Opera buffa

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Als Opera buffa ("komische Oper", musikalische Komödie; auch scherzhafte Oper) wird, im Gegensatz zur Opera seria, eine Form der Oper bezeichnet, die in Neapel (Giovanni Battista Pergolesi) und Venedig (Baldassare Galuppi) zur selben Zeit wie das Intermezzo als mehraktige Erscheinungsform des komischen Musiktheaters entstand. Zunächst wurde sie in aristokratischen Kreisen aber, im Gegensatz zum Intermezzo, als Opernform für niedere Klassen angesehen. Die opera buffa ist gekennzeichnet durch Behandlung volkstümlicher oder komischer Themen, den Rückgriff auf die Stegreifkomödie (commedia dell'arte) und das gelegentliche Parodieren der Opera seria. Charakteristische Merkmale des Buffostils sind das Secco-Rezitativ, das Parlando und das Wiederholen kurzer Melodiephrasen. Neu war auch, dass die Musik die Aktion der Darsteller stark begleitete oder unterstützte.

Das "Teatro dei Fiorentini" war das erste öffentliche Theater, in dem die Neapolitanische "Opera buffa" aufgeführt wurde. Als sehr frühes Beispiel der komischen Oper in Neapel kann "La Cilla" (Uraufführung 1706) von dem Anwalt Michelangelo Faggioli, der das Werk dem Justizminister von Neapel gewidmet hatte, gesehen werden. Von dieser Oper konnte bis heute allerdings nur das Libretto erhalten werden. Eine Besonderheit dieser Oper war, dass sie in einem Stadtdistrikt von Neapel spielte und in einem lokalen Dialekt aufgeführt wurde. Der Alltag und die Abbildung von Realität wurden zu weiteren wichtigen Merkmalen der Napolitanischen komischen Oper. Von Neapel aus verbreitete sich die "Opera buffa" nach Rom, was in den 1730er Jahren ebenfalls ein Zentrum dieser Opernform wurde.

Betrachtet man "Opera buffa" als Oberbegriff für die italienische komische Oper, so kann man auch Pergolesis "La serva padrona" (1733) zu den frühen Erfolgen dieser Gattung rechnen. 1752 löste Pergolesi in Paris den ersten großen Opernstreit zwischen seinen Anhängern, den "Buffonisten", und den Verfechtern der ernsten Tragédie lyrique (Lully, Rameau) aus. Im Wiener Repertoire spielte die Opera buffa im 18. Jahrhundert eine wichtige Rolle. Dennoch war Wien für die Entwicklung der Gattung ein Nebenschauplatz, da auch die drei Musikkomödien Mozarts, "La finta semplice" (dt. Die verstellte Einfalt, KV 51), "Così fan tutte" (So machen's alle, KV 588) und "Le nozze di Figaro" (dt. Figaros Hochzeit) für die Entwicklung der Opera buffa insgesamt bedeutungslos blieben.

Unter französischem Einfluss entwickelte sich Ende des 18. Jahrhunderts aus der Opera buffa der Typus der Opera semiseria. Das Dramma giocoso als eine Mischung aus ernsten und heiteren Elementen zu definieren, ist ein weit verbreiteter Irrtum, der durch den Sprachgebrauch des 18. Jahrhunderts nicht gestützt wird. Auch Mozarts "Don Giovanni" wurde zunächst als Opera buffa angesehen und erst im Laufe des 19. Jahrhunderts anders gedeutet.

Im 19. Jahrhundert, der Epoche der Romantik, nahm die Bedeutung der "Opera buffa" schließlich sehr schnell ab. Ein romantisches Werk, das dennoch zu dieser Opernform hinzuzuzählen ist, ist Donizettis "L'elisir d'amore" von 1832.

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