Nowy Korczyn

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Nowy Korczyn
Wappen von Nowy Korczyn
Nowy Korczyn (Polen)
Nowy Korczyn
Nowy Korczyn
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Heiligkreuz
Landkreis: Busko-Zdrój
Geographische Lage: 50° 18′ N, 20° 49′ O50.29916666666720.808888888889Koordinaten: 50° 17′ 57″ N, 20° 48′ 32″ O
Einwohner: -
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 28-136
Telefonvorwahl: (+48) 41
Kfz-Kennzeichen: TBU
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Landesstraße 79
Nächster int. Flughafen: Krakau-Balice
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Fläche: 117,31 km²
Einwohner: 6245
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2601032
Verwaltung (Stand: 2010)
Bürgermeister: Paweł Jan Zagaja
Adresse: ul. Krakowska 1
28-136 Nowy Korczyn
Webpräsenz: nowykorczyn.pl/

Nowy Korczyn (früher Nowe Miasto Korczyn) ist eine Gemeinde und deren Hauptort in Polen in der Wojewodschaft Heiligkreuz etwa 65 km südöstlich von Kielce und 22 km südöstlich der Kreisstadt Busko-Zdrój. Der Ort Nowy Korczyn liegt an der Mündung der Nida (Fluss) in die Weichsel, über die hier eine Fähre führt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im ältesten Ort der Gemeinde, Stary Korczyn, wurde 1186 eine Pfarrei errichtet. Im Schloss Nowy Korczyn wurde 1226 Bolesław Wstydliwy geboren, der diesea auch mit seiner Frau Kinga von Polen (Kunigunde) bewohnte. Nach dem Mongolensturm 1241 wurde die Residenz der Fürsten nach Nowy Korczyn verlegt, das 1264 Stadtrechte erhielt. 1271 wurde das Franziskanerkloster gestiftet. Vom 15. Jahrhundert an fand der Sejmik (Provinziallandtag) für Kleinpolen regelmäßig in Nowy Korczyn statt. 1469 huldigte der Großmeister des Deutschen Ordens in Nowy Korczyn dem polnischen König Kasimir IV. Jagiełło. Die Stadt verfügte schon im 16. Jahrhundert über eine Wasserleitung. Nowy Korczyn hatte seit der Mitte des 16. Jahrhunderts eine jüdische Gemeinde, die 1921 67% der Bevölkerung ausmachte. Vom 17. Jahrhundert an begann der Niedergang des Orts, der mit dem Verlust des Stadtrechts durch Zarenedikt im Jahr 1869 seinen Höhepunkt erreichte.

Das Dorf Czarkowy entwickelte sich im 16. Jahrhundert zu einem Zentrum des Sozinianismus (in Polen oft als Arianer bezeichnet). Dort fanden zwischen 1642 und 1659 fünf Synoden der Polnischen Brüder statt. Nach der Vertreibung der Sozinianer kam das Dorf an die Familie Morsztyn, die ein Schloss errichteten. 1914 errangen die Polnischen Legionen unter Józef Piłsudski hier einen Sieg über die russischen Truppen.

1795 fiel Nowy Karczyn mit der Dritten Polnischen Teilung an Österreich. 1809 kam es an das Herzogtum Warschau und 1815 an das Königreich Polen. Nach Ende des Ersten Weltkriegs kam der Ort wieder zum neu entstandenen Polen. Im Zweiten Weltkrieg fiel die jüdische Gemeinde dem Holocaust zum Opfer.

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Gemeinde umfasst die Schulzenämter Badrzychowice, Błotnowola, Brzostków, Czarkowy, Grotniki Duże, Grotniki Małe, Górnowola, Harmoniny, Kawęczyn, Łęka, Nowy Korczyn, Ostrowce, Parchocin, Pawłów, Piasek Wielki, Podraje, Podzamcze, Rzegocin, Sępichów, Stary Korczyn, Strożyska, Ucisków, Winiary Dolne und Żukowice. Die Weichsel bildet auf eine Länge von 19 km die östliche Gemeindegrenze. Die Gemeinde zählte im Jahr 2005 6405 Einwohner. Die Gemeinde hat heute landwirtschaftlichen Charakter mit fast 70 % Ackerboden (Getreide, Kartoffeln, Tierzucht, daneben Obst- und Gemüseanbau) und rund 10 % Waldfläche. Ein Teil der Gemeinde gehört zum Landschaftsschutzpark Nidagebiet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kirche des Franziskanerklosters
Die Dreifaltigkeitskirche
Ruine der Synagoge

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michał Jurecki, Ponidzie. W świętokrzyskim stepie, Polska Turystyczna.pl, Amistad Sp.z.o.o.; Wydanie IV, Kraków 2009; ISBN 978-83-7560-060-5, S. 126-135;
  • Ziemia Buska, Swiatowid, Kielce 2009, ISBN 978-83-925632-9-7, S. 72-85.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nowy Korczyn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 14. Juni 2014.