Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Vorlage:Infobox Hochschule/Logo fehltVorlage:Infobox Hochschule/Mitarbeiter fehltVorlage:Infobox Hochschule/Professoren fehlt

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
Gründung 1854
Trägerschaft staatlich
Ort Karlsruhe/Freiburg im Breisgau
Bundesland Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Rektor Ernst Caramelle
Studenten 307 WS 2012/13[1]
Website www.kunstakademie-karlsruhe.de

Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe ist mit rund 300 Studenten eine der kleineren deutschen Hochschulen für Bildende Kunst. Sie untersteht dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. Die Akademieaußenstelle in Freiburg im Breisgau wurde im Oktober 2013 in die Rote Liste Kultur des Deutschen Kulturrates aufgenommen und in die Kategorie 1 eingestuft. Damit ist sie von der Schließung bedroht.

Geschichte der Akademie[Bearbeiten]

Ansichtskarte der "Kunstgewerbeschule" von 1909
Hauptgebäude der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, Mann mit Hirsch von Stephan Balkenhol

Der Ursprung der Kunsthochschule geht auf das Jahr 1854 und die Gründung der Großherzoglich Badischen Kunstschule Karlsruhe durch den damaligen Prinzregenten und späteren Großherzog Friedrich I. von Baden zurück. Erster Direktor war der Düsseldorfer Landschaftsmaler Johann Wilhelm Schirmer. Sowohl als Pädagoge als auch als Reformer mit verwaltungstechnischen Kenntnissen, entwickelte er ein fortschrittliches Lehrprogramm für die „Großherzogliche Kunstschule“. Es wurde nicht nur die im 19. Jahrhundert als avantgardistisch angesehene Landschaftsmalerei gefördert, sondern auch ein breites Angebot künstlerischer Disziplinen angestrebt. Historische Künstlerpersönlichkeiten wie Karl Friedrich Lessing, später Hans Thoma und nach dem Zweiten Weltkrieg Erich Heckel wirkten neben anderen als Lehrer.

1920 fusionierte die Kunstschule mit der Kunstgewerbeschule.[2] Besondere Bedeutung erlangte die nun zur „Badischen Landeskunstschule“ umbenannte Akademie als Zentrum der Neuen Sachlichkeit, bevor das nationalsozialistische Regime die Reformbestrebungen unterbrach. Bekannte Künstler dieser Epoche wie Rudolf Dischinger, August Babberger, Karl Hubbuch, Georg Scholz sowie Wilhelm Schnarrenberger wurden bereits Mitte des Jahres 1933 fristlos aus ihrem Lehramt entlassen und ihre Kunstwerke als „entartet“ diffamiert.

Nachdem 1942 Fliegerangriffe große Teile des Akademiegebäudes zerstört hatten und der Lehrbetrieb erheblich eingeschränkt war, wurde der Unterricht 1944 eingestellt. Im Wintersemester 1947/48 fand die Neueröffnung der zunächst „Badischen Akademie der bildenden Künste“ statt. Seit 1956 verfügt die Akademie zudem über eine Außenstelle in Freiburg. 1961 erhielt die als „Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe“ titulierte Hochschule eine Rektoratsverfassung. Gleichzeitig beschloss man im Zuge einer Reform, die angewandten Bereiche nicht mehr in das Lehrangebot aufzunehmen und dieses auf freie Kunst (Malerei, Bildhauerei, Zeichnung) zu konzentrieren. Ausgebildet werden seitdem ausschließlich bildende Künstler und Kunsterzieher für die gymnasiale Oberstufe. Dem ersten gewählten Rektor Gaensslen folgten der Bildhauer Hans Kindermann, die Maler Harry Kögler, Klaus Arnold und ab 1988 der Kunsthistoriker Andreas Franzke. Von Herbst 2000 bis August 2012, über zwei Amtsperioden, leitete der Maler Erwin Gross die Akademie. Ernst Caramelle wurde zum 1. September 2012 zu seinem Nachfolger ernannt. Die jüngst berufenen Professorinnen und Professoren sind: Marijke van Warmerdam, John Bock, Rainer Metzger, Corinne Wasmuht und Daniel Roth.

Studium und Lehre[Bearbeiten]

Lange Jahre galt die Karlsruher Akademie primär als „Malerakademie“. Den Neoexpressionismus der 1980er Jahre vertraten namhaft Georg Baselitz und Markus Lüpertz. Auf dem Lehrplan steht die freie Kunst, also Malerei und Grafik, Bildhauerei und Zeichnung. Ebenso werden Kunsterzieherinnen und -erzieher für die Gymnasiale Oberstufe ausgebildet.

Eine Vielzahl von Ateliers bilden die Werkstätten für Lithographie, Siebdruck, Radierung, Stein-, Metall- sowie Gipsbearbeitung.

Die Ausbildung der rund 300 Studierenden findet im gemeinsamen Klassenverband statt. Theoretische Lehrveranstaltungen der Kunstgeschichte und -didaktik sowie Gastvorträge ergänzen das praktische Studium.

Bekannte Professoren und ehemalige Studenten[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Gut Scheibenhardt

Die Räume sind in Karlsruhe über vier Standorte verteilt – das Hauptgebäude in der Reinhold-Frank-Straße (Weststadt), der sogenannte Bildhauergarten mit seinen Gebäuden in der Bismarckstraße und das Schloss Scheibenhardt am Stadtrand. Verwaltung und Bibliothek befinden sich in einer Gründerzeitvilla in der Nähe des Hauptgebäudes. Außerdem verfügt die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe über eine Außenstelle in Freiburg im Breisgau.

Literatur[Bearbeiten]

  • Axel Heil, Harald Klingelhöller (Hrsg.): 150 Jahre. Die Geschichte der Kunstakademie Karlsruhe in Bildern und Texten. Swiridoff, 2004. ISBN 3-89929-045-3
  • Vereinigung der Freunde der Kunstakademie Karlsruhe e.V. (Hrsg.): Festschrift zum 125-jährigen Bestehen. C.F.Müller Verlag GmbH, Karlsruhe 1979. Ohne ISBN

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2012/13, S. 66-113 (abgerufen am 3. November 2013)
  2. Stadt Karlsruhe – Stadtarchiv (Hrsg.): Karlsruhe. Die Stadtgeschichte. Badenia, Karlsruhe 1998, ISBN 3-7617-0353-8, S. 447.

49.0143638.387263Koordinaten: 49° 0′ 52″ N, 8° 23′ 14″ O