Pikmin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Pikmin (jap. ピクミン Pikumin) ist eine Reihe von Echtzeit-Strategiespielen des japanischen Herstellers Nintendo, die bislang aus drei Titeln besteht, wovon die ersten beiden zunächst als Originale für Nintendo GameCube, dann als Umsetzungen im Zuge der New-Play-Control!-Reihe für Wii erschienen sind.[1] Am 26. Juli 2013 erschien der dritte Teil der Serie für Wii U.[2]

Hintergrund[Bearbeiten]

Produziert wurden die Spiele von Shigeru Miyamoto, der die Inspiration zum Spiel von einer Ameisenkolonie in seinem Garten bezog. Technisches Vorbild ist die Konzeptdemo Super Mario 128, welches 128 gleichzeitig auf einfache Weise interagierende und auf die Spielwelt reagierende Marios auf einer Spielfläche zeigte. Aufgrund seines innovativen Spielkonzepts lässt sich Pikmin nur schwer in vorhandene Genres einordnen, am ehesten könnte man es als Taktikspiel mit Strategie- und Knobelelementen bezeichnen; außerdem wird bei der Gegnerbekämpfung ein gewisses Maß an Geschick eingefordert. Die (japanische) Selbsteinordnung ist (umschrieben) AI Action“.[3]

Inhalt und Spielprinzip[Bearbeiten]

Pikmin (2001/2002)[Bearbeiten]

Pikmin
Logo Pikmin.png
Studio Nintendo EAD
Publisher Nintendo
Leitende Entwickler Shigefumi Hino,
Masamichi Abe
Erstveröffent-
lichung
GameCube:
JapanJapan 26. Oktober 2001
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 2. Dezember 2001
EuropaEuropa 14. Juni 2002
Wii:
JapanJapan 25. Dezember 2008
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 9. März 2009
EuropaEuropa 6. Februar 2009
Plattform GameCube, Wii
Genre Echtzeitstrategie
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung GameCube-Controller[4] bzw. Wiimote
Medium 1 MiniDVD bzw. 1 DVD-ROM
Altersfreigabe
USK ab 0 freigegeben
PEGI ab 3+ Jahren empfohlen

Handlung[Bearbeiten]

Der Raumfahrer Captain Olimar (jap. オリマー Orimā) ist im Urlaub unterwegs, als sein Raumschiff mit einem Meteoriten kollidiert. Olimar muss auf einem unbekannten Planeten notlanden, und verliert beim Eintritt in die Atmosphäre 30 Teile seines Raumschiffs, die über ein großes Gebiet mit mehrere Arealen verstreut werden. Die Atmosphäre des Planeten enthält die für Olimar giftige Substanz Sauerstoff (jap. 酸素 Sanso; in der deutschen Spielfassung als „Oxygen“ bezeichnet), und das Lebenserhaltungssystem seines Raumanzugs hat nur noch Energie für 30 Tage. Aufgrund seiner geringen Größe von ungefähr 4 cm steht Olimar[5] scheinbar gigantischen Hindernissen wie Pappkartons, Blumen und Käfern gegenüber. Um alle wichtigen Raumschiffteile zu finden und zum Raumschiff zu transportieren, bedarf es der Hilfe der Pikmin (jap. ピクミン Pikumin). Die Pikmin sind ungefähr 3 cm kleine Wesen, die wie Karotten aus der Erde wachsen. Sobald Olimar ein Pikmin aus der Erde zieht, folgt es ihm auf Schritt und Tritt und befolgt seine Anweisungen.

Spielprinzip[Bearbeiten]

Der Spieler steuert Captain Olimar durch eine dreidimensionale Umgebung. Er kann Pikmin aus der Erde ziehen und diese mit den verschiedensten Aufgaben betreuen, indem er sie einfach an die gewünschte Stelle wirft oder mit einem einfachen Kommando dorthin dirigiert. So können Pikmin Hindernisse aus dem Weg räumen, Brücken ausbauen, Gegner bekämpfen und gefundene Raumschiffteile zum Landeplatz tragen. Manche Raumschiffteile sind essenziell, um neue Spielareale erschließen zu können. Jede Aufgabe erfordert den Einsatz einer bestimmten Mindestanzahl von Pikmin: große Gegner lassen sich durch eine große Anzahl von Pikmin schneller und leichter besiegen, während die verschiedenen Objekte jeweils eine unterschiedliche Anzahl brauchen, um von den Pikmin getragen werden zu können. Zusätzliche Pikmin erhält man, wenn man die Pikmin die Kadaver besiegter Gegner oder Blütennarben zur Zwiebel bringen lässt. An einigen wenigen Stellen kann man auch Pikmin durch einen Wurf in eine rote, blaue oder gelbe Blume zu der entsprechenden Farbe umpolen. Bei allem gilt, dass sich nie mehr als 100 Pikmin zeitgleich im Spielfeld befinden können. Nach Ablauf eines Tages müssen die Pikmin in ihre fliegenden Behausungen, die so genannten Zwiebeln, zurückgebracht werden, um nicht den nachtaktiven Kreaturen zum Opfer zu fallen. Durch geschicktes Koordinieren und vorausschauende Auswahl der unterschiedlichen Pikmin lassen sich innerhalb des Zeitlimits alle 30 Raumschiffteile finden.

Es gibt drei unterschiedliche Pikmin-Arten mit unterschiedlichen Eigenschaften:

  • Rote Pikmin sind die stärksten Kämpfer und resistent gegen Feuer.
  • Blaue Pikmin können durch Wasser laufen ohne zu ertrinken.
  • Gelbe Pikmin können Steinbomben aufheben und zünden; außerdem lassen sie sich höher werfen und sind resistent gegen Elektrizität.

Pikmin unterscheiden sich nochmals dadurch, ob sie ein Blatt, eine Knospe oder eine Blüte über dem Kopf tragen. Je höher der Zustand in der genannten Reihenfolge, desto stärker und schneller sind die Pikmin. Außerdem erhöht sich die Chance, dass ein gefallenes Blüten-Pikmin einen neuen Keimling hinterlässt. Einen möglichst hohen Blüten-Zustand erhält man dadurch, dass man die Pikmin-Keimlinge eine längere Zeit im Boden eingegraben lässt oder die Pikmin zu Nektartropfen lotst, deren Verzehr den Pikmin sofort eine Blüte sprießen lässt.

Unabhängig vom Hauptspiel gibt es einen sogenannten Challenge-Modus (dt.: Herausforderungsmodus). Die Herausforderung besteht hier darin, möglichst viele Pikmin innerhalb eines Tages zu züchten. Als Spielareale stehen jene des Hauptspiels zur Verfügung, weisen aber zusätzliche Objekte und Gegner auf.

New Play Control! Pikmin (2008/2009)[Bearbeiten]

Abgesehen von technischen Anpassungen (16:9-Breitbild und erstmals 60-Hz bzw. Progressive Scan auch in einer PAL-Version des Titels), ist es nun mit Hilfe der Pointer-Funktion der Wii Remote möglich, die Zielmarkierung frei über den Bildschirm bewegen zu können. Außerdem ist es in der Wii-Version nun erlaubt, zu einem beliebigen vergangenen Tag (respektive Spielstand) zurückzukehren, um etwa Fehler in der Planung oder zu hohe Pikmin-Verluste ungeschehen zu machen – mit Auswahl eines früheren Spielstandes kann man allerdings nicht mehr zu den nachträglichen Spielständen zurückkehren.

Eine Berücksichtigung der Verbesserungen des zweiten Teils ist in dieser Version in der Form vertreten, dass man die Pikmin-Farbe (und da nochmals den Blütenzustand) vor einem Wurf durchschalten kann, so dass sich die Pikmin entsprechend gruppieren. Weitere kleinere Handhabungsaufbesserungen, wie etwa die automatische Formationsveränderung der folgenden Pikmingruppe vor Engstellen, eine höhere Wurfgeschwindigkeit oder ein schnelleres Keimen der Pikmin im Boden, wurden allerdings nicht berücksichtigt. Unabhängig davon ist ferner eine kleine Veränderung in der Handhabung von gelben Pikmin zu verzeichnen, da einmal geworfene und dann zurückgerufene Pikmin, die eine Steinbombe tragen, diese nicht mehr, sofern kein Hindernis oder Gegner in der Nähe ist, automatisch fallen lassen.

Pikmin 2 (2004)[Bearbeiten]

Pikmin 2
Pikmin2 logo.png
Studio Nintendo EAD
Publisher Nintendo
Leitende Entwickler Shigefumi Hino,
Masamichi Abe,
Shigeru Miyamoto
Erstveröffent-
lichung
GameCube:
JapanJapan 29. April 2004
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 30. August 2004
EuropaEuropa 8. Oktober 2004
Wii:
JapanJapan 15. März 2009
EuropaEuropa 24. April 2009
AustralienAustralien 14. Mai 2009
Plattform GameCube, Wii
Genre Echtzeitstrategie
Spielmodus Einzelspieler, Mehrspieler
Steuerung Gamepad bzw. Wiimote
Medium 1 MiniDVD bzw. 1 DVD-ROM
Altersfreigabe
USK ab 0 freigegeben
PEGI ab 3+ Jahren empfohlen

Handlung[Bearbeiten]

Hocotate Freight, die Firma, in der Captain Olimar arbeitet, steht vor dem finanziellen Ruin, da Louie, ein junger Mitarbeiter, seine komplette Ladung goldene Pikpik-Karotten vielleicht gegessen hat. Auf Befehl seines Chefes hin kehrt Olimar daraufhin mit Louie zum Pikmin-Planeten zurück, um dort nach wertvollen Schätzen zu suchen.

Im weiteren Spielverlauf muss zudem der verloren gegangene Louie gerettet werden. Von diesem Zeitpunkt an bekommt Captain Olimar Unterstützung vom Chef von Hocotate Freight, der zusammen mit Captain Olimar zurück zum Pikmin-Planeten fliegt, um nach Louie zu suchen.

Spielprinzip[Bearbeiten]

Ein umfassendes Zeitlimit, bestimmte Spielziele innerhalb einer festgelegten Anzahl von Tagen zu erreichen, existiert nicht mehr. Manche Schätze sind erforderlich, damit neue Spielareale geöffnet werden können oder die Anführer neue Fähigkeiten (etwa Feuerresistenz oder ein Ortungsgerät für Schätze) erhalten. Eine weitere spielentscheidende Erweiterung ist, dass nun zwei Pikmin-Anführer gesteuert werden können, die entsprechend unabhängig voneinander eine Pikmin-Gruppe betreuen können (die Maximalanzahl von Pikmin im Feld ist allerdings nicht erhöht). Außerdem können die Pikmin nun rote und violette Beeren an bestimmten Pflanzen ernten: Wenn genügend von diesen zum Raumschiff gebracht wurden, erhält man jeweils eine Einheit eines Verstärkungssprays, welches für eine kurze Zeit auf die mitgeführte Gruppe wirkt und sie schneller und stärker macht, oder ein Betäubungsspray, das nahestehende Gegner für einige Augenblicke wehrlos macht. Manchmal kann man auch entsprechendfarbige Nektartropfen finden, die den Anführer bei Aufnahme sofort mit einer Einheit des jeweiligen Sprays ausstatten.

Eine weitere markante Neuerung des zweiten Teils sind die Höhlenabschnitte, von denen es in jedem Spielareal mehrere gibt und dabei mehrere Ebenen aufweisen. Die Architektur der meisten Höhlen-Ebenen ist dabei bis zu einem gewissen Ausmaß zufallsgeneriert. In diesen Höhlen existiert zusätzlich auch kein Zeitlimit, was den Ablauf eines Tages betrifft. Allerdings ist es innerhalb der Höhlen nicht möglich, die Anzahl der Pikmin zu erhöhen. Die einzige Ausnahme, die Zahl der Pikmin-Armee in Höhlen zu erweitern, liegt in Form der Punktmin vor: Sie existieren ausschließlich in den Höhlensystemen. Diese Pikmin-artigen Käfer schließen sich der Gruppe an, wenn man ihren Anführer besiegt. Punktmin weisen alle Resistenzen auf und verfügen ansonsten über durchschnittliche Eigenschaften.

Bei den klassischen Pikmin selbst hat es zusätzlich ein paar Veränderungen gegenüber dem Vorgänger gegeben:

  • Gelbe Pikmin sind hier immun gegen Elektrizität, können allerdings keine Steinbomben mehr tragen.
  • Blaue Pikmin sind nun in der Lage, zu ertrinken drohende Artgenossen aus dem Wasser zu tragen bzw. werfen.

Vollkommen neu sind hingegen die violetten und weißen Pikmin, die allerdings nur in den Höhlensystemen gezüchtet werden können, indem man Pikmin in weiße bzw. lila Blumen wirft:

  • Violette Pikmin sind zehnmal so kräftig und schwer wie andersfarbige Pikmin, und durch ihr hohes Gewicht können sie Gegner betäuben. Allerdings sind sie auch die langsamsten Pikmin und haben die niedrigste Flugkurve bei einem Wurf.
  • Weiße Pikmin sind giftresistent und selbst giftig, so dass sie Gegnern großen Schaden zufügen, wenn diese Pikmin-Art aufgefressen wird. Außerdem können sie vergrabene Schätze aufspüren. Zudem sind die weißen Pikmin die schnellste Pikmin-Art.

Unabhängig vom Hauptspiel besteht erneut die Möglichkeit, sich an einem Challenge-Modus zu versuchen. Es ist zu beachten, dass in diesem (wie auch im Zweispielermodus) manche Spielmechanismen, wie sie zum Teil oben beschrieben wurden, abweichen können. Die Herausforderung liegt im Challenge-Modus darin, dass man Höhlenareale mit einer festen Anzahl an Pikmin bewältigen muss. Dabei hat jede Ebene ein Zeitlimit und einen zu bergenden Schlüssel, der die nächste Ebene bzw. den Ausgang öffnet. Zusätzlich eingesammlte Schätze, die Restzeit und eingesammlte Kadaver erhöhen nochmals den Highscore. Der Challenge-Modus lässt sich kooperativ im Splitscreen mit einem zweiten Spieler, der Louie steuert, spielen. Beim eigentlichen Zweispielermodus, der ebenfalls über Splitscreen gespielt wird, gilt es hingegen, dem anderen Spieler seinen Schatz zu rauben bzw. rechtzeitig eine Anzahl von neutralen Schätzen einzuheimsen. Der Spielverlauf wird hierbei durch Einsammeln eines speziellen Schatzes in Form einer Kirsche zusätzlich mit Zufallsereignissen beeinflusst.

New Play Control! Pikmin 2 (2009)[Bearbeiten]

Die Wii-Version unterstützt nun Breitbild und erstmals ist auch in einer PAL-Version des Titels Progressive Scan verfügbar. Außerdem wird ebenfalls von der Pointer-Steuerung Gebrauch gemacht.

Pikmin 3 (2013)[Bearbeiten]

Hauptartikel: Pikmin 3

Der dritte Teil der Reihe erschien in Europa am 26. Juli 2013 für Wii U. Auf dem Planeten Koppai geht der Bevölkerung die Nahrung aus, weshalb die drei Forscher Alph, Brittany und Charlie auf den Planeten PNF-404 reisen, da eine Sonde dort Nahrung festgestellt hat. Das bisherige Spielprinzip wurde um einige Funktionen erweitert, darunter Anführer, die individuell Pikmin betreuen und auch selbstständig zu einem auf der Karte gesetzten Ziel gehen können. Hinzu kommt ein neuer Spielmodus namens Bingoduell und zwei neue Pikmin-Arten.

Kritiken[Bearbeiten]

Beide Pikmin-Teile wurden für ihre Innovationen von Fachpresse und Spielerschaft gleichermaßen belohnt. (Leicht) kritisiert wurde besonders in Pikmin 1 das Zeitlimit von 30 Spieleinheiten, welches das freie Erkunden der Spielwelten einschränke.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Olimar ist, zusammen mit den 5 Pikmin-Arten aus Pikmin 2, als Kämpfer in Super Smash Bros. Brawl vertreten. Entsprechend gibt es in dem Spiel eine Arena, die dem Planeten der Pikmin nachempfunden ist. Des Weiteren ist Olimar in Super Smash Bros. 4 als Charakter gemeinsam mit einer Arena, die dem Garten der Begegnungen aus Pikmin 3 nachempfunden ist, vertreten.
  • Olimar ist in Pikmin 3 nur im Bingoduell spielbar.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nintendo Homepage: NEW PLAY CONTROL! Pikmin
  2. Meldung bei Gamespot (englisch)
  3. nintendo.co.jp: „ピクミン [...] ジャンル:AIアクション“ (Pikumin [...] Janru: AI Akushon bzw. Pikmin [...] Genre: AI Action)
  4. Deutsche Pikmin-Spielanleitung, S.8: „Der Controller“
  5. Deutsche Pikmin-Spielanleitung, S.6: „Olimar ist ungefähr 4 cm groß [...]“

Weblinks[Bearbeiten]