Obituary
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| Obituary | |
|---|---|
| Gründung | 1984 als Executioner |
| Auflösung | 1998 |
| Wiedervereinigung | 2004 |
| Genre | Death Metal |
| Website | http://www.obituary.cc |
| Gründungsmitglieder | |
| Gesang | John Tardy |
| Schlagzeug | Donald Tardy |
| Gitarre | Trevor Peres |
| Gitarre | Allen West (bis 1989; 1992–2006) |
| Bass | Daniel Tucker (bis 1989) |
| Aktuelle Besetzung | |
| Gesang | John Tardy |
| Schlagzeug | Donald Tardy |
| Gitarre | Ralph Santolla |
| Gitarre | Trevor Peres |
| Bass | Frank Watkins |
| Ehemalige Mitglieder | |
| Gitarre | James Murphy (1989–1992) |
Obituary (engl.: Nekrolog) ist eine Death-Metal-Band aus Tampa, Florida. Sie gehört zu den wichtigen und einflussreichen Vertretern des Florida Death Metals.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Bandgeschichte
[Bearbeiten] Gründungsphase
1984 gründeten die Brüder Donald und John Tardy in Brandon (Florida) die Band unter dem Namen Executioner[1] und veröffentlichten Anfang 1985 ein Demo mit dem Titel „Metal Up Your Ass“.[2] Nach verschiedenen Line-up-Wechseln kamen die Gitarristen Allan West und J.P. Chartier von Massacre sowie Bassist Jerome Grable hinzu. In dieser Besetzung wurde 1986 unter dem Namen Xecutioner das zweite Demo aufgenommen. Chartier und Grable verließen die Band und wurden durch Trevor Peres und Daniel Tucker ersetzt. Das Quintett nahm 1987 ein weiteres Demo auf und war neben Sadus und anderen Bands an einem Sampler unter dem Titel „Raging Death“ beteiligt. 1988 folgte ein Plattenvertrag bei Roadrunner Records und die Band nahm im Morrisound-Studio unter Leitung von Scott Burns die Stücke für das Debütalbum „Slowly We Rot“ auf. Kurz vor der Veröffentlichung Anfang 1989 benannte sich die Band in Obituary um.
[Bearbeiten] Die ersten aktiven Jahre
Im Sommer 1989 wurde das Debütalbum veröffentlicht und stieß sowohl bei Kritikern als auch bei Fans auf durchweg positive Kritiken. Kurz nach Veröffentlichung des Albums verschwand Bassist Daniel Tucker spurlos, tauchte aber nach einigen Monaten wieder auf. Auf Grund seines psychisch labilen Zustandes sah sich die Band gezwungen, sich nach einem neuen Bassisten umzusehen, den sie in Frank Watkins von Hellwitch fanden. Anfang 1990 musste Gitarrist Allen West aus persönlichen Gründen die Band verlassen und erst kurz vor dem Beginn der Aufnahmen zum zweiten Album „Cause Of Death“ konnte James Murphy von Death als Leadgitarrist verpflichtet werden, sodass die Scheibe Ende dieses Jahres erschien. Als Hommage an ihre Vorbilder Celtic Frost enthält das Album eine Coverversion von „Circle of the Tyrants“.
Anfang 1991 verließ James Murphy die Band wieder und wechselte zu Cancer. Mittlerweile hatte Allen West seine familiären Probleme geklärt und kehrte zur Band zurück und es folgte eine Europa-Tour mit Demolition Hammer und Morgoth. Danach begann die Band damit, die Stücke zum dritten Studioalbum „The End Complete“ zu schreiben, das 1992 veröffentlicht wurde. Es ist bis heute das kommerziell erfolgreichste Album der Bandgeschichte. Auf der folgenden Tournee mit Napalm Death schlossen sich Trevor Peres und Donald Tardy dem Projekt Meathook Seed an und nahmen 1993 „Embedded“ auf, bevor 1994 das vierte Obituary-Album „World Demise“ erschien. Die Verkaufszahlen dieses Albums reichten allerdings nicht an die von „The End Complete“ heran und der kommerzielle Durchbruch blieb weiter aus. Bereits kursierende Gerüchte, dass die Band sich aufgelöst hat, wurden von der Plattenfirma stets dementiert. 1997 erschien schließlich „Back From The Dead“, das erstmals nicht unter der Leitung von Musikproduzent Scott Burns und außerhalb von Tampa in Miami aufgenommen wurde.[3] Nachdem Anfang 1998 noch ein Live-Album erschienen war, beschlossen die Musiker, die Band für einige Zeit auf Eis zu legen.[4] Hauptgründe dafür waren, dass die Musiker nicht von dem Geld leben konnten, das sie mit der Band verdienten, und die mangelnde Unterstützung durch ihre Plattenfirma.[5]
[Bearbeiten] Von der Reunion bis heute
Aus der ursprünglich nur für ein paar Monate geplanten Auszeit wurden schließlich mehrere Jahre. Ein Teil der Musiker spielte zwischenzeitlich in anderen Bands: Donald Tardy bei Andrew W. K., Trevor Peres bei Catastrophic und Allen West bei Lowbrow und Six Feet Under. John Tardy war Inhaber einer Computerfirma und Frank Watkins arbeitete als Börsenmakler.[6] Anlässlich einer Show seiner Band beim Ozzfest 2001 bat Donald Tardy seinen Bruder John und Bassist Frank Watkins, mit ihm auf der Bühne ein paar Stücke zu spielen. Gemeinsam mit Andrew W.K. spielte das Trio ein Medley aus fünf Titeln.[4] Dies kann als Auslöser für die Wiederbelebung der Band angesehen werden. Der erste Liveauftritt folgte 2004 anlässlich des Sun & Steel-Festivals in Tampa und wenige Wochen später eine Show in New Jersey.[5] Die guten Resonanzen des Publikums veranlassten die Band schließlich, sich zu reformieren.
Das Comeback-Album „Frozen in Time“ war sehr erfolgreich und stieg bis auf Platz 93 der deutschen Album-Charts. Das Artwork stammte ebenso wie die Cover von „The End Complete“ und „Anthology“ von Andreas Marschall. Im August 2005 verließ Gründungsmitglied Allen West die Band.[7] Grund dafür war, dass Allen West während eines Auftritts beim Hole In The Sky Festival in Norwegen betrunken gewesen sein soll, was zu massiven Beschwerden von Fans über den Auftritt der Band geführt hatte.[8] Im Jahr 2006 kehrte West jedoch in die Band zurück.
2007 veröffentlichte die Band das insgesamt siebte Studioalbum „Xecutioner's Return“. Allen West konnte an den Aufnahmen nicht teilnehmen, da er von Mai 2007 bis Februar 2008 wegen wiederholten Verstoßes gegen seine Bewährungsauflagen im Gefängnis saß.[9] Für die Aufnahmen zu „Xecutioner's Return“ wurde Mitte 2007 Ralph Santolla von Deicide engagiert.[10] Als Allen West auch nach seiner Haftentlassung nicht zur Band zurückkehrte, wurde Santolla festes Bandmitglied. Mitte 2008 nahm die Band eine EP mit dem Titel „Left To Die“ auf, die im September 2008 erschien.
Im März 2009 veröffentlichten die Brüder Tardy unter dem Namen Tardy Brothers via Candlelight das Album „Bloodline“. Als Gitarrist wurde Jerry Tidwell verpflichtet, der seinerzeit zur Urbesetzung von Xecutioner gehörte.[11]
[Bearbeiten] Stil
Obituary spielen überwiegend im mittleren Tempobereich angesiedelten Death Metal, für den Bands wie Possessed, Death, aber auch Slayer Pate gestanden haben. Ihre Musik ist geprägt von simplen und einprägsamen Gitarrenriffs sowie vom Gesang von John Tardy. Bemerkenswert ist, dass John Tardy auf den ersten drei Alben der Band zwar Wortfetzen growlt, aber keine vorgefertigten Texte verwendet.[12] Der Band war es wichtig, dass der Gesang so brutal wie möglich klingt und legte keinen Wert auf die Lyrics.[13] Auf jeder auf das Debütalbum folgenden Veröffentlichung waren mehr und mehr vorformulierte Textzeilen zu hören.[14]„Back From The Dead“ enthält als erstes Album der Band durchweg Songtexte.[15]
[Bearbeiten] Diskografie
| Chartplatzierungen | |||||
| Alben | |||||
| The End Complete | |||||
| DE | 43 | 18.05.1992 | (9 Wo.) | [16] | |
| UK | 52 | 18.04.1992 | (1 Wo.) | [17] | |
| World Demise | |||||
| DE | 59 | 10.10.1994 | (5 Wo.) | [16] | |
| CH | 39 | 02.10.1994 | (2 Wo.) | [18] | |
| UK | 65 | 17.09.1994 | (1 Wo.) | [17] | |
| NL | 49 | 17.09.1994 | (7 Wo.) | [19] | |
| Back From the Dead | |||||
| NL | 92 | 26.04.1997 | (3 Wo.) | [19] | |
| Frozen in Time | |||||
| DE | 93 | 01.08.2005 | (2 Wo.) | [16] | |
[Bearbeiten] Alben
- 1989: Slowly We Rot (Wiederveröffentlichung 1997)
- 1990: Cause of Death (Wiederveröffentlichung 1997)
- 1992: The End Complete (Wiederveröffentlichung 1998)
- 1994: World Demise (Wiederveröffentlichung 1998)
- 1997: Back From the Dead
- 1998: Dead (Livealbum)
- 2005: Frozen in Time
- 2007: Xecutioner's Return
- 2009: Darkest Day
[Bearbeiten] EPs und Kompilationen
- 1994: Don’t Care (Single EP)
- 2001: Anthology (Kompilation)
- 2008: The Best of Obituary (Best of)
- 2008: Left to Die (EP)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Interview: John Tardy. Rock Eyez Webzine, 12. Juli 2005. Abgerufen am 5. April 2009. (englisch)
- ↑ Metal Up Your Ass. CultMetal. Abgerufen am 5. April 2009. (englisch)
- ↑ Frank Albrecht: Obituary: Auferstanden aus Ruinen.... In: RockHard-Magazin. Nr. 120.
- ↑ a b Obituary - Back From The Dead!. Whiskey-Soda.de. Abgerufen am 5. April 2009.
- ↑ a b László Dávid: Interview mit Frank Watkins. Voices From The Dark Side Webzine. Abgerufen am 5. April 2009. (englisch)
- ↑ Thorsten Wilms: Aus der Versenkung - in die Versenkung. discover - musik & mehr. Abgerufen am 5. April 2009.
- ↑ Allen West verlässt OBITUARY. PowerMetal.de, 31. August 2005. Abgerufen am 5. April 2009.
- ↑ OBITUARY: Allen West. Roadrunner Records Online. Abgerufen am 5. April 2009.
- ↑ Obituary Guitarist Allen West Jailed For DUI. metalunderground.com, 16. Mai 2007. Abgerufen am 5. April 2009. (englisch)
- ↑ Interview mit Frank Watkins. metal.de, 20. August 2007. Abgerufen am 5. April 2009.
- ↑ Frank Albrecht: Tardy Brothers: Truckertreffen. In: RockHard. Nr. 265.
- ↑ Steffi Mahsmann: Obituary: Interview. Terrorverlag Alternative Music Webzine, 3. August 2005. Abgerufen am 9. Mai 2009. (englisch)
- ↑ Obituary - Interview mit Donald Tardy. Visions Underground. Abgerufen am 9. Mai 2009.
- ↑ Wolf-Rüdiger Mühlmann: Obituary: Wer hat´s erfunden?. In: RockHard-Magazin. Nr. 219.
- ↑ Frank Albrecht: Review zu „Back From The Dead“. In: RockHard-Magazin. Nr. 119.
- ↑ a b c d musicline.de: Obituary in den deutschen Albumcharts, zugegriffen am 16. März 2009
- ↑ a b c chartstats.com: Obituary in den UK-Charts, zugegriffen am 16. März 2009
- ↑ a b hitparade.ch: Obituary in der Schweizer Hitparade, zugegriffen am 16. März 2009
- ↑ a b c dutchcharts.nk: Obituary in den niederländischen Charts, zugegriffen am 20. Mai 2009
[Bearbeiten] Literatur
- Holger Stratmann (Hrsg.): RockHard Enzyklopädie. 700 der interessantesten Rockbands aus den letzten 30 Jahren.. Rock Hard Verlag, Dortmund 1998, ISBN 3-9805171-0-1, S. 280f..
- Natalie J. Purcell: Death Metal Music. The Passion and Politics of a Subculture.. McFarland, 2003, ISBN 978-0-786415-85-4.
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website (englisch)
- Obituary im All Music Guide (englisch)
- Obituary bei laut.de

