St.-Patrokli-Dom (Soest)
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Der St.-Patrokli-Dom in Soest ist eine katholische Kirche von großer architekturgeschichtlicher Bedeutung. Er gilt als Inbegriff der Romanik in Westfalen.
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[Bearbeiten] Baugeschichte
Der Bau imponiert durch seine gewaltigen grünen Sandsteinmassen, vor allem aber durch den von vier Ecktürmchen flankierten, etwa 80 Meter hohen monumentalen Turm („Turm Westfalens“), der von Experten häufig als schönster romanischer Turm Deutschlands bezeichnet wird, und durch den geräumigen anmutigen Vorhallenbau mit loggienartigem Oberbau. Dieser hatte früher vom heutigen Domplatz aus einen Zugang. Der Turm war bis zum Beginn des 19. Jahrhundert in städtischem Besitz und diente als städtische Rüstkammer (heute: Dommuseum). Teile des Wehrschatzes in Form von Armbrustbolzen aus der Rüstkammer sind heute im Osthofentor-Museum zu besichtigen.
Ehedem soll die Kirche, ursprünglich eine dem heiligen Stephanus geweihte Basilika, zwei Türme gehabt haben, welche aber schon bald das Opfer einer Feuersbrunst wurden. Andeutungen dieser Türme sieht man noch jetzt.
Den Grund zu diesem Gotteshaus legte der Kölner Erzbischof Brun (Sohn König Heinrichs I. und Bruder Ottos I.), welcher auch die Gebeine des Heiligen Patroclus von Troyes am 9. Dezember 964 hier beisetzte. Dem Erzbischof Brun waren diese geschenkt worden, als er in diplomatischer Angelegenheit am französischen Hof weilte. Von Troyes aus nahm er die Reliquien mit nach Köln, beließ sie dort nur vier Jahre und brachte sie dann nach Soest, dessen Volk und Geistlichkeit die Reliquien – die ersten Soests – mit Jubel aufnahmen. Erzbischof Brun, der im Oktober des folgenden Jahres starb, hat nur die Anfänge seines Werkes gesehen. Vollendet ward es erst Jahrhunderte nach ihm (1165). Geweiht wurde St. Patrokli nach noch vorhandenen Urkunden am 8. Juli 1166 durch Erzbischof Reinald von Dassel. Es war die zentrale Kirche eines ehemaligen Kollegiatstifts mit eigenem Immunitätsbezirk und einer eigenen Schule zur Heranbildung von Geistlichen.
Aus (kirchen-)machtpolitischen Gründen wurde Soest zwar nicht Bischofssitz, war aber in früheren Zeiten der kirchliche Mittelpunkt der Kölner Erzbischöfe in Westfalen, Nebenresidenz und zweite Hauptstadt des Erzbistums Köln. Jahrhunderte lang war das Patroklistift das mächtigste und reichste Stift des ganzen Herzogtums Westfalen; zeitweise unterstanden dem Stift bis zu 54 Pfarreien. Die Pröpste des Patroklistifts, die zumindest in den ersten Jahrhunderten weitgehend dem Hochadel entstammten, waren über weite Teile des Mittelalters zugleich Domherr in Köln und jeweils einer der vier Großarchidiakone bzw. bisweilen auch Offizial des Erzbistums Köln. Nur etwa ein- bis zweimal im Jahr hielt sich der Propst des Kollegiat-Stifts St. Patrokli – zur Abhaltung eines geistlichen Gerichts – in Soest auf. Die übrige Zeit ließ er sich vom Dechanten vertreten, dem die Verwaltung des Patroklistiftes oblag.
[Bearbeiten] Glocken
Im rund 80 Meter hohen Westturm hängen zehn Glocken. Darunter befinden sich fünf Glocken aus dem Mittelalter (12., 13. und 15. Jahrhundert). Alle Glocken hängen an Holzjochen in mehreren einzelnen Holzglockenstühlen verteilt. Die kleine Wandlungsglocke hängt im Dachreiter.
| Nr. | Name | Gussjahr | Gießer | Durchmesser (mm) |
Gewicht (kg) |
Nominal (16tel) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Patrokliglocke | 1991 | Hans August Mark | 2050 | 5840 | as0 –6 |
| 2 | Carl-Borromäus-/Totenglocke | 1953 | Bochumer Verein | 1901 | 2442 | b0 –7 |
| 3 | Allerheiligenglocke | 1992 | Hans August Mark | 1550 | 2460 | des1 –4 |
| 4 | Marienglocke | 1469 | Johannes von Dortmund | 1390 | 1820 | es1 –6 |
| 5 | Sturmglocke | 13. Jh. | Hermann von Lemgo | 1385 | 2100 | f1 –4 |
| 6 | Bürger-/Schusterglocke | 1992 | Hans August Mark | 1209 | 1280 | ges1 –5 |
| 7 | Stephanusglocke | 13. Jh. | Hermann von Lemgo | 998 | 765 | b1 –5 |
| 8 | Gottesglocke | 1577 | Rochus Nelman | 750 | 310 | es2 –4 |
| 9 | Große Englische Glocke | 13. Jh. | unbekannt | 593 | 170 | as2 +1 |
| 10 | Kleine Englische Glocke | 12. Jh. | unbekannt | 490 | 106 | b2 +1 |
| 11 | Wandlungsglocke | 1991 | Hans August Mark | 456 | 75 | c3 ±0 |
[Bearbeiten] Bildergalerie
[Bearbeiten] Das Gebäude
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St. Patrokli |
[Bearbeiten] Die „Westfälische Krippe“
[Bearbeiten] Literatur
- Eberhard Linnhoff: St. Patrokli, Nikolai-Kapelle und Dom-Museum in Soest. Langewiesche, Königstein im Taunus 1984, ISBN 3-7845-5100-9
[Bearbeiten] Weblinks
51.5715277777788.1080555555556Koordinaten: 51° 34′ 18″ N, 8° 6′ 29″ O

