Peter Dreher

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Peter Dreher (* 26. August 1932 in Mannheim) ist ein deutscher Maler und Graphiker. Als Leiter der Außenstelle Freiburg der Staatlichen Akademie der Künste Karlsruhe war er Lehrer später berühmter Maler wie Anselm Kiefer.

Leben[Bearbeiten]

Dreher studierte von 1950 bis 1956 an Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei Karl Hubbuch, Wilhelm Schnarrenberger und Erich Heckel.

1965 wurde er Leiter einer Malklasse an der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe (Außenstelle Freiburg). 1968 wurde er zum Professor berufen.

Peter Dreher ist Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg und im Deutschen Künstlerbund und hatte zahlreiche Einzelausstellungen im In- und Ausland.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

„Tag um Tag guter Tag“

1972 entstand ein erstes einzelnes Bild von einem Wasserglas. Zunächst wollte Peter Dreher nur fünf oder sechs Bilder dieses Wasserglases malen, „um zu zeigen, dass es nicht nötig ist, das Motiv zu wechseln, um zum Malen angeregt zu werden“. Aus diesen ersten Bildern entstand ab 1974 eine Serie, die bis heute weiterläuft. Das gemalte Bild ist in Originalgröße zum Objekt und zeigt je ein leeres Wasserglas auf einer weißen Tischfläche und vor weißem Hintergrund. Die äußeren Verhältnisse, wie Beleuchtung, Entfernungen, Bildformat bleiben unverändert. Alle Bilder haben das Format 25 x 20 cm und sind mit Ölfarbe auf Leinwand gemalt.

Seit 1974 bis heute (2014) sind ca. 5200 Bilder der Reihen „Tag um Tag guter Tag“ I und II entstanden. Diese teilen sich auf in eine Tages- und eine Nachtserie, die durch je unterschiedliche Lichtverhältnisse gekennzeichnet sind.

Eine weitere Serie begann ebenfalls 1972: „Schöne Tage im Hochschwarzwald“. Die zwölfteiligen Bilder bestehen aus drei untereinander am selben Tag gemalten Landschaftsausschnitten, die sich in der Horizontalen auf drei weiteren Tafeln fortsetzen, jedes Teilbild im Format 24 x 33 cm.

Neben der zentralen Serie "Tag um Tag guter Tag" entstehen seit den 70er Jahren auch diverse Kleinserien mit unterschiedlichen Bildthemen, vor allem Stillleben und Landschaften. Drehers Werk zeichnet sich durch eine große Vielfalt an Themen und künstlerischen Medien aus. Er realisierte zahlreiche Kunst am Bau Projekte im In- und Ausland, unter anderem in Oberitalien. Seine wichtigste Kunst am Bau Arbeit befindet sich in Freiburg.

Dort gestaltete er 1978 die Fassade der Universitätsbibliothek Freiburg mit einer Serie von Selbstporträts. Sie sollen nach Fertigstellung der neuen UB im Inneren wieder angebracht werden.[1]

Neben regelmäßigen Aufenthalten in den USA, in denen Post-Popart-Werke entstanden, entwickelte Dreher auch Konzepte mit politischen Inhalten. Die Arbeit "Das Großplakat in Aquarellen" sowie weitere großformatige Aquarelle befassen sich mit Werbeikonen. Auch die Sprache und das geschriebene Wort nehmen eine bedeutsame Rolle in Drehers Werk ein. Zu seinem Œuvre gehört auch ein umfangreiches Konvolut an Druckgrafik. Seit den 70er Jahren findet eine intensive Auseinandersetzung mit abstrakten Bildfindungen statt, die Serie "Lange Kurzblicke". Peter Dreher setzt sich in seinem Œuvre sowohl mit Zen-Buddhismus als auch mit der Phänomenologie Edmund Husserls auseinander. Drehers Essenz dieser beiden geistigen Strömungen, die sich mit Zeit, Vergänglichkeit und Wahrnehmung auseinandersetzen, versteht er brennglasartig im Bild zu verdichten. Peter Dreher nimmt eine originäre Einzelposition im Kontext der Nachkriegsmalerei seit Anfang der 60er Jahre ein.

Neben der bekannten Serie "Tag um Tag guter Tag" ist Peter Drehers Œuvre äußerst komplex und stellt einen einzigartigen Umgang mit dem Medium der Malerei dar. An der Schnittstelle zwischen einer fast altmeisterlich realistischen Malweise und der Konzeptkunst positioniert, bringt er eine große Spannbreite an Motiven auf die Leinwand, die sowohl Blumenstücke, Schlüssel- oder Puppen-Bilder als auch großformatige, mehrteilige Interieurs umfasst.

Peter Dreher ist nicht nur einer der wichtigsten deutschen Nachkriegskünstler. Als Professor an der Staatlichen Akademie der Künste Karlsruhe, Außenstelle Freiburg, übte er einen starken Einfluss auf jüngere Künstler wie Anselm Kiefer aus.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1954: Städtische Kunsthalle Mannheim, Deutschland
  • 1974: Museum Folkwang, Essen, Deutschland; Landesmuseum Oldenburg, Deutschland
  • 1975: Kunstverein Freiburg, Deutschland
  • 1977: Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, Deutschland
  • 1979: Museum Schloss Morsbroich, Leverkusen, Deutschland
  • 1982: Von der Heydt-Museum, Wuppertal, Deutschland
  • 1983: Kunstverein Ludwigshafen, Deutschland
  • 1987: Galerie Kilchberg , Basel Land, Schweiz
  • 1990: Städtische Kunsthalle, Mannheim; Museum für Neue Kunst Freiburg, Deutschland; Galerie Hans Mayer, Düsseldorf, Deutschland
  • 1991: Kunstverein Konstanz, Deutschland
  • 1992: Galerie Wehr, Stuttgart, Deutschland
  • 1993: Badischer Kunstverein Karlsruhe, Deutschland; Quint-Krichmann-Projects, The La Jolla Gallery, Kalifornien, USA
  • 1995: Galerie Krohn, Badenweiler, Deutschland
  • 1997: Galerie von Braunbehrens, München, Deutschland; Räume für Neue Kunst Rolf Hengesbach, Wuppertal, Deutschland; Kunstverein Esslingen, Deutschland
  • 1998: Mark Quint Contemporary Art, La Jolla, Kalifornien, USA; Monique Knowlton Gallery, New York, USA; Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, Deutschland
  • 2000: Patricia Sweetow Gallery, San Francisco, Kalifornien, USA; Tag um Tag ist guter Tag, Galerie sphn, Berlin, Deutschland
  • 2001: Galerie S65, Aalst, Belgien
  • 2002: Die langen Kurzblicke, Galerie sphn, Berlin, Deutschland; Dreher_früher, Städtische Galerie, Freiburg, Deutschland
  • 2003: Clothed and Unclosed, The Athenaeum, La Jolla, Kalifornien, USA; Real, Mark Quint Contemporary Art, San Diego, Kalifornien, USA
  • 2004: Phenomenon of Time, Galerie sphn, mit Thorsten Hallscheidt, Berlin, Deutschland
  • 2007: 1. Athen Biennale, Athen, Griechenland; Beachcomber Shores, Herrmann & Wagner, Berlin; The Approach, London, Großbritannien
  • 2008: Ausstellungsbeteiligung anlässlich der Eröffnung der Galerie Wagner + Partner, Berlin
  • 2009: Kunstverein Münsterland, Coesfeld; Der innere Blick - Das Interieur in der zeitgenössischen Kunst. Kunsthalle Tübingen
  • 2010: Realismus - das Abenteuer der Wirklichkeit. Courbet - Hopper - Gursky. Kunsthalle Emden; Galerie Rainer Wehr, Stuttgart; Fremde Heimat. Kunst in Baden-Württemberg, Kunsthalle Mannheim; Open Landscape, Galerie WAGNER + PARTNER, Berlin
  • 2012: Die Kleeblume - Peter Dreher zum Achtzigsten. Galerie WAGNER + PARTNER, Berlin
  • 2012/13: Peter Dreher. Hommage an die Malerei. Ausstellungshalle im Augustinermuseum, Freiburg im Breisgau (anlässlich seines 80. Geburtstages)
  • 2013: Peter Dreher. MK Galleries, Milton Keynes, England
  • 2014: Peter Dreher. 40 Jahre Tag um Tag guter Tag. Galerie WAGNER + PARTNER, Berlin
  • 2014: Koenig & Clinton Gallery, New York, 17. April bis 24. Mai 2014; Osmos Gallery, 17. April bis 13. Mai 2014
  • 2014/15: Galerie Albert Baumgarten, Freiburg, 7. November 2014 bis 10. Januar 2015

Sammlungen, in denen Drehers Werke vertreten sind[Bearbeiten]

Kunsthalle Mannheim, Kunsthalle Karlsruhe, Museum für Neue Kunst Freiburg im Breisgau, Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz, Sammlung Würth, Sammlung Deutsche Bank

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freiburg: Standortsuche: Wohin mit dem Wandbild von Horst Antes? - badische-zeitung.de. Abgerufen am 13. März 2013.