Patroclus von Troyes

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Patroklus als Schutzpatron der Stadt Soest (barocke Darstellung, 18. Jhdt., Mittelgiebel westliche Rathausfront). Zur Zeit der Gestaltung der Fassade war Soest weitgehend Evangelisch-Lutherischer Konfession(!)

Patroclus von Troyes (Französisch: Patrocle, abgeschliffen Parre(s), Englisch: Patroccus, Deutsch: Patroklus; * um 200; † um 259 in Troyes) war ein Heiliger und Märtyrer.

Vita und Heiligenverehrung[Bearbeiten]

Er wurde der Legende nach während der Christenverfolgung Valerians enthauptet. Sein Name ist identisch mit dem homerischen Patroklos.

Erzbischof Brun von Köln überführte die Reliquien von Frankreich in den St.-Patrokli-Dom (964) in Soest, wo er noch heute verehrt wird. In Nachfolge des heiligen Petrus als Patron der ältesten Stadtpfarrkirche, der St.-Petrikirche, und Wappengeber der Stadt, wurde Patroklus zum Schutzpatron (Schutzheiligen) von Soest.

Vom Märtyrer Patroclus leiten sich auch die Namen zweier Orte in der unmittelbaren Umgebung von Troyes ab: Saint-Parres-lès-Vaudes und Saint-Parres-aux-Tertres (2.700 Einwohner). Die Einwohner dieser Saint-Parres heißen auf Französisch Patroclien(ne)s. Zwischen der Stadt Soest und Saint-Parres-aux-Tertres besteht eine Städte„freundschaft“.

Ehemaliger Patroklusschrein aus Soest, Reste heute in Berlin

Kunsthistorisch bedeutend ist der historische Patroklusschrein, dessen Überreste heute im Besitz von Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst (Berlin) sind[1].

Patroclus von Troyes ist nicht mit dem merowingischen Heiligen Patroclus von Bourges zu verwechseln.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Patroclus von Troyes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen und Belege[Bearbeiten]

  1. Vgl.General-Anzeiger (Bonn): Nachrichten, 10. Dezember 2004, S1 sowie ausführlich zum Schrein: Wigbert Löer: Die Rückkehr des Patroklus nach Soest. Acht Skulpturen eines Heiligenschreins erzählen ein Jahrhundert deutscher Geschichte. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. Dezember 2004, Feuilleton, 42