Ostindien-Kompanie

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Die Ostindischen Kompanien waren in mehreren Nationen Europas bestehende Gesellschaften, die für den Handel mit Indien und Ostasien (hier vor allem mit den sogenannten Gewürzinseln und dem Kaiserreich China) privilegiert waren.

Sie entstanden im 17. Jahrhundert, manche auch erst im 18. Jahrhundert, als die Blütezeit der Kolonialreiche Spaniens und Portugals bereits vorüber war. Im Gegensatz zu deren Kolonialpolitik, die hauptsächlich nach Gold und Grundbesitz strebte, suchten die Ostindien-Kompanien möglichst großen Handelsgewinn zu erwirtschaften. Dabei konkurrierten sie sowohl untereinander als auch mit zahlreichen lokalen Händlern (überwiegend Chinesen), deren Vorteil in der intimen Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten bestand und die über zahlreiche Beziehungen zu den Lokalfürsten und -händlern verfügten. Auch war der Verwaltungsaufwand der Kompanien typischerweise wesentlich höher als bei den kleineren Handelshäusern.

Sie setzten zur Durchsetzung ihrer Handelspolitik sowohl diplomatische als auch kriegerische Mittel ein. So wurde Siam von den Niederländern zweimal durch eine Seeblockade des Hafens von Ayutthaya zum Einlenken gezwungen. Die Kompanien hatten in allen größeren Häfen und Hauptstädten so genannte Faktoreien (Geschäftsstellen), die von Gouverneuren und Generalgouverneuren geleitet wurden. Deren Aufgabe lag darin, die Beziehungen zu den Herrschern und den lokalen Händlern zu pflegen und auf die Durchsetzung der vereinbarten Privilegien und Handelsspannen zu achten.

Die Ostindischen Kompanien sind in der Reihenfolge ihrer Gründung:

Insbesondere die beiden erstgenannten Kompanien haben im Verlaufe ihrer Geschichte welthistorische Bedeutung erlangt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]