Preußische Ostasienexpedition

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Die preußische Ostasien-Expedition, nach ihrem Führer, dem Grafen Friedrich zu Eulenburg auch als Eulenburg-Expedition bezeichnet, wurde von der Preußischen Marine von 1858 bis 1862 in Ostasien durchgeführt. Als Ergebnis wurden Freundschafts-, Handels- und Schiffahrtsverträge mit ostasiatischen Staaten abgeschlossen; mit Japan am 24. Januar 1861, mit China am 2. September 1861.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der gewaltsamen Öffnung Japans durch amerikanische Kriegsschiffe 1853/54 folgten zahlreiche europäische Staaten, um sich handelspolitische Vorteile zu sichern. Die schwache Shogunats-Regierung wurde gezwungen, ungleiche Verträge mit den Westmächten zu unterzeichnen. Preußen als stärkste deutsche Macht sah die Chance, seine Rolle als führende Nation bei der Einigung Deutschlands zu stärken, indem es eine Ostasienexpedition organisierte. Diese sollte im Namen aller Staaten des Deutschen Zollvereins, der Hansestädte und beider Mecklenburgs Verträge mit China, Japan und Siam abschließen.

Unterbringung der Mission im "Gästehaus für Ausländer" in Edo (links oben markiert)

Die kleine preußische Marine wurde 1859 mobilisiert, um eine wissenschaftliche und diplomatische Mission unter der Leitung des Grafen Eulenburg nach Ostasien zu transportieren. Das Geschwader bestand aus der Korvette SMS Arcona, der Fregatte SMS Thetis, dem Schoner SMS Frauenlob und dem Transportschiff SMS Elbe. Dabei war Eulenburg im Kontext der Kanonenbootpolitik ausdrücklich erlaubt worden, militärische Gewalt zur Durchsetzung der preußischen Forderungen anzuwenden. Die improvisierte Expedition wurde von zahlreichen Missgeschicken begleitet, so dem Verlust der Frauenlob, die in einem Taifun mit Mann und Maus sank.

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Verhandlungen mit Japan[Bearbeiten]

Nach fünf Monaten langwieriger Verhandlungen mit dem Shogunat scheiterte die Mission in Japan in ihrem Bestreben, für ganz Deutschland zu sprechen. Die japanischen Unterhändler weigerten sich beharrlich, einen Vertrag mit 32 deutschen Staaten abzuschließen und gaben als Begründung an, die Verhältnisse in Deutschland nicht zu überblicken.

Der amerikanische Konsul Townsend Harris hatte Eulenburg seinen Mitarbeiter und Dolmetscher Hendrick Heusken (geb. 1832) zur Verfügung gestellt. Am 14. Januar 1861, auf dem Wege abends zurück zur amerikanischen Vertretung, wurde Heusken von antiwestlichen rōnin des Satsuma-han angegriffen und trotz des ihm beigegebenen Schutzes schwer verwundet. Er starb am folgenden Tag und wurde im Kōrin-ji mit einem großen Geleitzug in allen Ehren bestattet. Dort ist sein Grab noch heute zu sehen.

Der Vertrag wurde schließlich am 24. Januar 1861 geschlossen, gültig nur zwischen Japan und Preußen.

150-Jahr-Feier 2011[Bearbeiten]

Die Regierungen Deutschlands und Japans beschlossen im Jahr 2009, aus Anlass des 150-jährigen Jahrestages des Vertragsabschlusses im Jahr 2011 150 Jahre deutsch-japanische Beziehungen zu feiern.[1] Aus diesem Anlass wurden von der deutschen und japanischen Post zwei Sondermarken herausgegeben: der „Dom von Regensburg“ und der „Tempel Yakushi-ji“ (Nara). Auf deutscher Seite war das japanische Motiv mit 55 Cent für den Inlandsverkehr und das deutsche Motiv (75 Cent) für den Auslandsverkehr gedacht.

Die japanische Post druckte die Motive mit entsprechenden Porti und druckte aus dem Anlass sogar zusätzliche Marken mit deutschen Motiven. Während auf den japanischen Marken als Überschrift auf Deutsch und Japanisch „150 Jahre Freundschaft Deutschland-Japan“ steht, beschränkte man sich auf deutscher Seite auf den Hinweis „Weltkulturerbe der UNESCO“.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "150 Jahre Freundschaft Deutschland - Japan" auf der Website der Botschaft von Japan in Deutschland