Pampelmuse

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Pampelmuse
Hirado Buntan, rotfleischige Pampelmuse (Citrus maxima)

Hirado Buntan, rotfleischige Pampelmuse (Citrus maxima)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Rautengewächse (Rutaceae)
Gattung: Zitruspflanzen (Citrus)
Art: Pampelmuse
Wissenschaftlicher Name
Citrus maxima
(Burm.) Merr.
Ausgelöstes Fruchtfleisch der Pampelmuse
Pampelmusen am Baum (Citrus maxima)

Die Pampelmuse (lateinisch Citrus maxima für „größte Zitrone“), ein immergrüner Baum, bringt die größten Zitrusfrüchte hervor. Die Pflanzenart gehört zu den Rautengewächsen und stammt aus dem tropischen Südostasien.

Wichtig ist sie als Elternteil von so bekannten Früchten wie Orange, Grapefruit oder Pomelo. Umgangssprachlich wird meist nicht zwischen Pampelmuse und Grapefruit unterschieden.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Pampelmuse ist ein mittelgroßer, immergrüner Baum. Die jungen Zweige sind leicht behaart und rötlich gefärbt. In den Blattachseln befinden sich Dornen. Die Blätter sind im Vergleich zu anderen Zitruspflanzen groß; die Unterseite ist leicht behaart. Der Blattstiel ist verbreitert (geflügelt). Die Blattspitze ist abgerundet, der Blattgrund rund bis herzförmig und mit dem geflügelten Blattstiel überlappend.[1]

Die großen Blüten stehen einzeln oder in ährigen Blütenständen mit bis zu 20 Blüten in den Blattachseln. Die Blütenknospen sind weiß oder rötlich. Die Blüte besteht aus fünf verwachsenen Kelch- und fünf freien Kronblättern. Im Zentrum der Blüte finden sich 20 bis 35 Staubblätter sowie der runde Fruchtknoten. Der Griffel ist deutlich vom Fruchtknoten abgesetzt.[1]

Die Früchte (Hesperidien) sind abgeflacht oder rund bis leicht birnenförmig. Sie sind aus zehn bis 15 Segmenten zusammengesetzt. Die Schale ist dick und außen gelb oder gelb-grün gefärbt. Die zentrale Achse der Frucht ist bei der Reife hohl, auch die Haut (Endokarp), die die einzelnen Segmente umhüllt, ist zur Mitte hin geöffnet. Die äußere Schale lässt sich leicht entfernen, und auch die einzelnen Segmente lassen sich schälen. In den Segmenten befinden sich sogenannte Saftschläuche, die bei der Pampelmuse von recht festen Häutchen umgeben sind und beim Zerlegen der Frucht nicht platzen. Es gibt viele pigmentierte Sorten mit rosa- bis rotfleischigen Früchten, hervorgerufen durch das Carotinoid Lycopin, das sich bei hohen Sommertemperaturen in den Saftschläuchen anreichert. Bei einigen Sorten kann die Frucht bis zu 30 cm im Durchmesser groß werden und ein Gewicht von über zwei Kilogramm erreichen. Die Samen können, je nach Sorte, sehr zahlreich (bis zu 200 pro Frucht) oder gar nicht vorhanden sein. Sie sind groß, unregelmäßig geformt und gefurcht, im Innern weißlich.[1]

Name[Bearbeiten]

Die Bezeichnung „Pampelmuse“ ist im 18. Jahrhundert (möglicherweise unter Einfluss des französischen pamplemousse) aus dem Niederländischen ins Deutsche übernommen worden. Als pompelmoes oder pampelmoes lässt es sich im Niederländischen seit 1648 nachweisen. Während Marzell 1943 noch schreibt, dass auch das tamilische pampalimāsu aus dem Niederländischen stamme,[2] geht unter anderem das „Nederlands Etymologisch Woordenboek“ umgekehrt davon aus, dass das niederländische Wort aus dem Tamil stammt – was aufgrund der offensichtlichen Wortbedeutung im Tamilischen (nämlich schlicht „große Zitrusfrucht“) naheliegt. Das niederländische pompelmoes scheint ein Versuch zu sein, die tamilische Bezeichnung an die niederländische Sprache anzupassen. Der erste Bestandteil des Wortes könnte eine Anpassung an pompoen, „Kürbis“, sein, hat aber auch Ähnlichkeiten mit dem niederländischen pompeus (vgl. pompös) oder dem in früheren Zusammensetzungen enthaltenen, vermutlich gleichbedeutenden pompel. Der zweite Teil ähnelt – unter Hinweglassung der Silbe li- – dem portugiesischen Wort limões, „Zitronen“ (Plural von limão), von dem immer wieder falsch zitiert wird, dass es ein malaiisches Wort sei.[3] Nicht unmöglich ist daher auch, dass das niederländische Wort pompelmoes auf einem Umweg über das Portugiesische – etwa in Anlehnung an pomposos limões, „pompöse Zitronen“ – aus dem tamilischen Original abgeleitet wurde. In der Literatur finden sich auch die Bezeichnungen „Paradiesapfel“ und „Adamsapfel“.[2]

Was im Handel und umgangssprachlich als Pampelmuse bezeichnet wird, ist zumeist eine Grapefruit, die aus einer Kreuzung der Pampelmuse mit einer Orange entstanden ist. Zunehmend verdrängt der englische Begriff „Grapefruit“ im deutschen Sprachraum den Namen „Pampelmuse“.[4]

Verwandtschaftsverhältnisse der Pampelmuse

Die Kreuzung mit der Mandarine nennt sich Orange. Die Rückkreuzung von Orange und Pampelmuse ist die Grapefruit.[5]

Im Englischen wird die Pampelmuse als Pomelo, Pummelo oder Shaddock bezeichnet, während im Spanischen und Französischen die Grapefruit unter Pomelo bekannt ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • W. Reuther, H. J. Webber, L. D. Batchelor (Hrsg.): The Citrus Industry. Bd 1. University of California, Riverside 1967

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Pampelmuse – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Pampelmuse – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c W. Reuther, H. J. Webber, L. D. Batchelor (Hrsg.): The Citrus Industry. Bd 1. University of California, Riverside 1967
  2. a b Heinrich Marzell: Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen. Bd 1. 1943. S. 1030
  3. Jan de Vries: Nederlands etymologisch woordenboek. 1997, S. 538
  4. Dritte Runde - Grapefruit/Pampelmuse. In: Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA). Phil.-Hist. Fakultät, Universität Augsburg, 19. Juni 2006, abgerufen am 21. August 2009.
  5. E. Nicolosi u. a.: Citrus phylogeny and genetic origin of important species as investigated by molecular markers. In: Theoretical and Applied Genetics. Berlin 100.2004,8, 1155–1166 ISSN 0040-5752