Pelargonien

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Pelargonien
Sorte von Pelargonium crispum.

Sorte von Pelargonium crispum.

Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Storchschnabelartige (Geraniales)
Familie: Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)
Gattung: Pelargonien
Wissenschaftlicher Name
Pelargonium
L’Hérit. ex Ait.
Illustration von Pelargonium drummondii.

Pelargonien (Pelargonium), umgangssprachlich auch als „Geranien“ bezeichnet, sind eine Pflanzengattung in der Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae). Zu dieser Gattung zählen etwa 220 bis 280 Arten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Unterschiede zur Gattung Geranium

Von der auch in der mitteleuropäischen Flora vertretenen Gattung der Storchschnäbel (Geranium) unterscheiden sich Pelargonien (Pelargonium) unter anderem durch den zygomorphen Blütenaufbau. Für die als Balkonpflanzen gezüchteten Arten ist aber umgangssprachlich noch die – eigentlich unkorrekte – Bezeichnung Geranie üblich.

[Bearbeiten] Beschreibung

Pelargonium-Arten wachsen als einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, selten als Halbsträucher oder Sträucher, viele Arten verholzen wenn sie älter werden. Einige Arten sind sukkulent. Sie enthalten ätherische Öle. Die oberen Blätter sind meist wechselständig, die unteren sind meist gegenständig angeordnet. Die gestielten, meist behaarten Laubblätter sind einfach oder zusammengesetzt; meistens gelappt bis geteilt. Nebenblätter sind vorhanden.

Die Blüten stehen meist zu vielen zusammengefasst in achsel- oder endständigen, einfachen oder zusammengesetzten, doldigen Blütenständen auf meist langen Blütenstandsschäften und enthalten oft Hochblätter.

Die gestielten, zwittrigen, fünfzähligen Blüten sind zygomorph mit doppeltem Perianth. Die je fünf Kelchblätter sind meist untereinander frei, aber teilweise mit dem Blütenstiel zu einer Nektarröhre verwachsen. Diese Nektarröhre kann von wenigen Millimetern bis wenige Zentimeter lang sein. Die meist fünf (selten vier) Kronblätter sind meist frei und genagelt; die oberen zwei sind deutlich verschieden zu den unteren drei. Ein Diskus fehlt, im Unterschied zu den anderen Gattungen der Familie. Es sind meist zwei Kreise mit je fünf Staubblättern vorhanden, meist sind nur zwei bis sieben fertil, die anderen sind zu Staminodien reduziert. Fünf Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Die oberen sterilen Teile des Fruchtblattes, werden als Griffel bezeichnet, sind bis zur Spitze verwachsen und bilden den „Schnabel“ mit fünf Narben. Alle Arten sind vormännig, das heißt die Narben werden erst nach den Staubblättern reif um Selbstbestäubung zu verhindern.

Bei der Reife bleiben nur die inneren Teile der Fruchtblätter als Mittelsäule stehen. Die äußeren Teile, die unten je einen Samen umschließen, heben sich ab. Die Frucht ist eine Spaltfrucht, die in fünf einsamige Teilfrüchte aufspringt.

[Bearbeiten] Vorkommen

Die meisten Pelargonium-Arten wachsen in Südafrika und Namibia, gehören also zur Kapflora (Capensis). Die restlichen Arten kommen im tropischen Afrika, Vorderasien und Australien sowie auf einigen Inseln im Indischen Ozean vor.

Pelargonium-Arten besiedeln eine Vielzahl von Lebensräumen, Gewässerränder genauso wie die trockene Namib-Wüste, felsige Berggipfel ebenso wie Küstendünen. Einige Arten sind sukkulent und haben ober- oder unterirdische Organe zur Wasserspeicherung.

Die in Mitteleuropa als Beet- und Balkonpflanzen kultivierten Pelargonien sind Hybriden verschiedener Wildarten aus dem Kapland, der Capensis, Südafrikas, vor allem von Pelargonium zonale und Pelargonium inquinans (stehende Geranien Zonale-Hybriden) sowie Pelargonium peltatum (Hängegeranien Peltatum-Hybriden).

[Bearbeiten] Systematik

In der Gattung der Pelargonien (Pelargonium) werden etwa 220 bis 280 Arten unterschieden. Die Gattung wird in folgende 17 Sektionen gegliedert:

  • Sektion Campylia (Sweet) DC.
  • Sektion Chorisma DC.: Mit nur vier Arten.
  • Sektion Ciconium (Sweet) Harv.
  • Sektion Cortusina DC.: Mit nur sieben Arten.
  • Sektion Glaucophyllum Harv.: Mit nur sieben Arten.
  • Sektion Hoarea (Sweet) DC.
  • Sektion Isopetalum DC: Mit nur einer Art:
  • Sektion Jenkinsonia (Sweet) DC.: Mit elf Arten.
  • Sektion Ligularia(Sweet) Harv.: Mit neun Arten.
  • Sektion Myrrhidium DC.: Mit acht Arten.
  • Sektion Otidia(Lindl.) Harv.: Mit neun Arten.
  • Sektion Pelargonium DC. Harv.: Mit etwa 24 Arten.
  • Sektion Peristera DC.
  • Sektion Polyactium DC.: Mit etwa 14 Arten.
  • Sektion Reniformia: Mit acht Arten.
  • Sektion Subsucculentia J.J.A. van der Walt: Mit fünf Arten.

Etwa 20 Arten werden derzeit keiner der obigen Sektionen zugeordnet.

Pelargonium alternans.
Pelargonium campestre.
Stammsukkulent: Pelargonium carnosum.
Pelargonium cordyfolium.
Pelargonium cotyledonis.
Pelargonium dasyphyllum.
Pelargonium glechomoides.
Pelargonium oblongatum.
Pelargonium triste.

[Bearbeiten] Arten (Auswahl, alphabetisch)

Hier die Artenauflistung laut GRIN mit Nennung der Sektionszugehörigkeit:[1]

[Bearbeiten] Sortiment

Aufgrund intensiver züchterischer Arbeit sind sechs bedeutende Gruppen von Pelargonien entstanden, die für den Blumenhandel von großer Bedeutung sind:

  • Pelargonium-Zonale-Hybriden, die nahezu kreisrunde Blätter aufweisen. Zu dieser Gruppe zählen die meisten aufrechtwachsenden Sorten.
  • Pelargonium-Peltatum-Hybriden, im Gegensatz zu Zonale Hybriden mit glatten wachsartig überzogenen Blättern und halbhängendem bis hängendem Wuchs.
Sorte der Pelargonium grandiflorum-Hybriden.
  • Edelpelargonien - die als Zimmerpflanzen kultivierten Edelpelargonien (auch Englische Geranien oder Regalpelargonien genannt) stammen vorwiegend von Pelargonium cucullatum und Pelargonium grandiflorum-Hybriden ab.
  • Unique-Pelargonien
  • Engelspelargonien
  • Duftpelargonie, zum Beispiel (Pelargonium odoratissimum), die zum Teil ebenfalls züchterischen Ursprungs sind. Es sind jedoch auch Wildarten in Kultur, am häufigsten Pelargonium graveolens, die „Zitronen-Geranie“. In tropischen und subtropischen Gebieten werden einige Arten in großem Stil zur Produktion von Orangenöl angebaut.
Pelargonium-Sorte, Chromolitographie.

Die Einfuhr der ersten südafrikanischen Pelargonien nach Europa fand bereits zu Anfang des 17. Jahrhunderts statt und sie waren fast 200 Jahre lang eine der wichtigsten Pflanzengruppen in den höfischen Orangerien – zum Teil beherbergten die Sammlungen viele hundert Arten und Sorten. Heute gehören Geranien für den Zierpflanzenbau zu den wirtschaftlich bedeutendsten Kulturpflanzen.

Vielen Gartenfreunden sind vor allem die Pelargonien der Zonale- und Peltatum-Hybriden bekannt. Durch Züchtungsarbeit gibt es innerhalb dieser beiden Arten heute viele hundert Sorten, die sich in Blütenfarbe und Blattwerk unterscheiden. Somit gehören die Zonale-Hybriden sowie die Peltatum-Hybriden zu den wichtigsten gärtnerisch genutzten Pflanzen in der Gruppe der Beet- und Balkonpflanzen. In Hillscheid im Westerwald gibt es bei der Firma Syngenta Seeds GmbH (einem der größten Pelargonienzüchter und Produzenten von Jungpflanzen weltweit) ein Pelargonien-Museum mit zirka 170 Wildarten zu besichtigen.

[Bearbeiten] Medizinische Nutzung

In neuerer Zeit spielt die Pelargonie auch in der Medizin eine Rolle; aus den Wurzeln der Art Pelargonium sidoides wird das (Immunsystem stärkende) Medikament Umckaloabo hergestellt.

[Bearbeiten] Ätherisches Geraniumöl

Aus den unzähligen Duftgeraniensorten werden auch ätherische Öle destilliert, welche Sorte das ätherische Öl ausmacht, klärt die genaue botanische Definition. Die unterschiedlichen Sorten haben auch eine unterschiedliche chemische Ausrichtung und damit auch unterschiedliche Wirkungsweise auf Körper, Seele und Geist. Gewonnen werden die ätherischen Öle durch Wasserdampf-Destillation der Blätter. Die Rosengeranie (Pelargonium graveolens) ist mit ihrem rosenähnlichen Duft die bekannteste Sorte.

[Bearbeiten] Überwinterung

Die mehrjährigen Pflanzen lassen sich im europäischen Bereich gut über den Winter bringen und blühen im Folgejahr oft etwas mäßiger. Dazu werden im September oder Oktober die Pflanzen ausgegraben, die Wurzeln werden etwas reduziert, die Pflanze selber auf den Hauptstamm etwa 8 cm zurück geschnitten. Aus diesem Stumpf treiben die neuen Triebe. Die Pflanzen werden in erdfeuchtem Substrat im kühlen und dunklen Keller aufbewahrt. Ab Ende Februar oder im März werden sie am besten auf die Fensterbank gestellt und stärker gegossen, während der Wintermonate reicht eine mäßige Bewässerung. Je nach Wetterlage und bei Frost-Freiheit können Mitte Mai die Pflanzen ins Freie gesetzt werden.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelreferenzen

  1. Artenliste bei GRIN Taxonomy for Plants.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Pelargonien – Bilder, Videos und Audiodateien
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