Piz Badile

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Piz Badile
Piz Badile mit Nordkante und Nordostwand

Piz Badile mit Nordkante und Nordostwand

Höhe 3'305 m ü. M.
Lage Graubünden, Schweiz / Sondrio, Italien
Gebirge Bergeller Alpen, Alpen
Koordinaten, (CH) 46° 17′ 41″ N, 9° 35′ 10″ O (765456 / 129299)46.2947222222229.58611111111113305Koordinaten: 46° 17′ 41″ N, 9° 35′ 10″ O; CH1903: 765456 / 129299
Piz Badile (Graubünden)
Piz Badile
Gestein Granodiorit
Erstbesteigung 1867 durch W. A. B. Coolidge mit F. und H. Dévouassoud

Der Piz Badile (italienisch: Pizzo Badile; Piz ist das rätoromanische Wort für Gipfel, 'Badile' heißt im Italienischen 'Schaufel') ist ein markanter Berg in den Bergeller Alpen im Süden des Kantons Graubünden. Über den Gipfel verläuft die Grenze zwischen Italien und der Schweiz. Er ist 3'305 m hoch und erhebt sich zwischen dem Val Bondasca im Norden, einem zum Bergell gehörigen Seitental, sowie dem Val Masino im Süden, welches direkt zur Adda entwässert.

Der Piz Badile ist der dominierende Gipfel der stark zerklüfteten Bondascagruppe, allerdings wird er vom rund 1 km östlich gelegenen Piz Cengalo (3'369 m ü. M.) um 64 m überragt. Die berühmte Nordkante des Piz Badile erhebt sich zwischen zwei zerrissenen Gletschern, dem Vadrec da la Trubinasca im Westen und dem Vadrec dal Cengal im Osten (Vadrec ist der Bergeller Name für Gletscher). Besonders imponierend sind die Plattenfluchten der über 700 Höhenmeter abfallenden Nordostwand. Sie sind es, die dem Piz Badile durch ihre trichterförmige Anordnung die Form einer Schaufel gegeben haben und den Berg so zu seinen Namen kommen liessen.

Der Berg besteht, wie die gesamten Bergeller Alpen, aus dem sogenannten Bergeller Granit, einem Granit mit auffällig grossen Kalifeldspatkristallen (petrographisch korrekt ist der Bergeller Granit ein Granodiorit). Flüssiges Magma drang im Tertiär, vor etwa 30 Millionen Jahren in rund 20 km Tiefe in die Penninischen Decken ein. Durch Hebungsvorgänge entlang der Insubrischen Linie, einer tertiären Bruchzone in den südlichen Alpen, gelangte der Bergeller Granit rasch an die Oberfläche.

Routen und Besteigungen[Bearbeiten]

Blick über Soglio im Bergell zu den Bondasca-Bergen mit Sciora, Piz Cengalo und Piz Badile

Zusammen mit seinen Nachbargipfeln gehört der Piz Badile zu den berühmtesten Kletterbergen der Alpen.

Der Normalweg führt von Süden, von der italienischen Gianettihütte im obersten Val Masino zum Gipfel (II). Erstmals bestiegen wurde der Piz Badile 1867 über die Südflanke von W. A. B. Coolidge mit seinen Begleitern F. und H. Dévouassoud.

Ausgangspunkt für eine Bergbesteigung von Norden, von der Schweizer Seite her ist die Sasc Furä-Hütte (1'904 m ü. M.),[1] eine Hütte des Schweizer Alpen-Clubs, die vom Bergell über das Val Bondasca erreicht werden kann. Direkt über der Hütte zieht die Nordkante (IV, eine Stelle V-) messerscharf und direkt zum Gipfel. Die Nordkante, auch einfach Badile-Kante genannt, ist sicher eine der schönsten und beliebtesten Kantenführen in den Alpen mit einer Kantenlänge von über 1.200 m, sie wurde am 4. August 1923 von Alfred Zürcher und seinem Führer Walter Risch erstbegangen.

Die Route durch die Nordostwand (Via Cassin, V+/A0 oder VI+) wurde im August 1937 von Riccardo Cassin gemeinsam mit V. Ratti, G. Esposito, Mario Molteni, und Giuseppe Valsecchi in einem dreitägigen Kampf im Wettersturz bezwungen. Molteni und Valsecchi starben beim Abstieg über die Südflanke an Erschöpfung.[2]

Schlagzeilen machte Hermann Buhl, als er 1952 die Nordostwand (Cassinführe) erstmals allein beging, nachdem er tags zuvor mit dem Fahrrad aus dem rund 160 km entfernten Landeck angereist war und noch am gleichen Wochenende wieder dorthin zurückkehrte.

Seit 1967 steht in nächster Nähe des Gipfels eine Biwakschachtel des CAI.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Piz Badile – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klettern: Piz Badile auf der Website der Capanna Sasc Furä CAS
  2. Karin Steinbach Tarnutzer: Auf den Spuren von Riccardo Cassin durch die berühmte Wand. Bei schönem Wetter herrscht Hochbetrieb – auf der Via Cassin in der Nordostwand des Badile. In: Neue Zürcher Zeitung Online. Neue Zürcher Zeitung AG, 21. August 2009, abgerufen am 3. Januar 2012.