Newe Schalom

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31.81766666666734.979805555556Koordinaten: 31° 49′ N, 34° 59′ O

Karte: Israel
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Newe Schalom
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Israel
Newe Schalom / Wahat al-Salam

Newe Schalom und/oder Wahat al-Salām (hebr. נווה שלום, arabisch ‏واحة السلام‎, DMG Wāḥat as-Salām, dt. „Oase des Friedens“; Umschrift im englischen auch als Neve Shalom) ist ein von Bruno Hussar 1970 gegründetes Friedensdorf. Es liegt gleichweit entfernt von Tel Aviv-Jaffo und Jerusalem und wurde in den frühen 1970 igern auf dem Land gegründet, welches das benachbarte Kloster von Latrun dem Dorf verpachtet hatte. Das Dorf wird von jüdischen und arabischen Israelis bewohnt. «Sie setzen sich miteinander für Gleichberechtigung und Verständigung zwischen beiden Völkern ein.»[1] Bis 2012 ist das Dorf auf über 60 Familien angewachsen, mit gleicher Anzahl von Juden und Arabern. Letztendlich wird das Dorf 140 Familien beherbergen.


Der Name leitet sich von Jesaja 32,18 ab: Mein Volk wird an einer Stätte des Friedens wohnen, in sicheren Wohnungen, an stillen und ruhigen Plätzen. Heute sind Mitglieder von NS/WS sind der lebendige Beweis dafür, daß friedliche Partnerschaft zwischen Juden und Palästinensern in einer auf Toleranz, gegenseitiger Achtung und Zusammenarbeit beruhenden Gemeinschaft möglich ist. Die Gemeinschaft wird demokratisch verwaltet und gehört den Mitgliedern, daher ist es unabhängig von politischen Parteien und Bewegungen. NSWAS setzt diese Idee in verschiedenen Bereichen in praktische Arbeit um:


Kindergarten und Grundschule Newe Schalom/Wahat al-Salam http://nswas.org/school

Die Idee, Bildungseinrichtungen aufzubauen, welche die Grundsätze von NS/WS, friedliche Partnerschaft und Gleichberechtigung, realisieren, entstand mit der Geburt der ersten Kinder im Dorf. Eine binationale Kinderkrippe wurde eingerichtet und bald darauf ein Kindergarten und eine Grundschule, die einige Jahre später auch für Kin- der von außerhalb des Dorfes geöffnet wurde. Heute ist das Schulsystem von der Kinderkrippe bis zur Junior High School angewachsen und zählt über 200 Kinder; 90% von ihnen kommen aus umliegenden jüdischen und arabischen Ortschaften. Die Schule von NS/WS war in dieser Größe die erste vollständig binationale und zweisprachige Schule für jüdische und palästinensische Kinder in ganz Israel. Bereits in der Kinderkrippe und im Kindergarten sprechen die in Kooperation arbeitenden jü- dischen und arabischen Erzieher/Innen ausschließlich in ihrer eigenen Sprache mit al- len Kindern; in der Schule wird diese Arbeitsweise fortgesetzt. Vom Kleinkindalter an beginnen die Kinder, sich ihrer Identität, ihrer Kultur und ihrer Traditionen bewusst zu werden. Dies geschieht in einer Atmosphäre der Offenheit und Toleranz, die die Kinder dazu ermutigt, einander zu akzeptieren und zu achten. Die pädagogische Arbeit in NS/WS beruht auf folgenden Grundsätzen:

  • gleichstarke Beteiligung von Juden und Palästinensern an der Verwaltung und am Unterricht;
  • langfristige Bereitstellung von Einrichtungen, die die natürliche Begegnung von Kindern beider Völker im Alltag ermöglichen; 
  • gleichberechtigter Gebrauch von Hebräisch und Arabisch als Unterrichtssprachen;
  • Förderung der Identitätsbildung in den Kindern dadurch, daß man sie mit ihrer je- weiligen Kultur und Tradition vertraut macht und ihnen zugleich Achtung gegen- über der Tradition der jeweils anderen vermittelt.

Eines der Ziele von NSWAS war, die Konzeption seiner Bildungseinrichtungen zu einem tragfähigen Modell für Städte oder Regionen mit binationaler Bevölkerung auszubauen. Wir sind überzeugt, dass ein Lernumfeld für Kinder, welches Verständnis zwischen den beiden Völkern fördert, ein wesentlicher Schritt ist auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden. In den letzten Jahren haben wir erleben dürfen, dass auf der Basis unserer frühen Bemühungen weitere bilinguale Schulen entstanden sind.


Die Friedensschule http://www.sfpeace.org

Die Friedensschule trägt die Idee Neve Shalom/Wahat al-Salams bereits seit 1979 nach außen. Sie nimmt die Prinzipien, auf denen die Gemeinschaft gegründet wurde, durch Verständigungsarbeit zwischen Juden und Arabern auf. Diese Arbeit wird durch die Vision einer humanen, gleichberechtigten und gerechten Gesellschaft getragen. Das Ziel der Kursleiter ist es, in den Gruppen ein Bewusstsein für den Konflikt und die jeweils eigene Bedeutung der Teilnehmer dabei zu entwickeln und ihnen durch Interaktion mit anderen die Möglichkeit zu geben, ihre Identität zu entdecken und zu bereichern. Folgende Programme werden von der Friedensschule durchgeführt:

  • Binationale und uni-nationale Workshops über den Konflikt für palästinensische und jüdische Jugendliche; 
  • Seminare und Fortbildungen für Erwachsene, z.B. Lehrer, Referendare, Sozialar- beiter u.a.; 
  • Begegnungstraining mit Israelis und Palästinensern aus den Autonomiegebieten zusammen mit gemeinnützigen palästinensischen Organisationen 
  • Ausbildungskurse für GruppenleiterInnen/Vermittler;
  • Ein-Jahres-Ausbildungskurse für Studenten in Zusammenarbeit mit vier israelichen Universitäten;
  • Kurse zur Stärkung arabischer und jüdischer Frauen;
  • Fortbildungen für Leute aus dem Ausland;
  • Begegnungskurse um das Bewusstsein für Gruppenkonflikte in der arabischen und jüdischen Gesellschaft zu fördern

Sämtliche Aktivitäten werden von einem jüdisch-palästinensischen Team gemeinsam durchgeführt. Die Mitarbeiter sind im Sozial- und Verhaltensbereich akademisch geschult und haben eine spezielle Ausbildung für die Arbeit mit Konfliktgruppen erhalten. Im Laufe ihrer langjährigen Erfahrung und damit einhergehender anwendungsbezogener Forschung hat die Friedensschule eine Erziehungsmethode entwickelt die besonderen Wert auf Grundlagen wie Machtverhältnisse und Erkundung ethnischer und nationaler Identitäten legt.

Ca. 45,000 junge Leute haben Kurse der Friedensschule durchlaufen. Über 300 Erwachsene, von denen viele inzwischen in anderen Organisationen arbeiten, haben eine Ausbildung in Konfliktmanagement absolviert. Die Friedensschule hat ein For- schungszentrum für Dokumentation und Forschung aufgebaut, das sich sowohl mit der Arbeit der Friedensschule und anderen Organisationen, die die jüdisch-arabische Begegnung behandeln, als auch mit allgemeinen Studien zu jüdisch-arabischen Beziehungen befasst. Für die Zukunft plant die Friedensschule, ein Programm für weiterführende Studien über Konflikt- und Friedensstudien aufzubauen, das vor Ort ausgeführt wird. Für ihre Arbeit hat die Friedensschule zahlreiche in- und ausländische Auszeichnungen erhalten. Publikationen, die ihre speziellen Arbeitsmethoden beschreiben, sind in Arabisch, Hebräisch und Englisch erhältlich.


Doumia/Sakinah- der Ort des Schweigens Pluralistisches spirituelles Zentrum in Erinnerung an Bruno Hussar http://nswas.org/doumia-sakinah

Dies ist eine Einrichtung für Begegnungen, wissenschaftliche Studien und zum Nachden- ken, für die Gleichberechtigung, Gerechtigkeit und Versöhnung die Grundlage bilden. Die Aktivitäten des Zentrums sind inspiriert von den geistigen Quellen und den spirituellen Traditionen des Nahen und Mittleren Ostens und der Welt insgesamt. Die Programme beinhalten vor allem offenen interreligiösen und interkulturellen Dialog und die Förde- rung von Frieden. Das Pluralistisch-Spirituelle Zentrum liegt geschützt für sich in einer landschaftlich liebe- voll gestalteten Ecke des Dorfes und umfasst das Haus der Stille (Bet Doumia/ Bet as- Sakinah) zum Nachdenken und Meditieren (seit 1980), und das Haus der Begegnung, des Gebets und des Studiums (seit 2006). Das Zentrum führt eigene Programme durch und lädt andere Gruppen ein, die Einrichtungen für ähnlich ausgerichtete Aktivitä- ten anzumieten. Das Pluralistisch-Spirituelle Zentrum wurde auf Initiative der NSWAS-Gründer Bruno Hussar und Anne LeMeignen errichtet.


Der Jugendclub

Der Jugendclub bietet während des Schuljahres und auch in den Ferien den Rahmen für eine Vielzahl anregender, spaßiger und herausfordernder außerschulischer Aktivitäten für die jungen Leute des Dorfes. Der Club wird von Mitgliedern der Gemeinde auf Freiwilligenbasis organisiert, von einem teilzeitbeschäftigten Jugendleiter betrieben und von einer immer weiter steigenden An- zahl von Eltern und auch älteren Jugendlichen unterstützt. Die Ziele des Jugendclubs sind zum einen Betreuung und Förderung zwischenmenschlicher Be- ziehungen, die Stärkung des freiwilligen Einbringens in die Gemeinschaft und des Bewusstseins für jüdisch-palästinensische Beziehungen und sozialer Gerechtigkeit, aber auch das Großschreiben der Werte von gegenseitiger Akzeptanz und Respekt gegenüber anderen, das Herausbilden von individueller und sozialer Verantwortung gegenüber den Freunden, der unmittelbaren Gemeinschaft, anderen jüdischen und palästinensischen Gemeinden und insgesamt in der Gesellschaft. Die Jugend des Dorfes verlässt nach dem Abschluss der bilingualen Grundschule aufgrund des Bildungsweges oder auch diverser persönlicher Interessen das Dorf. Der Jugendclub bietet für sie eine Möglichkeit zusammen zu bleiben und ihre gemeinsame Teilnahme in der Gemeinde fortzusetzen.


Freunde von Neve Shalom/Wahat al-Salam

Sämtliche Aktivitäten und die weitere Entwicklung von Neve Shalom/Wahat al-Salam hängen von moralischer und finanzieller Unterstützung all derer ab, die von unseren Zielen überzeugt sind. Ein Netzwerk von Freundeskreisen in verschiedenen Ländern versendet aktuelle Berichte über unsere Arbeit und sammelt Spenden fuer die vier vorgestellten Friedenspaedagigischen Projekte: die Grundschule von Newe Schalm/Wahat al-Salam, die Friedensschule, Der Jugendclub Nadi sowie das pluralistisch-religioese Zentrum Doumina/Sakinah. Wenn Sie helfen möchten, wenden Sie sich bitte die Freunde von Newe Shalom/Wahat al-Salam in der http://nswas.ch/5/Home.html oder in http://www.bruno-hussar-stiftung.de.


Humanitäre Hilfe

NSWAS arbeitet in einem Programm, das palästinensischen Dorfbewohnern, die von dem anhaltenden Konflikt betroffen sind, humanitäre Unterstützung bietet (normaler- weise medizinische Hilfe aber nicht ausschliesslich). Das Projekt wird von Bewohnern NSWAS auf freiwilliger Basis durchgeführt und durch Geld- und Sachspenden aus Is- rael und dem Ausland unterstützt. Hilfe kommt auch von den Zinsen der Bruno-Hussar-Stiftung. Nähere Informatio- nen über die Bruno-Hussar-Stiftung sind auf der Webseite zu finden. (www.nswas.org/rubrique50.html)


Voluntärsprogramm

Neve Shalom/ Wahat al-Salam bietet ein Rahmenprogramm an, das es ermöglicht, für ein paar Monate im Dorf zu leben und zu arbeiten im Austausch für Lebensunter- haltungskosten. Das Programm ist grösstenteils für junge Menschen gedacht und der durchschnittliche Aufenthalt ist zwischen sechs Monaten und einem Jahr. Details über Bedingungen und Bewerbungsvorgang können auf der http://nswas.com/ nachgelesen werden.


Das Gästehaus http://hotel.nswas.org

Zentral zwischen Tel Aviv und Jerusalem, landschaftlich wunderschön gelegen, bietet unser preiswertes Gästehaus Einzelpersone, Familien und Gruppen die Moeglischkeit Zeit in Newe Schalom / Wahat al-Salam zu verbringen. Es ist ein attraktives Quartier im Herzen von Israel und bietet für Besuchergruppen den Besuch des Dorfes und die Teilnahme an Programmen an. Die Zimmer und Bungalows des Gästehauses sind geschmackvoll eingerichtet; sie verfügen über eine Klimaanlage, einen eigenen Balkon und einen separaten Eingang. Einrichtungen und Verpflegung für Konferenzen, Seminare und andere Veranstaltungen stehen zur Verfügung. Während der Saison ist ein Freibad geöffnet. Für Gruppen, die einen Tagesbesuch oder eine Übernachtung planen, kann eine allgemeine Einführung zu Newe Shalom/Wahat al-Salam einschliesslich eines Videos und einer Diskussion mit einem Mitglied der Gemeinschaft arrangiert werden.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Newe Schalom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zitat aus "Oase des Friedens" abgerufen am 29. August 2012