Neugablonz

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Dieser Artikel behandelt Kaufbeuren-Neugablonz. Zu Orten namens Neu Gablonz siehe dort.
Herz-Jesu-Kirche

Neugablonz ist eine der fünf nach dem Zweiten Weltkrieg gegründeten bayerischen Vertriebenengemeinden und heute mit 12.597 Einwohnern (Stand 30. Juni 2009) der größte Stadtteil der Stadt Kaufbeuren.

Geschichte[Bearbeiten]

Trümmer der Sprengstofffabrik

Seit 1939 wurde in dem nordöstlich von Kaufbeuren gelegenen Waldgebiet Kaufbeuren-Hart eine Sprengstofffabrik der Dynamit AG, vormals Alfred Nobel u. Co, für die Versorgung der deutschen Kriegswirtschaft mit Munition aufgebaut. Dort wurden Zwangsarbeiter aus dem nahegelegenen Außenlager Riederloh in Steinholz bei Mauerstetten, einer Außenstelle des KZ Dachau, eingesetzt.

Auf dem Gelände der ehemaligen Sprengstofffabrik siedelten sich nach 1945 etwa 18.000 Vertriebene aus der Region um Gablonz (heute: Jablonec nad Nisou in Tschechien) an und bauten die in ihrer Heimat zurückgelassene Schmuck- und Glasindustrie (Gablonzer Bijouterie) wieder auf. Aus dem Hintergrund der Vertreibung und Neuansiedlung heraus wandelte sich der Name des Stadtteiles von Kaufbeuren-Hart zu Neugablonz.

typischer Glasschleifer

Noch immer ist Neugablonz ein Zentrum der Modeschmuckproduktion. Die wirtschaftliche Situation hat sich jedoch verändert, vor allem durch das Aufkommen asiatischer „Billig“-Konkurrenz. Es gibt aber noch immer mehr als 100 Betriebe der Gablonzer Industrie, die Modeschmuck sowie Schmuckkomponenten entwerfen und herstellen.

Zusammen mit Neutraubling, Geretsried, Traunreut und Waldkraiburg ist Neugablonz eine der bayerischen Vertriebenenstädte/-Gemeinden mit vergleichbarer Kriegs- und Nachkriegsgeschichte.

Der kommunistisch orientierte Teil der aus Gablonz Vertriebenen siedelte sich in Brandenburg im 1937 aufgelassenen Dorf Zinna an, das unter dem Namen Neuheim wiedergegründet wurde. 1946 wurde dort die Genossenschaft „Gablona“ gegründet, aus der die VEB Gablona, heute Gablona GmbH wurde, die sich nach wie vor mit Glas, Schmuck und Galvanisierung beschäftigt.[1]

In den letzten Jahren hat sich Neugablonz zu einem Zentrum russlanddeutscher Spätaussiedler entwickelt. Spätaussiedler stellen mit einer Zahl von 5.200 rund 40 Prozent der Neugablonzer Bevölkerung und bereichern die Stadt mit den eigenen Läden und Unterhaltungsstätten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Erlebnisausstellung der Gablonzer Industrie
  • Isergebirgs-Museum Neugablonz
  • Stadtrundgänge
  • Weg des Schmucks
  • Werksbesichtigungen in den Modeschmuckbetrieben

Vereine[Bearbeiten]

Der BSK Olympia Neugablonz bestritt Spiele in der ersten DFB-Pokalrunde gegen Frankfurt und 1860 München, damals noch als BSG Neugablonz. Der BSK, wie er heute besteht, war ein Zusammenschluss der Vereine BSG Neugablonz und der Olympia Kaufbeuren. Neugablonz besitzt ein Vereinsheim in Neugablonz am Riederloh. Das Stadion, das anfangs auch dem BSK gehörte, musste aber wegen finanzieller Probleme an die Stadt Kaufbeuren verkauft werden. Die Haupttribüne bietet Platz für 300 Personen.

Kirchen und Kapellen[Bearbeiten]

Folgende Kirchen finden sich in Neugablonz:

Luftaufnahme von Neugablonz mit Blick auf die Sudetenstraße und Herz-Jesu-Kirche

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neugablonz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.gablona.de/Firmenhistorie/firmenhistorie.html Firmengeschichte der Gablona GmbH

47.9110.64Koordinaten: 47° 55′ N, 10° 38′ O