Ostsee-Runensteine

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Ostsee-Runensteine (Schweden Süd)
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Oslo
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Göteborg
Göteborg
Stockholm
Stockholm
Verbreitung der Runensteine in Schweden

Die Ostsee-Runensteine sind primär Runensteine der Waräger aus der Mälar-Region in Schweden, die zur Erinnerung an Menschen aufgestellt wurden, die in friedlicher oder kriegerischer Absicht im Baltikum oder in Finnland starben oder ihr Leben verloren.[1][2] Dazu zählen auch einige Runeninschriften.

Viele schwedische Runensteine werden analog zu den markanten benutzten Worten in sieben Gruppen unterteilt: Ostsee- (14 Baltikum und Finnland betreffend), England- (30), Griechenland- (30), Hakon Jarl- (2), Italien- (2), Ingvar- (26) und etwa 30 so genannte Warägerrunensteine, (Russland, die Ukraine und Weißrussland betreffend) die es auch in Dänemark und Norwegen in je einem Exemplar gibt.

Runenstein Gs 13

Gästrikland[Bearbeiten]

  • Gs 13 ein Runenstein aus Sandstein in der Kirche von Gävle in Gästrikland erinnert an Egill, der in Tavastia oder Tafeistaland (Südwestfinnland) bei einer Leidang unter Führung des Wikingerhäuptling Freygeirr, um 1050 n. Chr. starb. Freygeirr (Freyr’s Speer) wird auf weiteren fünf Runensteinen erwähnt.

Nach einer neueren Übersetzung von Henrik Williams soll der Text lauten: Brusi setzte diesen Stein in Erinnerung an Egill, sein Bruder. Und er starb in Tafeistaland, wo Brusi trug den langen Speer (= Kampfstandarte) nach seinem Bruder. Er reiste mit Freygeirr. Möge Gott und Gottes Mutter zu helfen seine Seele. Sveinn und Ásmundr ritzten die Runen.

Gotland[Bearbeiten]

Runenbildstein G 135 in der Kirche von Sjonhem
  • G 135 der „Runenbildstein“ von Sjonhem, auf Gotland erzählt von der gleichen Familie wie die Steine G 134 und G 136. Er wurde in Erinnerung an einen Mann, errichtet der in Ventspils in Lettland starb.
  • G 319 ist eine Runeninschrift auf einer Grabplatte (schwed. Gravhelle) des frühen 13. Jahrhunderts aus Rute. Sie erinnert an einen Mann, der in Finnland starb.

Södermanland[Bearbeiten]

  • Sö 39 ist eine Runeninschrift auf einem Felsen in Lifsinge. Sie erinnert an einen Bruder, der in Livland ertrank.
  • Sö 198, der Runenstein von Mervalla, steht auf der Insel Selaön im See Mälaren. Er wurde in Erinnerung an einen Mann aufgestellt, der regelmäßig nach Zemgale segelte.

Uppland[Bearbeiten]

  • U 180 erinnert an einen Mann, der entweder in Viborg in Jütland oder in Vyborg in Karelien starb.
  • U 214 und U 215 wurden in Erinnerung an einen Mann errichtet, der in der Holmr’s See ertrunken ist. Jansson interpretiert sie als „Nowgoroder Meer“ und verweist auf den Golf von Finnland.
  • U 346 ist nur zeichnerisch überliefert. Er wurde für einen Mann, der in Virland starb aufgerichtet.
  • U 356 wurde für den Sohn einer Frau aufgestellt, der ebenfalls in Virland (Estland) starb. Es enthält die gleiche Botschaft wie U 346.
  • U 439 existiert nur noch als von Johan Bureus 1595 erstellte Zeichnung. Wegen Unsicherheiten in der Entzifferung kann er sowohl das Wort Virland als auch Serkland enthalten und wäre dann einer der Ingvarsteine
  • U 533 wurde in Erinnerung an einen Mann errichtet, der in Estland fiel.
  • U 582 existiert nur noch als Zeichnung. Er erinnert einen Sohn, der im Südwesten Finnlands fiel.
  • U 698 existiert ebenfalls nur noch als Zeichnung. Die ist schwer lesbare Inschrift bezieht sich auf einen Mann, der in Livonia starb, möglicherweise bei einer Expedition unter Führung des Wikingerhäuptling Freygeirr, um 1050 n. Chr. Freygeirr wird auf fünf weiteren Runensteinen (Gs 13, DR 216, U 518 und U 611) erwähnt.

Västergötland[Bearbeiten]

  • Vg 181 (Olsbrostenen) wurde in Erinnerung an einen Mann, der in Estland fiel errichtet.

Dänemark[Bearbeiten]

  • DR 216 ist der zweitgrößte Runenstein Dänemarks der in Erinnerung an einen Krieger aufgestellt wurde, der nach Schweden ging, und im Gefolge eines Mannes, der Friggir oder Freygeirr genannt wurde kämpfte. Er ist auch einer der Steine die belegen, dass sich die Wikinger auch selbst „vikingr“ nannten.

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Judith Jesch: Ships and Men in the Late Viking Age. The Vocabulary of Runic Inscriptions and Skaldic Verse. The Boydell Press, Woodbridge 2001, S. 89 ff.
  2. Klaus Düwel: Runensteine. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 25, de Gruyter, Berlin/New York 2003, S. 593 ff.