Vorderasien
Vorderasien (auch Westasien oder Südwestasien) ist eine zusammenfassende Bezeichnung für die Großregion im Südwesten des Kontinentes Asien. Zur genauen Abgrenzung gibt es unterschiedliche Vorstellungen.
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Abgrenzung [Bearbeiten]
Nach der heute vorherrschenden Definition wird Vorderasien im Westen durch das Mittelmeer und das Rote Meer, im Norden durch das Schwarze Meer, den Kaukasus und das Kaspische Meer, im Osten durch die Randgebirge des Iran und im Süden durch den Indischen Ozean begrenzt.
Über die Halbinsel Sinai ist Vorderasien mit Afrika verbunden, Dardanellen, Marmarameer und Bosporus bilden eine nur schmale Trennung von Europa.
Vorderasien umfasst Anatolien, das Kaukasusgebiet, die Arabische Halbinsel, das Zweistromland und das Iranische Hochland.
Eine Zwischenposition nimmt der Iran ein, der häufig sowohl zu Vorder- als auch zu Südasien gezählt wird. Beispielsweise ist er in der für statistische Zwecke verwendeten Einteilung der UN-Abteilung UNSD nicht Teil von Westasien.
Verwandte Begriffe [Bearbeiten]
Es bestehen weitreichende Überlappungen mit dem Begriff „Naher Osten“, der die arabischen Staaten Vorderasiens und Israel bezeichnet und außerdem Zypern, die Türkei (teilweise nur Anatolien) und Ägypten dazuzählt.[1]
Weitere für die Region verwendete Begriffe sind „Orient“ und „Vorderer Orient“.
Liste der Staaten [Bearbeiten]
Folgende Staaten und abhängige Gebiete werden zu Vorderasien gezählt:
Ägypten (nur die Halbinsel Sinai)
Armenien
Aserbaidschan
Bahrain
Georgien
Irak
Iran
Israel
Jemen (ohne die Insel Sokotra)
Jordanien
Katar
Kuwait
Libanon
Oman
Palästinensische Autonomiegebiete bzw. Palästina
Saudi-Arabien
Syrien
Türkei (asiatischer Teil, also Anatolien)
Vereinigte Arabische Emirate
Zypern
Geschichte [Bearbeiten]
Einige Eckpunkte in der Geschichte Vorderasiens:
- Um 900 v. Chr. entstand mit dem Neuassyrischen Reich das erste Weltreich überhaupt.
- Das Persische Reich folgte, mit der größten Ausdehnung unter König Dareios I. im 5. Jahrhundert v. Chr.
- Alexander den Großen eroberte das Perserreich und errichtete bis 323 v. Chr. ein eigenes Großreich.
- Unter dem Partherkönig Mithridates II. wurde 115 v. Chr. die Seidenstraße „eröffnet“, einer der wichtigsten Handelswege vom Mittelmeer durch Vorderasien über Zentralasien bis Ostasien.
- 70 v. Chr. erreicht das Römisch Reich die Region und breitet sicht bis 300 n. Chr. aus.
- In der Spätantike lieferten sich Ostrom/Byzanz mit dem neupersischen Sassanidenreich die lang anhaltenden römisch-persischen Kriege vom 3. bis 7. Jahrhundert.
- Im 7. Jahrhundert eroberten die Araber weite Teile Vorderasiens.
- Im 13. Jahrhundert verdrängten die Osmanen Byzanz aus Anatolien, eroberten 1453 Konstantinopel und entwickelten im 16. und 17. Jahrhundert ihre größte Machtentfaltung.
Literatur [Bearbeiten]
- Charles Burney, David M. Lang: Die Bergvölker Vorderasiens. Armenien und Kaukasus von der Vorzeit bis zum Mongolensturm. Zürich 1973, ISBN 3-463-13690-2
- Bedřich Hrozný: Die älteste Geschichte Vorderasiens und Indiens. Prag Melantrich 1943 (2. Auflage). ISBN 3-7648-2635-5
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ "Mittlerer Osten", Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 2000
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