Ferdinando Paër

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Ferdinando Paër, um 1820

Ferdinando Paër (* 1. Juli 1771 in Parma; † 3. Mai 1839 in Paris) war ein italienischer Komponist österreichischer Abstammung.[1][2]

Leben[Bearbeiten]

Ferdinando Paër studierte zuerst in seiner Heimatstadt bei Gian Francesco Fortunati, bevor er in Neapel seine Studien am „Conservatorio della Pietà de Turchini“ fortsetzte. Er debütierte 1789 mit der komischen Oper La locanda de´ vagabondi, 1791 wurde er Theaterkapellmeister in Venedig, 1797 übte er diese Tätigkeit dann in Wien aus. Von 1802 bis 1806 war er Kapellmeister am Morettischen Opernhaus in Dresden, von 1812 bis 1827 Kapellmeister an der italienischen Oper in Paris. Seit 1831 war Mitglied der Académie des Beaux-Arts, 1832 Kapellmeister der dortigen Königlichen Kapelle. Paër schrieb ungefähr 44 Opern, die zu seiner Lebenszeit sehr erfolgreich und bekannt waren, nach seinem Tode aber in Vergessenheit gerieten; außerdem Oratorien, Kantaten, Gesangswerke, Klavierstücke u.a.

Seiner Oper Leonora liegt der gleiche Stoff zu Grunde wie Beethovens Oper Fidelio.

Paër war unter anderen Franz Liszts Lehrer in Paris, welcher ihm auch bei der Verfeinerung seiner 1824 bis 1825 entstandenen Oper Don Sanche ou le château d’amour half.

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Engländer, Ferdinando Paër als sächsischer Hofkapellmeister, in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte, Band 50 (1929), S. 204–224 (Digitalisat)
  • Manuela Jahrmärker, Die Kirchenmusik der Italiener Ferdinando Paer und Francesco Morlacchi für die Katholische Hofkirche: Tradition und Restauration, in: Die Dresdner Kirchenmusik im 19. und 20. Jahrhundert, hrsg. von Matthias Herrmann, Laaber 1998, S. 61–80 (= Musik in Dresden, Band 3), ISBN 3-89007-331-X
  • John Rice, Empress Marie Therese and Music at the Viennese Court, 1792–1807, Cambridge University Press 2003, ISBN 0-521-82512-1
  • Wolfram Enßlin, Chronologisch-thematisches Verzeichnis der Werke Fernando Paërs, Band 1: Die Opern, Hildesheim: Olms, 2004, ISBN 3-487-11947-1
  • Giuliano Castellani, Ferdinando Paer. Biografia, opere e documenti degli anni parigini, Bern: Lang, 2008 (= Varia musicologia, Band 15), ISBN 978-3-03911-719-2
  • Simone Galliat, Musiktheater im Umbruch. Studien zu den „opere semiserie“ Ferdinando Paërs, Kassel: Bosse, 2009 (zugl. Diss., Köln 2008), ISBN 978-3-7649-2711-0

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfram Ensslin, Die italienischen Opern Ferdinando Paërs, Band 1 (2003), S. 15: „Kann man dieser Eintragung bereits die Namen seiner Eltern, Giulio Pär und Francesca Cutica sowie seines Großvaters Michael Pär entnehmen, so finden sich nähere Angaben über die Abstammung väterlicherseits in einem Artikel von Castil-Blaze.“
  2. Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Band 12 (2004), S. 2174: „Ferdinandos Großvater Michael Pär, gebürtig aus dem österreichischen Pererwardein (heute Novi Sad, Kroatien), hatte an der Spitze eines Musikkorpsregiments seine Heimatstat verlassen und sich in Parma niederlassen.“

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ferdinando Paer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Ferdinando Paër – Quellen und Volltexte