Nicolaus von Minckwitz

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Nicolaus (auch: Nikolaus, Nickel) von Minckwitz (* etwa 1485; † 1549) war ein deutscher Adliger des 16. Jahrhunderts aus dem mitteldeutschen Geschlecht derer von Minckwitz. Er wurde als Förderer der Reformation bekannt.

Leben[Bearbeiten]

Nickel war zusammen mit seinen Brüdern Georg und Kaspar Herrscher von Sonnewalde und zudem Landvogt der Lausitz. 1522 setzten sie dort einen lutherischen Prediger ein. 1530 führten sie eine eigene Kirchenordnung ein. 1528 kam es zu einer folgenschweren Fehde. Heinrich Queiß auf Plössin (jetzt Blossin) führte Beschwerde über seinen Schäfer beim zuständigen Bischof von Lebus, Blumenthal. Dieser befasste sich, nach Ansicht von Queiß, nicht ausführlich genug mit diesem Sachverhalt. Heinrich Queiß verband sich daher mit Nickel von Minckwitz und Otto von Schlieben und rächte sich an dem Bischof: In der Nacht vom 8. zum 9. Juli 1528 überfiel Nickel von Minckwitz mit seinen Truppen die bischöfliche Residenzstadt Fürstenwalde und plünderte die Stadt, wodurch viele Bürgerhäuser, der Dom und die bischöflichen Gebäude zerstört wurden.

Bischof Georg von Blumenthal war zuvor bereits aus der Stadt nach Grimnitz geflohen, wo sich der Kurfürst aufhielt. Kurfürst Joachim I. verurteilte das Vergehen von Minckwitz, ebenso Martin Luther. Joachim I. stellte Kampftruppen auf und ließ gegen Nickel die Reichsacht verhängen. Einige Jahre später konnte Nickel gegen seine feierliche Unterwerfung die Aufhebung der Ächtung erreichen.[1]

Die Fehde des Ritters von Minckwitz gegen den Bischof von Lebus wurde literarisch von Theodor Fontane verewigt.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Florian Wilke: Bischofsresidenz Fürstenwalde/Spree. Fürstenwalde 1993.
  • Georg F.G. Goltz: Diplomatische Chronik Fürstenwalde. Fürstenwalde 1837.
  • Günther H. Wiege: Nickel von Minckwitz. 1999.
  • Ralf Gebuhr: Nickel von Minckwitz und der frühneuzeitliche Schlossbau in der Niederlausitz. In: Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit, Bulletin 5, 2002, S. 61–67.
  • Ingo Materna, Wolfgang Ribbe, Kurt Adamy: Brandenburgische Geschichte. Berlin 1995, T.2, S. 263.
  • Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemaligen Bistums Lebus und des Landes dieses Namens. Berlin 1829, S. 272ff.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ingo Materna, Wolfgang Ribbe, Kurt Adamy: Brandenburgische Geschichte. Akademie-Verlag, 1995, ISBN 3-05-002508-5, S. 263, Google-Buchvorschau
  2. Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg Band 4 (Spreeland) „Zwischen Spreewald und Wendischer Spree“ – Blossin. Volltext im Projekt Gutenberg-DE