielrein. Eine fast grausame Liebe zur Wissenschaft. München 2008: S. 17 ff.