Paul Rusesabagina

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Paul Rusesabagina (2005)

Paul Rusesabagina (* 15. Juni 1954 in Murama-Gitarama) ist ein ehemaliger ruandischer Hotelmanager, der durch eine Rettungsaktion während des Völkermordes an den Tutsi bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Rusesabagina war stellvertretender Leiter des Hôtel des Mille Collines und später der Leiter des Hotels Diplomate, beide in Kigali. 1994 übernahm Rusesabagina die Leitung des Hôtels des Mille Collines, wo es ihm gelang, 1268 Menschen vor dem sicheren Tod zu bewahren. Paul Rusesabagina, selbst Hutu und mit einer Tutsi verheiratet, lebt heute in Belgien als Taxiunternehmer.

Im Jahre 2000 wurde Paul Rusesabagina mit dem Immortal Chaplains Prize for Humanity ausgezeichnet; im Jahre 2005 wurde ihm die Presidential Medal of Freedom verliehen.

Kritik[Bearbeiten]

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung und anderer Medien soll Rusesabagina Geld von den Flüchtlingen genommen haben, so als wären sie Hotelgäste. Wer nicht zahlen konnte, bekam angeblich weder Wasser noch Essen und soll aus dem Hotelzimmer ausgesperrt worden sein. Teilweise soll er statt Bargeld die Übereignung von Eigentum verlangt haben. Rusesabagina wehrt sich gegen die Vorwürfe. Er habe zwar zunächst Geld von Hotelgästen genommen, jedoch noch in einer Situation, als mit dem Völkermord noch nicht zu rechnen war. Terry George, Regisseur des Films Hotel Ruanda, wehrte sich ebenfalls gegen die Vorwürfe[1].

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Film Hotel Ruanda basiert im Wesentlichen auf der Geschichte Rusesabaginas, die Hauptrolle wird gespielt von Don Cheadle. Gelegentlich wurde er wegen seines mutigen Handelns als „Oskar Schindler von Ruanda“ bezeichnet.[2]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Paul Rusesabagina, Tom Zoellner: Ein gewöhnlicher Mensch. Die wahre Geschichte hinter „Hotel Ruanda“. Berlin-Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-8270-0633-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paul Rusesabagina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. „Hotel Ruanda“-Held in der Kritik, SZ, Januar 2012
  2. Michael Kohler: Hotel Ruanda (Filmrezension), film-dienst 7/2005, S. 20.