Paul Sorbait

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Paul de Sorbait.jpg

Paul Sorbait (* 1624 in Montblyart, Belgien; † 29. April 1691 in Wien, St. Stephan) war ein Arzt.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Paul Sorbait war ab 1654 Professor für Medizin an der Universität Wien, 1668 Rektor. Er war Leibarzt der Kaiserinwitwe Eleonore. Durch ein frühes Erkennen der Pest vermied Sorbait eine große Epidemie. Ein besonderes Anliegen waren ihm Botanik und Anatomie und er begründete die erste medizinische Bibliothek an der Universität. Ab 1679 war er Generalinquisitor in Pestangelegenheiten.

Im Jahr 1894 wurde in Wien Rudolfsheim-Fünfhaus (15. Bezirk) die Sorbaitgasse nach ihm benannt.

Inschrift auf dem Grabmal in Stephansdom zu Wien[Bearbeiten]

Paulus von Sorbeid in Belgien geboren, hier verstorben, Musiker, Rhetoriker, Philosoph, Soldat, Arzt, Professor, Stadtarzt, Universitätsrektor, - ein Bettler, ein Nichts.
Musiker war ich, um den richtigen Takt zu wahren, Redner, um mich zu einem guten Redeschluß zu lenken, Soldat, um durch Förderung anderer mich herabzusetzen, Universitätsrektor, um die Privilegien zu verteidigen, Höfling, um zu lernen, anderen und nicht mir selbst zu helfen.
Jedoch der bittere Tod, taub gegenüber den Weisen des Musikers und den Überredungskünsten des Rhetorikers und den Drohungen des Soldaten und den Vorlesungen des Professors und den Verschreibungen des Arztes und den Verteidigungsreden des Rektors und den Erniedrigungen des Höflings, raffte mich hinweg. Nun bin ich ein Bettler und ein Nichts.
Ich bitte dich, bete für mich.
Er starb im Jahre 1691 am 29. des Monats April im Alter von 67 Jahren.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkung[Bearbeiten]

  1. Aloys Bergenstamm: Aufschriften in Gruften, Säulen, Grundsteinen und Häusern in Wien. In: Gerhard Fischer (Hg.), Denn die Gestalt dieser Welt vergeht, Geschichte der Kirchen .. der Stadt Wien, aufgezeichnet von dem Altertumsfreunde Aloys Bergenstamm (1754-1821), daedalus Verlag 1996. ISBN 3-900911-07-X, S 215