Kapitän zur See

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Deutsche Marine, Kapitän zur See
Ärmelabzeichen der Jacke (Dienstanzug) eines Kapitän zur See der Deutschen Marine (Truppendienst)

Ärmelabzeichen

Dienstgradgruppe Stabsoffizier
NATO-Rangcode OF-5
Dienstgrad Heer/Luftwaffe Oberst
Dienstgrad Marine Kapitän zur See
Abkürzung (in Listen) KptzS (KZS)
Besoldungsgruppe A16/B3 nach BBesO

Kapitän zur See (engl. Captain (naval)) ist der höchste Offiziersrang der Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere der Marine. Dieser Dienstgrad entspricht in den Teilstreitkräften Heer und Luftwaffe dem Oberst.


Deutschland[Bearbeiten]

Bundeswehr[Bearbeiten]

Kapitän zur See (KptzS/KZS) ist in Deutschland der ranghöchste Stabsoffizierdienstgrad der Deutschen Marine. Dieser Dienstgrad entspricht in anderen Teilstreitkräften der Bundeswehr dem Oberst. Im Sanitätsdienst der Bundeswehr sind die entsprechenden Dienstgrade der Flottenarzt/Oberstarzt, der Flottenapotheker/Oberstapotheker und der Oberstveterinär.

Die Dienstgradabzeichen des Kapitäns zur See, die auf beiden Unterärmeln des Dienstjacketts oder als Schulterstücke getragen werden, bestehen aus vier goldgelben Streifen und einem fünfzackigen Stern. Der Stern entfällt, wenn Dienstgradschlaufen getragen werden. Der Mützenschirm zeigt eine goldgelbe, gegeneinander gerichtete Eichenlaubranke aus handgesticktem Metallgespinst. Der Kapitän zur See wird nach der Bundesbesoldungsordnung (BBesO) mit A16 besoldet; in herausgehobenen Verwendungen (z. B. Referatsleiter im Bundesministerium der Verteidigung) ist die Besoldung nach B3 die Regel.

Kapitäne zur See werden als Kommandeure von Schiffs- oder Marinefliegergeschwadern oder Schulen und in vielen Stabsoffizierverwendungen als Abteilungs-, Gruppen- oder Referatsleiter sowie als Chef des Stabes eingesetzt. Auch der Kommandant des Segelschulschiffs Gorch Fock ist Kapitän zur See.

Soldaten in diesem Dienstgrad können innerhalb der durch die Vorgesetztenverordnung (VorgV) gesetzten Grenzen Mannschaften, Unteroffizieren ohne Portepee, Unteroffizieren mit Portepee, Leutnanten und Hauptleuten Befehle erteilen. Die Anrede lautet Herr Kapitän, weibl. Frau Kapitän, ausgesprochen: Herr Kap'tän bzw. Frau Kap'tän. Sie können ebenso als Verbindungsoffiziere im Bundespräsidialamt ihren Dienst versehen.

In der NATO hat der Kapitän zur See den NATO-Rangcode OF-5.

Volksmarine[Bearbeiten]

Der Kapitän zur See war in der Volksmarine der DDR der höchste Dienstgrad in der Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere und vergleichbar dem Nato-Rangcode OF-5. Er entsprach dem Oberst der NVA.

Das Dienstgradabzeichen bestand aus Schulterstücken mit marineblauem Untergrund und darauf einer geflochtenen silbernen Schnur, auf der drei viereckige goldfarbene Offizierssterne („Pickel“) angebracht waren. Schulterstücke wurden zu allen Uniformteilen getragen.

Das Ärmelabzeichen bestand aus einem breiten gelbfarbigen Streifen und ist nicht zu verwechseln mit dem Kommodore der Kriegsmarine. Darüber war ein fünfzackiger Stern angebracht. Im Unterschied zu allen übrigen deutschen Marinestreitkräften bedeckten die Ärmelabzeichen nur zu ca. 40 % den Ärmelumfang.

Dienstgrad
niedriger:
Fregattenkapitän

Flag of warships of VM (East Germany).svg
Kapitän zur See
höher:
Konteradmiral

Siehe auch: Dienstgrade der Nationalen Volksarmee, Volksmarine

Kaiserreich und Kriegsmarine[Bearbeiten]

Im Deutschen Kaiserreich und der Deutschen Kriegsmarine bezeichnete der Kapitän zur See den zweithöchsten Offiziersrang nach dem Kommodore.

Dienstgrad
niedriger:
Fregattenkapitän

Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
Kapitän zur See
höher:
Kommodore

Siehe auch: Dienstgrade der Kriegsmarine, Liste der Flaggen der deutschen Marine (1935–1945)

Kapitän zur See ausländischer Marinestreitkräfte[Bearbeiten]

Die folgenden Darlegungen behandeln dem deutschen Offiziersrang Kapitän zur See vergleichbare Ränge in anderen Marinestreitkräften.