Possessed

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Band Possessed. Zu der gleichnamigen Achterbahn siehe Possessed (Dorney Park & Wildwater Kingdom).
Possessed
Possessed am Jalometalli in Oulu, 2008
Possessed am Jalometalli in Oulu, 2008
Allgemeine Informationen
Genre(s) Death Metal
Gründung 1983, 1990
Auflösung 1987, 1993
Neugründung 2007
Aktuelle Besetzung
Jeff Becerra (1983–1987, ab 2007)
Ernesto Bueno (ab 2007)
Gitarre
Rick Cortez (ab 2007)
Bay Cortez (ab 2007)
Emilio Marquez (2007–2008) (ab 2008)
Ehemalige Mitglieder
* Barry Fisk († Suizid) – Gesang (1983)
  • Brian Montana – Gitarre (1983–1984)
  • Mark Strausberg- Gitarre (1991-1993)
  • Mike Hollman – Gitarre (1993)
  • Dave Alex Couch – Gitarre (1990-1991)
  • Duane Connley – Gitarre (1990)
  • Colin Carmichael – Schlagzeug (1990)
  • Chris Stolle – Schlagzeug (1990-1991)
  • Walter Ryan – Schlagzeug (1991–1993)
  • Vanik Vartanian – Schlagzeug (2008)
  • Geoff Andrews – Bass (1983)
  • Paul Perry – Bass (1992-1993)
  • Bob Yost – Bass (1990–1992)
Klassische Besetzung
  • Mike Sus – Schlagzeug (1983–1987)
  • Larry LaLonde – Gitarre (1984–1987)
  • Jeff Becerra – Bass, Gesang (1983–1987)
  • Mike Torrao – Gitarre (1983–1987, 1990–1993) – auch noch Gesang

Possessed (engl.: „besessen“) war eine der ersten Death-Metal-Bands. Die Band war in San Francisco, USA, ansässig. Der Begriff „Death Metal“ leitet sich höchstwahrscheinlich von der Demokassette Death Metal ab, die 1984 aufgenommen wurde.[1]

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Jeff Becerra (im Hintergrund Ernesto Bueno), 2008

Die Band wurde im Jahr 1983 gegründet. Zu Beginn spielte man Thrash Metal, der von Bands wie Exodus[2], Motörhead[2] oder Venom beeinflusst war. Das 1985 veröffentlichte Debütalbum Seven Churches gilt allgemein als erste Death-Metal-Veröffentlichung[2], zumal auch einer der Songs auf dem Album so heißt. Zu Anfang war die Zuordnung der Band zu einem bestimmten Genre nicht ganz klar: So wurden Possessed im Rock-Hard-Magazin anfangs fälschlicherweise als Hardcore-Band bezeichnet.[3] Seven Churches ist wegen seiner guten Produktion und des prägnanten Gitarrenspiels bis heute ein Meilenstein des Genres. Zusätzlich schafften es Possessed, durch ein radikal wirkendes Image alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen: Das Cover der LP zierte lediglich das Band-Logo, bestehend aus Frakturschrift mit Flammen und einem umgedrehten Kreuz. Auf der Rückseite des Covers sah man die Mitglieder der Band (kunst-)blutverschmiert und mit umgedrehten Kreuzen posieren, auf die teilweise nachträglich Flammen kopiert wurden. Die Band wollte ursprünglich echtes Schweineblut verwenden, wurde deswegen aber für geisteskrank gehalten und nutzte letztlich Maissirup und rote Lebensmittelfarbe statt echten Bluts.[2]

Deaths Debütalbum Scream Bloody Gore wurde mit Possessed verglichen, umgekehrt wurde Seven Churches auch als von den Death-Demos beeinflusst angesehen. Beccera schrieb dazu im Interview mit dem Tales of the Macabre: „Chuck was just as inspired by me as I was by him. We are inspired by Motörhead and Exodus at first, but then it was free for all. We're just trying to make music.“[2]

Die deutlich schlechtere Produktion des ein Jahr später veröffentlichten Nachfolgers Beyond the Gates, für die The-Rods-Drummer Carl Canedy verantwortlich zeichnete, markierte den Beginn des rapiden Abstiegs der Band aus der Top-Liga des Death Metal, in der Bands wie Death, Morbid Angel oder Obituary die Spitze übernahmen.

Ab 1986 nahm Larry LaLonde Gitarrenunterricht bei Joe Satriani. Das Resultat war dann auf der EP The Eyes of Horror zu hören, die auch von Satriani produziert wurde. Im Juni 1987 trennte sich die Band. Drei Jahre später wurde Jeff Becerra auf der Straße bei einem bewaffneten Überfall von mehreren Kugeln u.a. in die linke Brust getroffen, eine der Kugeln blieb im Rückgrat stecken und verursachte eine Querschnittlähmung. Becerra zog sich anschließend aus dem Musikleben zurück, fing an Arbeitsrecht und Sozialwissenschaften zu studieren und gründete eine Familie. 1990 versuchte Mike Torrao die Band mit neuer Besetzung wieder ins Leben zu rufen, aber ohne an den Erfolg der vergangenen Jahre anschließen zu können. 1993 löste sich Possessed in dieser Besetzung auf. Mike Torrao gründete daraufhin die Band Iconoklast, löste diese Band aber noch vor der Jahrtausendwende ebenfalls auf.

Als Fenriz, Schlagzeuger der Band Darkthrone, den Sampler Fenriz Presents… The Best of Old-School Black Metal zusammenstellte, auf dem bedeutende Künstler der ersten und zweiten Welle des Black Metal zu finden sind, wollte er auch Possessed mit aufnehmen. LaLonde jedoch lehnte es ab, ein Stück seiner Band beizusteuern.[4]

2003 konnte die Band Sadistic Intent Jeff Becerra, der zu der Zeit seine neue Band Side Effect anführte, dazu bewegen, als Gastsänger bei der Coverversion des Lieds The Exorcist mitzuwirken, das auf dem Tribute-Album Seven Gates of Horror - A Tribute to Possessed veröffentlicht wurde. 2007 entschloss sich Becerra, Possessed gemeinsam mit den Musikern von Sadistic Intent wieder aufleben zu lassen, nachdem das polnische Plattenlabel Immortal Records der Band ein neues Sign-Up angeboten hatte. Ein Auftritt auf Wacken Open Air sollte das Come-Back einläuten. Es war für Becerra der erste Auftritt seit seiner Schussverletzung vor 17 Jahren. Eine Platte ist in Planung.

Diskographie[Bearbeiten]

  • 1984: Death Metal (Demo)
  • 1985: Demo
  • 1985: (Pre-production Demo)
  • 1985: Seven Churches (Demo)
  • 1985: Seven Churches
  • 1986: Beyond the Gates
  • 1987: The Eyes of Horror (Single-EP)
  • 1991: Demo
  • 1992: Demo II
  • 1992: Victims of Death: The Best of Possessed (Best-of-Album)
  • 1993: Demo
  • 2003: Fallen Angels (Rehearsal-Demo-EP)
  • 2003: Resurrection (Split-EP mit Side Effect)
  • 2004: Agony in Paradise (Live-Album)
  • 2006: Ashes From Hell (Single-EP)
  • 2006: Possessed by Evil Hell (Live-DVD)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Possessed – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jugendszenen.com
  2. a b c d e Possessed. In: Tales of the Macabre, Nr. 6, S. 4f.
  3. Rock-Hard-Plattenkritik zu Seven Churches, Rock Hard, abgerufen am 20. November 2013 (deutsch).
  4. Interview mit Fenriz