Fürstenwalde/Spree

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Fürstenwalde/Spree
Fürstenwalde/Spree
Deutschlandkarte, Position der Stadt Fürstenwalde/Spree hervorgehoben
52.35861111111114.06416666666743Koordinaten: 52° 22′ N, 14° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oder-Spree
Höhe: 43 m ü. NHN
Fläche: 70,68 km²
Einwohner: 30.967 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 438 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15517
Vorwahl: 03361
Kfz-Kennzeichen: LOS
Gemeindeschlüssel: 12 0 67 144
Stadtgliederung: Kernstadt und 1 Ortsteil
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 4
15517 Fürstenwalde/Spree
Webpräsenz: www.stadt-fuerstenwalde.de
Bürgermeister: Hans-Ulrich Hengst (parteilos)
Lage der Stadt Fürstenwalde/Spree im Landkreis Oder-Spree
Bad Saarow Beeskow Berkenbrück Briesen Brieskow-Finkenheerd Diensdorf-Radlow Eisenhüttenstadt Erkner Friedland Fürstenwalde/Spree Gosen-Neu Zittau Groß Lindow Grünheide Grunow-Dammendorf Jacobsdorf Langewahl Lawitz Briesen (Mark) Mixdorf Müllrose Neißemünde Neuzelle Ragow-Merz Rauen Reichenwalde Rietz-Neuendorf Schlaubetal Schöneiche Siehdichum Spreenhagen Steinhöfel Storkow Tauche Vogelsang Wendisch Rietz Wiesenau Woltersdorf Ziltendorf BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Fürstenwalde/Spree (niedersorbisch Pśibor pśi Sprjewje[2]) ist die bevölkerungsreichste Stadt im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg. Sie ist ein wichtiges Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum.

Die Stadt wurde im 13. Jahrhundert gegründet und war ein wichtiger Umschlagplatz zwischen Berlin und Polen. Sie ist eine der brandenburgischen Domstädte. Diesem Umstand wird mit dem offiziellen Namenszusatz Domstadt Rechnung getragen.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Fürstenwalde liegt etwa 60 Kilometer ostsüdöstlich Berlins und zirka 30 Kilometer westlich der Stadt Frankfurt (Oder). Zur Stadt Müncheberg im Norden sind es knapp 20 Kilometer, zur Kreisstadt Beeskow im Südsüdosten etwa 25 Kilometer.

Durch das Stadtgebiet führen jeweils in Ost-West-Richtung die Bahnstrecke Berlin-Frankfurt (Oder), die (Fürstenwalder) Spree, als Teil der Spree-Oder-Wasserstraße sowie die Bundesautobahn 12.

Geologie[Bearbeiten]

Fürstenwalde liegt innerhalb des Berliner Urstromtales, welches in diesem Abschnitt von der Spree durchflossen wird. Typisch für eine Stadtgründung in einem Urstromtal entstand Fürstenwalde an einer Engstelle des Tales, an der es im Mittelalter vergleichsweise bequem zu durchqueren war.

Südlich der Stadt erheben sich recht markant die Rauener Berge; nördlich schließt sich die Grundmoränenfläche des Landes Lebus an.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Fürstenwalde grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Die Ortsteile Jänickendorf, Beerfelde, Buchholz und Neuendorf im Sande der Gemeinde Steinhöfel, Berkenbrück, Langewahl, der Bad Saarower Ortsteil Petersdorf, Rauen, die Ortsteile Markgrafpieske und Braunsdorf der Gemeinde Spreenhagen sowie der Grünheider Ortsteil Hangelsberg.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Fürstenwalde gliedert sich in die drei Stadtteile Mitte, Nord und Süd. Dabei stellen die Eisenbahntrasse Berlin-Frankfurt (Oder) die Grenze zwischen den Stadtteilen Mitte und Nord und die Spree die Grenze zwischen den Stadtteilen Mitte und Süd dar.

Des Weiteren gehört der Ortsteil Trebus, etwa fünf Kilometer nördlich des Zentrums, zur Stadt.

Weitere außerhalb der Kernstadt liegende Ortsteile ohne eigenständigen Status sind Molkenberg im Norden, Buschgarten im Osten sowie Rauensche Ziegelei (Fürstenwalde Südwest), Heideland (Ausbau West) und Große Tränke westlich der Stadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Namensgebung[Bearbeiten]

Die Deutung des Namens Fürstenwalde ist umstritten: Zum einen wird der Name als Kennzeichnung einer fürstlichen Gründung verstanden,[3] ein anderer Ansatz ist die Herleitung über die Lage der Stadt an einer Furt im Walde.

In den ersten Jahren der DDR, 1950/51, wurde im Rahmen der Beseitigung „feudalistischer“ Traditionen eine Umbenennung der Stadt in Spreestadt oder Spreewalde diskutiert, die aber vom Innenministerium der DDR nicht genehmigt wurde.[4]

Vorgeschichte und Stadtgründung[Bearbeiten]

Bereits im ersten Jahrhundert nach Christus soll es auf dem Gebiet des heutigen Fürstenwaldes eine Siedlung namens Susudata gegeben haben.[5]

Die erste urkundliche Erwähnung Fürstenwaldes war im Jahr 1272 (als Furstenwalde), die Stadt dürfte jedoch bereits zwischen 1225 und 1250 gegründet worden sein. Begünstigt wurde die Stadtgründung durch die Lage an einer Furt durch die Spree. Die Stadt wurde mit einem geregelten Straßennetz angelegt, welches sich in großen Teilen bis heute erhalten hat. Wenige hundert Meter spreeabwärts gibt es die sogenannte Alte Stadt, deren Name auf eine (wahrscheinlich slawische) Vorgängersiedlung deutet. Die Bezeichnung hat sich bis heute in einigen Straßennamen erhalten.

Den Aufstieg der Stadt zu einer der wohlhabendsten der Mark Brandenburg verdankt sie aber der Tatsache, dass die Spree ab hier nicht mehr schiffbar war. Die Waren von und zur nächsten Wasserstraße, der Oder, wurden auf dem Landweg verbracht. Da Fürstenwalde das Niederlagsrecht besaß, waren die Händler verpflichtet, die Waren vor Ort anzubieten, bevor sie umgeschlagen und weitertransportiert wurden.

Der falsche Waldemar[Bearbeiten]

In den Auseinandersetzungen um den Falschen Waldemar spielte Fürstenwalde eine wichtige Rolle. Im Jahre 1348 zog der Falsche Waldemar in die Mark und versuchte die Städte für sich zu gewinnen. Der Bischof von Lebus sprach sich für Waldemar aus. Mehrere Städte, darunter Fürstenwalde, widersetzten sich dem Bischof und hielten weiter zu dem Markgrafen Ludwig. In den folgenden Auseinandersetzungen zogen die Anhänger Ludwigs den Kürzeren. Fürstenwalde musste daraufhin Waldemar „ansehnliche Lieferungen“ leisten. Ende Oktober 1348 eroberte Ludwig aber Fürstenwalde wieder zurück und bestätigte Fürstenwalde daraufhin seine alten Rechte und Privilegien.[6]

Die Stadt wird Bischofssitz[Bearbeiten]

Auf Betreiben eines Bischofs entstand die Katzentreppe am Dom.

Im Jahre 1373 erwirbt Kaiser Karl IV. im Vertrag von Fürstenwalde Brandenburg von den Wittelsbachern gegen eine Entschädigung von 500.000 Gulden. Bei seinem Einzug in die Mark hatten seine Truppen auch die bischöfliche Residenz und die Stiftskirche von Lebus zerstört. Die eilends einberufene Kapitelversammlung beschloss, die gut befestige und reiche Stadt Fürstenwalde nun zum Sitz des Lebuser Domkapitels zu machen. Fürstenwalde gehörte damit ab 1385 (nach Bestätigung durch den Papst) zu den drei märkischen Domstädten und Bischofssitzen neben Brandenburg an der Havel und Havelberg.

Nach einer Brandschatzung durch die Hussiten begann 1446 der Neuaufbau des St.-Marien-Doms, der mit seinem 68 Meter hohen Turm zu den markantesten Wahrzeichen Fürstenwaldes gehört. Aus dieser Zeit stammt auch das Alte Rathaus. Infolge der Reformation der Mark Brandenburg wurde das Bistum Ende des 16. Jahrhunderts säkularisiert. 1557 wurde die Domkirche der lutherischen Gemeinde übergeben.

Entwicklung nach 1600[Bearbeiten]

Stadtansicht Mitte des 17. Jahrhunderts

Im Jahre 1624 wurde der Rathausturm ergänzt und die Stadtbefestigung erneuert.[7] Seit dem Mittelalter genoss Fürstenwalde auch als Schulstadt einen guten Ruf. So wurde in den Pestjahren 1613, 1625 und 1656 die Universität Viadrina aus dem nahen Frankfurt (Oder) hierher verlegt.

Durch den Bau des Friedrich-Wilhelm-Kanals in den Jahren 1662 bis 1669, der die Oder mit der Spree verband, sank die Bedeutung Fürstenwaldes als Handels- und Warenumschlagplatz. Dennoch war die Wasseranbindung der Stadt nach Berlin und zur Nord- und Ostsee ein Ansiedlungsargument.

Industrialisierung und Stadtwachstum[Bearbeiten]

Fürstenwalder Stadtmühle aus dem Jahr 1837

Mit dem Bau der Spreemühlen 1837 und der dadurch anfallenden Gütermengen erlebte die Stadt erneut einen wirtschaftlichen Aufschwung. Auch deshalb wurde die Stadt 1842 an eine der ersten deutschen Eisenbahnstrecken von Berlin nach Frankfurt (Oder) angeschlossen. Das Bahnhofsgebäude ist bis heute erhalten und damit eines der ältesten in Deutschland.

Im 19. Jahrhundert erblühte das örtliche Handwerk und war die Wiege der noch heute bestehenden industriellen Strukturen in einem vielfältigen Branchenmix (zum Beispiel Henry Hall). Zur Industriestadt wurde Fürstenwalde endgültig, als die Berliner Firma Pintsch[8] im Jahre 1872 einen großen Teil der Produktionsanlagen nach Fürstenwalde verlegte. Während des Zweiten Weltkriegs expandierte das Unternehmen zu einem Rüstungsbetrieb mit etwa 12.000 Beschäftigten (darunter viele Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene).

Eine Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Schule in der Eisenbahnstraße

Aufgrund des starken Bevölkerungsanstiegs wuchs die Stadt zunächst bis zur nördlich der Stadt verlaufenden Eisenbahnstrecke und im 20. Jahrhundert darüber hinaus. Südlich der Stadt, jenseits der Spree befand sich Ketschendorf. Aufgrund administrativer Gegebenheiten, Ketschendorf lag sowohl in einem anderen Kreis als auch in einem anderen Regierungsbezirk, fand hier eine eigenständige Entwicklung statt. Größtes Unternehmen hier waren die Deutschen Kabelwerke, aus denen sich später das Reifenwerk Pneumant entwickeln sollte. Beide Orte verwuchsen mit der Zeit, sodass die ehemalige Stadtgrenze an der Rauener Straße heute nicht mehr wahrnehmbar ist.

NS-Zeit und Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Der Jüdische Friedhof an der Ecke Frankfurter/Holzstraße, der 1938 zerstört und verwüstet wurde

Bei Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurden die politischen Gegner der Nazis im Fürstenwalder Hof in der Gartenstraße 41, dem heutigen Kulturhaus, inhaftiert und gefoltert, bis sie in das frühe KZ Oranienburg überstellt wurden. Während der Novemberpogrome 1938 wurde die Synagoge der Jüdischen Gemeinde in der Frankfurter Straße 96 zerstört. Auch der Friedhof fiel dem Pogrom zum Opfer. Während des Zweiten Weltkrieges wurde 1943 in der Lindenstraße 31 ein erstes Außenlager des KZ Buchenwald für bis zu 90 Häftlinge eingerichtet. 1944 wurden die Häftlinge nach Ketschendorf überstellt, wo seit 1942 ein Außenlager des KZ Sachsenhausen für 900 Häftlinge errichtet worden war, die für die Deutschen Ausrüstungswerke (DAW) der SS zum Bau von Befestigungsanlagen und Bunkern eingesetzt wurden. Ihr Lager war von Stacheldraht umgeben, der mit Hochspannung geladen war. Grausamkeiten und Erschießungen waren an der Tagesordnung. Noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Fürstenwalde zur Festung erklärt und durch Bombardierung in Schutt und Asche gelegt. Auch Dom und Rathaus wurden stark beschädigt und 80 Prozent der Wohnhäuser im Stadtzentrum dem Erdboden gleichgemacht.

Das sowjetische NKWD richtete 1945 in einer Arbeitersiedlung der Deutschen Kabelwerke in Ketschendorf das Speziallager Nr. 5 ein, das mit bis zu 10.000 Häftlingen belegt war, darunter vielen des Werwolfs verdächtigten Jugendlichen, von denen zwischen 4.500 bis 6.000 nicht überlebt haben.

Herstellung neuer Strukturen[Bearbeiten]

In einer Reihe von Verwaltungsreformen in der frühen DDR wurde der Gemeindezuschnitt geändert. Nach Fürstenwalde eingemeindet wurden die Rauensche Ziegelei als Fürstenwalde-Südwest und Ketschendorf. Aus Ketschendorf und der Fürstenwalder Spreevorstadt und Westend wurde der Stadtteil Süd. Der Ortsteil Fürstenwalde-West wurde wiederum nach Hangelsberg eingemeindet. Fürstenwalde wurde Kreisstadt des gleichnamigen Kreises.

In den 1950er und 1960er Jahren wurden viele Gebäude wiederhergestellt und neue Wohngebiete entstanden. Fürstenwalde entwickelte sich zu einem bedeutenden Industriestandort der Region mit dem Pneumant-Reifenwerk und dem VEB Chemie- und Tankanlagenbau „Ottomar Geschke“ als den wichtigsten Betrieben.

Durch eine Kreisgebietsreform gehört Fürstenwalde seit 1993 zum Landkreis Oder-Spree. Fürstenwalde ist die größte Stadt im Landkreis und ein wichtiges Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum.

Seit 1998 beteiligt sich Fürstenwalde an der Erarbeitung eines Programms zur nachhaltigen Stadtentwicklung und engagiert sich im Netzwerk Lokale Agenda 21.

In der Gemeindegebietsreform von 2003 wurden keine Orte nach Fürstenwalde eingemeindet.

Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Das Militär in Fürstenwalde[Bearbeiten]

Lange Zeit prägte Militär das Stadtbild. Waren es früher die Truppen Napoleons und die Ulanenregimenter der deutschen Kaiser, so waren bis 1994 Truppen der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (ab 1991:Westgruppe der Truppen) in und um Fürstenwalde stationiert. Die NVA baute die Bunkeranlage Fuchsbau südlich der Stadt. Heute gibt es in Fürstenwalde keine militärischen Standorte mehr.

Aufgrund der Vielzahl der Kasernen gibt es im Zuge der Konversion vielfältige neue Nutzungen: Die Kasernenkomplexe Neue Gartenstraße, Rudolf-Breitscheid-Straße und Altstadt wurden zu Wohnquartieren umgebaut. Die Standorte Berkenbrücker Chaussee, Külzstraße und Waldfrieden wurden zu Wald- bzw. Grünflächen. Andere Gelände werden als Gewerbe- und Industriestandorte genutzt, u. a. Langewahler Straße und Pionierpark. Nicht alle Gebäude konnten bis heute einer neuen Nutzung zugeführt werden, sodass sie sich derzeit in teilweise ruinösen Zustand befinden.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Fürstenwalde/Spree:
Bevölkerungsentwicklung in den Grenzen von 2013 [9]
Jahr Einwohner
1875 11 929
1890 15 783
1910 26 286
1925 28 369
1933 32 081
1939 35 842
1946 28 993
1950 30 815
1964 30 849
1971 31 296
Jahr Einwohner
1981 35 566
1985 35 443
1989 36 083
1990 35 214
1991 34 572
1992 34 350
1993 33 984
1994 33 539
1995 33 628
1996 33 823
Jahr Einwohner
1997 34 085
1998 34 157
1999 34 167
2000 34 044
2001 33 981
2002 33 726
2003 33 639
2004 33 374
2005 33 336
2006 33 121
Jahr Einwohner
2007 33 104
2008 32 867
2009 32 576
2010 32 468
2011 30 910
2012 30 885
2013 30 967

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Stadt Fürstenwalde ist seit 2010 der parteilose Hans-Ulrich Hengst.

Siehe auch: Liste der Bürgermeister von Fürstenwalde/Spree

Kommunalwahl 2014[10][11]
Wahlbeteiligung: 35,8 % (2008: 41,0 %)
 %
30
20
10
0
22,4 %
18,7 %
17,5 %
17,1 %
9,2 %
6,8 %
6,2 %
2,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-13,7 %p
+3,3 %p
-6,7 %p
+17,1 %p
-8,4 %p
+6,8 %p
-0,5 %p
+2,2 %p

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Fürstenwalde besteht aus 32 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:

  • Linke: 7 Sitze (-4)
  • CDU: 6 Sitze (+1)
  • SPD: 6 Sitze (-2)
  • BFZ: 6 Sitze (+6)
  • FDP: 3 Sitze (-3)
  • AfD: 2 Sitze (+2)
  • Grüne: 2 Sitze (±0)
  • Piraten: 1 Sitz (+1)

Das Mitglied der Piraten ist auch Mitglied des BFZ (Bündnis Fürstenwalder Zukunft).[12]

Zuständige Landtagsabgeordnete für Fürstenwalde[Bearbeiten]

Im sechsten Brandenburger Landtag ist Fürstenwalde durch die direkt gewählte Frau Elisabeth Alter, SPD vertreten.

Wappen[Bearbeiten]

Historisches Stadtwappen

Das Wappen wurde am 11. Februar 1998 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein bewurzelter grüner Laubbaum mit einem linkshin auffliegenden schwarzen Raben in der Krone; der Stamm beseitet von zwei Schilden, vorn in Gold ein rot-bewehrter und rot-gezungter widersehender schwarzer Adler, belegt mit einem steigenden silbernen Halbmond, dessen Höhlung mit einem Kreuzchen besteckt ist; hinten in Silber ein gold-bewehrter roter Adler mit goldenen Kleestengeln auf den Flügeln.“[13]

Der Grundtypus des Wappens hat sich dabei über Jahrhunderte erhalten. Der Baum steht als Symbol für den Waldreichtum der Gegend. Die beiden am Stamm angeordneten Schilde, welche den schlesischen und den brandenburgischen Adler zeigen, deuten auf die wechselvolle Geschichte der Stadt hin. Der auffliegende Vogel wurde zuletzt als Rabe interpretiert. Der Rabe ist heute zum Stadtmaskottchen geworden.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Fürstenwalde unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Weiterhin wurden Freundschaftsabkommen unterzeichnet mit:

Namenszusatz[Bearbeiten]

Altes Rathaus und Dom

Am 30. Mai 2013 brachte die FDP-Fraktion in der Fürstenwalder Stadtverordnetenversammlung den Vorschlag ein, der Stadt den offiziellen Namenszusatz Domstadt zu geben, Ideengeber war der Dompfarrer Martin Haupt. Damals lehnte die Linken-Fraktion den Vorschlag ab, sodass die nötige 75-%ige Mehrheit nicht erreicht wurde. Ihrerseits schlug sie den Alternativzusatz Goßmannstadt vor. Dieser wurde von allen anderen Fraktionen abgelehnt. Bei der Sitzung am 4. Juli 2013 diskutierte man erneut über den Vorschlag und beschloss, dass die Fürstenwalder Bevölkerung parallel zur Bundestagswahl 2013 darüber abstimmen soll. Auch wenn das Abstimmungsergebnis für die Stadtverordnetenversammlung nicht bindend sein sollte, wurde von Seiten der Linken bestätigt, dass das Ergebnis von ihnen akzeptiert werden würde. An der Abstimmung beteiligten sich 51,8 % der Fürstenwalder Wahlberechtigten (13284 gültige Stimmen). Davon votierten 65,1 % (8647) dafür und 34,9 % (4637) dagegen. Damit stimmten 33,2 % von 26067 wahlberechtigten Fürstenwaldern für den Namenszusatz „Domstadt“. Diesem Votum folgend, beschloss die Stadtverordnetenversammlung den Namenszusatz einstimmig. Dieser ist jedoch nicht amtlich und muss daher nicht zwingend verwendet werden.[14]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bedeutende Bauwerke[Bearbeiten]

Ehemaliges Jagdschloss

mit den in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmalen.

Evangelischer Dom St. Marien[Bearbeiten]

Nach Zerstörung der Vorgängerkirche wurde 1446 als spätgotischer Backsteinbau der Dom St. Marien errichtet, der später Turm und Anbauten in barockem Stil erhielt. Das Innere beherrscht ein 12,5 Meter hohes spätgotisches Sakramentenhäuschen von 1517. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Dom fast vollständig zerstört. Den Neubau konnte die Gemeinde 1995 weihen lassen.

Weitere Sakralbauten[Bearbeiten]

Die Evangelisch-Lutherische Kirche ist ein turmloser neugotischer Backsteinbau von 1883. Sie ist die einzige im Zweiten Weltkrieg unzerstörte Kirche der Stadt. Das aus der Kirche und dem Pfarrhaus bestehende Gebäudeensemble steht unter Denkmalschutz.

Die Martin-Luther-Kirche in Fürstenwalde-Süd wurde 1910 als Ketschendorfer Dorfkirche in neogotischem Stil errichtet.

Die Katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist, ein neugotischer Backsteinbau, wurde 1906 geweiht.

Die Kirche der Samariteranstalten wurde als neugotischer Backsteinbau 1925 errichtet.

Die Dorfkirche im Ortsteil Trebus, ursprünglich ein mittelalterlicher Feldsteinbau mit Turm, wurde im 18. Jahrhundert durch ein Barockgebäude ersetzt. 1945 brannte sie aus und wurde 1953–1955 wiederaufgebaut.

Profanbauten[Bearbeiten]

Fußgängerzone mit dem alten Rathaus

Das gotische Rathaus aus dem 15. Jahrhundert wurde nach 1945 erlittenen Kriegszerstörungen wiederaufgebaut. Die Bürgerhäuser in der Altstadt – oftmals barockisierte Fachwerkhäuser – sind sehenswert, darunter das Schmalste Haus aus dem 17. Jahrhundert sowie die Weberhäuser aus dem 18. Jahrhundert.

An der Ecke Mühlen-/Schloßstraße befand sich 1777–1936 eine Brauerei. Bemerkenswert ist der hölzerne Umgang im Hof, der letzte seiner Art in der Stadt. In diesem Gebäude aus dem 18. Jahrhundert betreiben heute die Nachfahren Ludwig Mords ein Privatmuseum zur Geschichte des Getränkehauses Ludwig Mord sowie eine beliebte Gaststätte mit Biergarten.

Eines der wenigen historischen Wohngebäude im Zentrum

Das Bischofsschloss wurde im 14. Jahrhundert für die Lebuser Bischöfe errichtet. Nach einem Brand im 16. Jahrhundert blieb nur ein burgartiger Teil erhalten, wodurch es volkstümlich auch als Bischofsburg bezeichnet wurde. Seine heutige Gestalt erhielt es in den Jahren 1891 bzw. 1905. Zwischen 2011 und 2013 wurde es restauriert und für Wohn- und Gewerbenutzung hergerichtet.

Weitere Reste des Bischofsschlosses wurden abgerissen und 1850 mit einem Backsteinbau neu bebaut. Dieser wurde gewerblich genutzt (Brauerei, Margarinefabrik, Kaufhaus). Die Anlage erlitt im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden. Bis 1990 wurde sie als Lager und Verwaltungssitz genutzt. Mit der Gründung des Kulturvereins wurde eine neue Nutzung als Kulturfabrik gefunden. Sie bietet vielen Vereinen Raum.

Das Jagdschloss, 1699/1700 unter Kurfürst Friedrich III. von Hofbaumeister Martin Grünberg in schlichten barocken Formen errichtet, wurde ab 1750 unter König Friedrich II. in einen Getreidespeicher für das Militär umgebaut. 1795 erhielt es direkt daneben einen weiteren Speicher. Mit dem Zweiten Weltkrieg endete die militärische Nutzung, bis 1993 diente das Schloss als Lager. Seitdem steht es leer und verfällt. Im September 2013 wurde das Schloss von der Stadt Fürstenwalde ersteigert, die sich um eine neue Nutzung bemühen will. Weitere bemerkenswerte Gebäude sind die Domschule aus dem 19. Jahrhundert, eine Ulanenkaserne von 1894, die jetzt als Wohngebäude dient, die Knabenschule von 1891, Villa Lässig, ein Bau aus der Gründerzeit, Reste der Stadtbefestigung mit Bullenturm und Niederlagetor sowie der Grasnick-Brunnen in der Eisenbahnstraße.

Villa Lässig in der Eisenbahnstraße
Bullenturm mit Teilen der Stadtmauer

Erinnerungsstätten[Bearbeiten]

An die ehemalige jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

Der Synagoge, die 1938 zerstört wurde, gedenkt eine Tafel an der Front des Wohnhauses Frankfurter Straße 96. Einige Schritte weiter an der Ecke Frankfurter Straße/Grünstraße, erinnert eine Gedenktafel an den ebenfalls 1938 zerstörten Jüdischen Friedhof mit seiner Trauerhalle, die 1928 erbaut wurde.

An die Opfer von Faschismus und Stalinismus[Bearbeiten]

Sowjetisches Ehrenmal auf dem Geschkeplatz

Den Opfern des Faschismus wurde 1977/78 am Ottomar-Geschke-Platz ein Mahnmal errichtet. Den antifaschistische Widerstandskämpfern ist das Mahnmal in der August-Bebel-Straße 62 gewidmet.

1995 wurde ein Ehrenhain mit Gedenkstein für die Opfer des NKWD-Internierungslagers Ketschendorf südwestlich der Beeskower Chaussee errichtet.

Museen[Bearbeiten]

Etrich Taube mit dem Stadtwappen auf dem Bug (ILA 2004)

Im Museum Fürstenwalde werden 10.000 Jahre Erd-, Ur- und Frühgeschichte dargestellt. Es beherbergt eine der größten Geschiebesammlungen Europas. Zudem werden über 700 Jahre Stadtgeschichte als Bischofs-, Grenz-, Handels- und Industriestadt veranschaulicht.

Um die Wende 20./21. Jahrhundert gab es am Flugplatz Fürstenwalde eine ABM-Gesellschaft „Historischer Flugzeugbau“, der ein Flugzeugmuseum angegliedert war. Stolz der Gesellschaft war ein flugfähiger Nachbau der Etrich Taube, welcher u. a. auf der ILA 2004 zu sehen war.

Zwischen 2011 und 2013 fanden umfangreiche Renovierungs- und Umbauarbeiten am Alten Rathaus statt. Dabei wurde im Kellergeschoss ein Brauereimuseum mit einer modernen Brauanlage aus Fürstenwalde eingerichtet,[15] das an die lange Brautradition in Fürstenwalde erinnert.[16] Ein privat geführtes Museum ähnlichen Themas befindet sich in „Mord’s Eck“ (Ecke Mühlen-/Schloßstraße). Hier werden in einem traditionsreichem Gebäude Ausstellungsstücke des Böttcherhandwerks, der Schnapserzeugung und der Getränkeabfüllung präsentiert.

Parks und Grünflächen[Bearbeiten]

Die Stadt Fürstenwalde ist fast vollständig von Wäldern umgeben, lediglich im Norden befinden sich größere Ackerflächen. Über den Stadtpark und das Spreeufergelände zieht sich das Grün bis unmittelbar an das historische Zentrum heran. Wegen ihres hohen Baumbestand, vieler kleinerer und größerer Grünflächen hat die Stadt seit den 1920er Jahren den inoffiziellen Beinamen „Grüne Stadt an der Spree“.[17]

Stadtpark[Bearbeiten]

Im Westen befindet sich der Stadtpark. Er wurde ab 1836 durch den Heideherren Friedrich Schulze angelegt. Zunächst nur im Bereich des Spreeufers gelegen, wurde er bis zur 1842 eröffneten Eisenbahntrasse erweitert. Die heutige Dr.-Wilhelm-Külz-Straße durchquert den Park und teilt ihn in den südlich gelegenen älteren Teil und den deutlich größeren neueren Teil im Norden. Im Uferbereich wurden Kleingartenanlagen errichtet, wodurch der Spreebezug verloren ging. Im östlichen Teil des Parks gibt es eine größere Freifläche, der ehemalige Wilhelmplatz. Hier wurden nach den Einigungskriegen mehrere Friedenseichen gepflanzt, welche heute noch existieren. Am westlichen Ende des Platzes wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ein Gedenkhain für gefallene Offiziere der Roten Armee angelegt. Zentraler Punkt des Stadtparks ist der 1939 errichtete Springbrunnen am Großen Stern.

An der Külzstraße liegt die 1955 eröffnete Freilichtbühne, welche im Sommer für Freilichtkinoveranstaltungen genutzt wird. Im Nordwesten wurde 1975 ein Bereich des Stadtparks zum Heimattiergarten Fürstenwalde umgewandelt. Heute leben hier über 300 Tiere aus etwa 70, vorwiegend europäischen Arten.[17] Unmittelbar angrenzend liegt der Festplatz der Stadt, der für Rummel- und Zirkusveranstaltungen genutzt wird.

Spreeufer[Bearbeiten]

Das Spreeufergelände zwischen Stadtpark und Spreebrücke wurde im Zuge der Bewerbung zur Landesgartenschau 2004/06 unter dem Motto Alte Stadt an neuen Ufern beplant. Nach Vergabe der Schau nach Rathenow wurde ein beträchtlicher Teil der Planungen dennoch umgesetzt und am 1. Juni 2007 feierlich eröffnet.[18] Zentraler Baustein ist die durchgehende Uferpromenade als Bestandteil des Spreeradwegs. Das landschaftlich sehr reizvolle Ufergelände mit Ruhebereichen, Themengärten und Liegewiesen wird auch für Feste genutzt. Nahe der großen Spreewiese befindet sich der Goetheplatz, ein ehemaliger Schützenplatz, der durch seinen sehr alten Baumbestand auffällt. Der 2012 fertiggestellte Martinigarten, benannt nach einem früheren Fürstenwalder Stadtrat, stellt die Verbindung des Uferbereichs über die Karl-Marx-Straße zum Bahnhof her.

Park der Jahreszeiten[Bearbeiten]

Der etwa 30.000 m² große Park der Jahreszeiten entstand auf der Fläche des ehemaligen Kirchhofs. Das Areal wurde nach Abräumung der Grabanlagen in den 1980er Jahren mit einigen Altenheimen bebaut, danach aber nicht weiter gestaltet. Zwischen Sommer 2009 und Frühjahr 2010 wurde der gesamte Bereich neu angelegt, wobei das Leitthema in Analogie zum Lauf des Lebens eines Menschen gewählt wurde.[19]

Weitere Anlagen[Bearbeiten]

Östlich des Doms wurde der Bürgergarten, einschließlich der Außenanlagen der Kulturfabrik und des Museums sowie verbliebener Reste der alten Stadtbefestigung angelegt. Erhalten geblieben ist der Dorfanger von Ketschendorf an der August-Bebel-Straße.

Im Stadtteil Nord befindet sich der Mühlenberg, eine als Spielplatz gestaltete Erhebung. Im Bereich des ehemaligen Krankenhauses entstand in den Jahren 2012/13 der Quartierspark Kleine Freizeit.[20]

Friedhöfe[Bearbeiten]

Der Neue Friedhof wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im südlich der Spree gelegenen Westend angelegt. Er ist der größte der Stadt und beherbergt eine Kriegsgräberstätte. Eine weitere ist der Waldfriedhof an der Hegelstraße, der am 5. Mai 1945 für an Seuchen gestorbene deutsche Soldaten angelegt wurde.[21]

Der Ketschendorfer Friedhof oder Südfriedhof befindet sich an der Friedenstraße südlich der Autobahn.

Der Jüdische Friedhof befindet sich nahe dem Park der Jahreszeiten. Er wurde in der Pogromnacht zerstört und lag danach brach. Inzwischen ist er aufgeräumt und kann nach Absprache besichtigt werden.

Die Ortsteile Rauensche Ziegelei (Südwest), Molkenberg und Trebus haben eigene Friedhöfe.

Im Jahre 2006 wurde ein 45 ha großes Areal im nordwestlichen Bereich des Fürstenwalder Stadtwalds als Friedwald für Naturbestattungen freigegeben.[22]

Musik[Bearbeiten]

Die Musik- und Kunstschule bietet Ausbildungen in musischen und bildenden Künsten. Das 1. Brandenburgische Garde-Blasmusikkorps Fürstenwalde, 1990 durch Fusion zweier Orchester entstanden, widmet sich besonders den Werken brandenburgischer Komponisten. Geistliche Musik pflegen sowohl die Mitglieder der Kantorei und Kinder- und Jugendkantorei der evangelischen St. Marien-Domgemeinde als auch der Chor der Katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist.

Unter dem Dach des Fürstenwalder Kulturvereins e. V. agieren der Con-brio-Chor (1963 aus einem Jugendchor hervorgegangen, pflegt er deutsches und europäisches Liedgut verschiedener Epochen), Kammerchor und Kammerorchester Fürstenwalde e. V. sowie der Jazzclub. Weitere musikalische Initiativen sind der Club im Park, HeartRock e. V., Joe's BigBand sowie der Popchor „The Golden Voices“.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Industrie[Bearbeiten]

Fürstenwalde ist einer von 15 Regionalen Wachstumskernen des Landes Brandenburg. Das produzierende Gewerbe umfasst die vier Kompetenzfelder Automotive (u. a. Reifenwerk von Goodyear, ehemals Pneumant), Energiewirtschaft und -technologie (u. a. E.DIS AG, PVflex Solar GmbH), Kunststoffe/Chemie (u. a. Deutsche Amphibolin-Werke, Baser Kunststoffe GmbH, SEDO Chemicals Neoprene GmbH) und Metallerzeugung/-be- und -verarbeitung/Mechatronik (u. a. Chemie- und Tankanlagenbau Reuther GmbH, Duktil Guss GmbH, RST Gesellschaft für Wasserspartechnik mbH). Das Unternehmen NCC Deutschland, Tochter eines skandinavischen Bau- und Immobilienkonzerns, hat seinen Sitz in Fürstenwalde.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Fürstenwalde
Solarkraftwerk auf dem ehemaligen Flugplatzgelände

Der Bahnhof Fürstenwalde liegt an der Strecke Berlin–Frankfurt (Oder) mit Halt von Regionalexpresszügen der Linie RE 1, der Haltepunkt Fürstenwalde Süd an der von der Niederbarnimer Eisenbahn betriebenen Strecke Fürstenwalde–Bad Saarow Klinikum (RB 35).

Die Stadt liegt an der Autobahn A 12 und hat zwei Anschlussstellen (West und Ost). Als dritte inoffizielle Anschlussstelle gilt die Abfahrt Freienbrink am Berliner Ring (A 10). Im Norden befand sich der Verkehrslandeplatz Fürstenwalde (EDAL). Dieser wurde 2011 zugunsten eines großflächigen Solarkraftwerkfeldes aufgegeben.

Im Norden und Osten der Stadt befindet sich eine Umgehungsstraße. Sie verbindet alle drei Stadtteile und führt weiter zur A 12-Anschlussstelle Ost sowie zur Kreisstadt Beeskow. Bisher fehlt eine Verlängerung im Westen der Stadt. Ein großer Teil gehört zur Bundesstraße 168 von Eberswalde nach Cottbus. Die Stadt hat zwei verkehrliche Engpässe: zum einen die Spreebrücke, die die Stadtteile Mitte und Süd verbindet; zum anderen die Brücke über die Bahngleise. Insgesamt wurde der Straßenzustand im Jahr 2007 noch als überwiegend schlecht bewertet.[23]

Den innerstädtischen Nahverkehr betreibt der Busverkehr Oder-Spree mit derzeit vier Linien. Dabei gelten die Tarife des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB).

Die Linie 1 (im VBB 411) fährt vom Einkaufszentrum Nord über den Bahnhof, die Innenstadt, die Spreebrücke und den Bahnhof Süd zum Platz der Solidarität. Die Linie 2 (im VBB 412) verbindet den Bahnhof mit dem Gewerbegebiet Ost. Die Linie 3 (im VBB 413) verstärkt die Linie 1 zwischen dem Bahnhof und dem Platz der Solidarität. Die Linie 4 (im VBB 414) schließlich verkehrt vom Bahnhof zum Einkaufszentrum Nord.

Die Fahrzeiten der Busse sind vor allem auf die RegionalExpresse von und nach Berlin abgestimmt.

Motorisierung in Fürstenwalde/Spree 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[24] 15 311 15 253 15 410 15 527 15 615 15 768 15 771
PKW je 1.000 Einwohner (31.12.Vj.) 463 464 473 478 505 511 509

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Das Werner-Seelenbinder-Gymnasium Fürstenwalde war ein Städtisches Gymnasium. Die Schule ist über 100 Jahre alt. Sie wurde ursprünglich als Kaserne geplant, aber vor dem Einzug der Soldaten als Schule umgenutzt. Seit 1991 befindet sich darin das Gymnasium. Im Schulumfeld wurde im September 2006 das „After-school-paradise“ eingeweiht; ein Freizeit- und Lernbereich, der von der Planung bis zur Umsetzung in den Händen der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums lag. Auch sportlich hat die Schule mit den Wood Street Giants ein breit gefächertes Angebot. Die Schule pflegt seit vielen Jahren eine Partnerschaft mit einer Schule in Gorzow (Polen) und ist beim Aufbau partnerschaftlicher Beziehungen zu zwei indonesischen Schulen. Das Städtische Gymnasium wurde im August 2007 in das Geschwister-Scholl-Gymnasium eingegliedert.

Die Europaschule Oberstufenzentrum Palmnicken mit über 3500 Auszubildenden und Schülern ist die größte Bildungseinrichtung im Landkreis Oder-Spree. Die Einrichtung vereint Bildungsgänge der Berufsschule, der Berufsfachschule, der Fachoberschule und berufliches Gymnasium. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Bildungs- und Erziehungsarbeit ist die Pflege vielfältiger internationaler Beziehungen mit Partnerschulen unter anderem in Japan, Schweden, Frankreich, Holland, Dänemark und Polen.

Das einzige katholische Schulzentrum im Land Brandenburg ist das Bernhardinum (Katholische Schule Bernhardinum). Das Bernhardinum ist in freier Trägerschaft des Erzbistums Berlin und besteht aus Grundschule, Realschule und Gymnasium. Die Schule pflegt Partnerschaften mit Schulen in Polen, Frankreich, Italien und Sri Lanka.

Weitere private Schulen in Fürstenwalde sind die Rahn-Schulen, die eine Grundschule, eine Oberschule und eine Fachoberschule mit den Schwerpunkten Sozialwesen, Wirtschaft und Technik umfassen.

Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten]

Im Norden der Stadt konzentrieren sich eine Reihe von Freizeiteinrichtungen, die bekannteste ist das Freizeitbad Schwapp mit Sport- und Spaßbad und einer Saunalandschaft. Am südlichen Stadtrand befindet sich zudem die Ganzjahresrodelbahn Scharmützelbob.

Kultur[Bearbeiten]

Die Kulturfabrik, das soziokulturelle Zentrum der Stadt, bietet in ihren Räumen im Bischofsschloss-Brauerei-Komplex vielen Vereinen und Initiativen ein Zuhause. Gegründet von vier Vereinen, mit Unterstützung der Stadtverwaltung, entwickelte sich eine gemeinnützige GmbH als Träger. Auch die Stadtbibliothek ist hier zu finden. Jährlich 60.000 Besucher nutzen u. a. die Gedenkbibliothek der IG Internierungslager Ketschendorf e. V.

Daneben laden die DomGalerie am Dom und das Filmtheater Union zum Besuch ein. Im Kino finden nicht nur Filmvorführungen, sondern auch Lesungen und Open-Air-Veranstaltungen statt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im Mai lädt das Fürstenwalder Frühlingsfest ein und stellt jährlich die Kultur eines europäischen Landes vor. Der Juni steht im Zeichen von Tierparkfest, Drachenbootregatta, Rock für den Wald und den zweitägigen Highland Games, organisiert vom Fürstenwalder Highlandsportverein Stone Walker e. V. Der September bietet Samariterfest, Handwerker- und Bauernmarkt, das herbstliche Tierparkfest und den Fahrrad-Erlebnistag Rad-Scharmützel. Im Oktober besuchen die Fürstenwalder den Mittelaltermarkt. Seit 2002 präsentieren die Fürstenwalder Jazztage internationale und hochkarätige Künstler diese Genres. Den Abschluss des Veranstaltungsjahres bildet der traditionellen Weihnachtsmarkt am Dom in der Adventszeit.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Mit der Stadt verbunden[Bearbeiten]

  • Friedrich Sesselmann (1410–1483), Bischof des Bistums Lebus und Kanzler des Kurfürstentums Brandenburg
  • Dietrich von Bülow (1460–1523), Bischof des Bistums Lebus, Stifter des Sakramentshauses im Fürstenwalder Dom
  • Carl Arnold, Maurermeister, Erfinder des Ringofens, Ehrenbürger der Stadt Fürstenwalde
  • Julius Pintsch (1815–1884), Gründer der vormals größten Industriefirma von Fürstenwalde, der Julius Pintsch AG Berlin-Fürstenwalde, verstorben dahier
  • Richard Pintsch (1840–1919), Miteigentümer der vormals größten Industriefirma Julius Pintsch AG Berlin-Fürstenwalde, Ehrenbürger der Stadt Fürstenwalde, einer der Söhne des Julius Pintsch
  • Walter Dudek (1890–1976), Politiker (SPD), Bürgermeister der Stadt (1919–1922)
  • Gerhard Goßmann (1912–1994), Grafiker, Buchillustrator und Maler
  • Axel Schulz (* 1968), ehemaliger Boxer
  • Mathias Stumpf (* 1986), Radsportler

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fürstenwalde/Spree – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Fürstenwalde – Reiseführer

Literatur[Bearbeiten]

  • Fürstenwalde. Einst und Jetzt. Culturcon/Märkische Oderzeitung. 2011. ISBN 978-3-941092-78-5
  • Ketschendorf(Spree) Aus der Geschichte eines Industrieortes (Jetzt Fürstenwalde/Süd). Nach alten Urkunden und Handschriften aufgezeichnet von Ernst Siebke, Konrektor i. R. Druck und Verlag von Ph. Stephan Ketschendorf/Spree. 1935

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow. ISBN 3-515-08664-1, S. 226–228.; Deutsch-Niedersorbisches Wörterbuch, Stichwortsuche → Fürstenwalde / Pśibor
  3. Duden – Geographische Namen in Deutschland, Mannheim 1999, ISBN 3-411-06252-5 S. 116
  4. Wolfgang Bloß: „Umbruch und Namen. Ortsnamenpolitik in Brandenburg 1945–1952“, in: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschland 2009, Seite 167, hier Seite 217f; siehe auch dac1951&gr=3&nord=5230.612745&ost=1366.782527 | ADAC-Straßenkarte von 1951
  5. Der Spiegel: Google Earth in der Antike
  6. Dr. Goltz: Diplomatische Chronik der ehemaligen Residenzstadt der Lebusischen Bischöfe Fürstenwalde, Fürstenwalde 1837, S. 24–35.
  7. Homepage der Stadt Fürstenwalde: Geschichte der Stadt, abgerufen am 3. Mai 2012
  8. Historische Aufnahme der Leitungsebene der Julius Pntsch AG Berlin-Fürstenwalde
  9. Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  10. Wahlergebnis auf der Internetseite der Stadt Fürstenwalde (Spree) Abgerufen am 30. Juni 2014.
  11. Ergebnis von 2008 im Bericht des Statistischen Landesamtes Abgerufen am 30. Juni 2014.
  12. Mandatsträger
  13. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  14. Berliner Morgenpost: Warum Fürstenwalde sich nun „Domstadt“ nennt“
  15. Nordkurier: Prost Fürstenwalde
  16. Märkische Oderzeitung: Darauf ein „Rathausbräu“
  17. a b Anne Fellner und Jochen Rösler: „Fürstenwalde – Die grüne Stadt an der Spree“, Leipzig 2003, ISBN 3-934572-69-3
  18. Homepage der Stadt Fürstenwalde: Fürstenwalde an die Spree!, abgerufen am 3. November 2012
  19. Innenstadtmanagement Fürstenwalde/Spree: Park der Jahreszeiten, abgerufen am 3. November 2012
  20. Homepage der Stadt Fürstenwalde: Umgestaltung des ehemaligen Krankenhausstandorts, abgerufen am 3. November 2012
  21. Homepage des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge: Fürstenwalde / Wald- und Neuer Friedhof, abgerufen am 3. November 2012
  22. Homepage der FriedWald GmbH: FriedWald Fürstenwalde, abgerufen am 2. Juni 2013
  23. Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2007 (PDF; 5,7 MB)
  24. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3