Psychiatrische Universitätsklinik Zürich

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Psychiatrische Universitätsklinik, Eingangspartie
Burghölzlihügel
Klinik Burghölzli um 1890

Die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, traditionell und im Volksmund Burghölzli genannt, ist eine der Universität Zürich angehörige psychiatrische Klinik. Sie befindet sich beim Burghölzli, einem bewaldeten Hügel im Quartier Riesbach im Südosten der Stadt Zürich.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung der Klinik ging massgeblich auf Wilhelm Griesinger zurück, der richtungsweisend die Psychiatrie seiner Zeit beeinflusst hat: Griesinger propagierte ein moderneres und menschlicheres Bild des Patienten. Von 1860 bis 1865 war er in Zürich als Leiter der Klinik für Innere Medizin tätig und wurde dadurch zum Gründervater der Klinik.

Das schlossartig angelegte, monumentale Neorenaissance-Gebäude der Klinik stammt vom Zürcher Architekten Johann Caspar Wolff und wurde in den Jahren 1864 bis 1870 errichtet. Die Eröffnung der Klinik fand 1870 statt. Ihr erster Direktor war Bernhard von Gudden, der seine Leitungsfunktion mit einer Lehrtätigkeit an der Universität Zürich verband. Diese Verknüpfung nahmen auch seine Nachfolger vor. Weil von Gudden die Klinikleitung nur bis 1872 innehatte, war sein Einfluss auf das Burghölzli vergleichsweise gering. Bei einem Vergleich mit seinen Nachfolgern ragen besonders Auguste Forel (Direktor 1879–1898) und Eugen Bleuler (Direktor 1898–1927) heraus. Zu den namhaften Psychiatern, die zeitweilig an der Klinik tätig waren, gehören neben den bereits genannten Carl Gustav Jung, Karl Abraham, Ludwig Binswanger und Eduard Hitzig. Ebenfalls an der Klinik tätig war der nationalsozialistische Rassentheoretiker Robert Ritter.

1911 wurde die Psychiatrische Poliklinik gegründet, die um 1970 ins Kantonsspital integriert wurde. 1967/68 wurden die Mauern um die Klinik Burghölzli eingerissen. 1970 wurde der Sozialpsychiatrische Dienst gegründet, der 1994 mit der Einführung der neuen Sektororganisation in die Psychiatrische Universitätsklinik integriert wurde. 1996 wurde das Gerontopsychiatrische Zentrum Hegibach eröffnet.[1] 2013 soll die Sektororganisation wieder aufgegeben werden.[2]

Zu den prominenten Patienten gehörten unter anderem Sabina Spielrein, Heinrich Leuthold und Eduard Einstein.

Ärztliche Direktoren[Bearbeiten]

Direktoren der Forschungsabteilung[Bearbeiten]

Seit dem Wintersemester 1970/71 gibt es ein zweites Ordinariat für Klinische Psychiatrie.[4]

  • 1969–1994: Jules Angst (Direktor der Forschungsabteilung)
  • seit 1998: Roger M. Nitsch (Direktor der Forschungsabteilung, heute: Direktor der Klinik für Alterspsychiatrie und Abteilung für Psychiatrische Forschung)

Direktor der Klinik für Soziale Psychiatrie[Bearbeiten]

  • 1977–1995: Ambros Uchtenhagen (Direktor des Sozialpsychiatrischen Dienstes, später: Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, Sektor West)
  • seit 1996: Wulf Rössler (Direktor der Klinik für Soziale Psychiatrie und Allgemeinpsychiatrie Zürich West)

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Bleuler et al.: Hundert Jahre Kantonale Psychiatrische Universitätsklinik Burghölzli Zürich 1870–1970. Direktion des Gesundheitswesens des Kantons Zürich, Zürich 1970.
  • Peter Gaudenz Waser: Psychiatrie, Psychopharmaka und Drogen in Zürich (= Neujahrsblatt der Gelehrten Gesellschaft in Zürich zum Besten des Waisenhauses. Bd. 153). Beer, Zürich 1990.
  • Zwanzig Jahre Forschungsabteilung 1969–1989. Psychiatrische Universitätsklinik Zürich/Forschungsabteilung, Zürich 1989.
  • 125 Jahre Psychiatrische Universitätsklinik Zürich 1870–1995 (= Punktuell. Sonderausgabe 4. Juli 1995). Haas Druckerei, Zürich 1995.
  • In Etappen: Die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, 1990 bis 2007. Entwicklung im Spannungsfeld zwischen Gesundheit, Ethik und Ökonomie. Psychiatrische Universitätsklinik Burghölzli, Zürich 2007.
  • Marietta Meier, Brigitta Bernet, Roswitha Dubach, Urs Germann: Zwang zur Ordnung: Psychiatrie im Kanton Zürich 1870–1970. Chronos, Zürich 2007, ISBN 978-3-03-400785-6.
  • Wulf Rössler (Hrsg.), Hans Danuser (Hrsg.): Burg aus Holz – das Burghölzli. Von der Irrenheilanstalt zur Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich. Entwicklungen, Innen- und Aussensichten. NZZ Libro, Zürich 2013, ISBN 978-3-03823-739-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burghölzli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte, Website der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, abgerufen am 6. Juli 2012.
  2. Projekte, Website der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, abgerufen am 6. Juli 2012.
  3. «In zwanzig Jahren müssen wir bessere Therapien anbieten können als heute». In: Tages-Anzeiger. Aktualisiert am 18. Dezember 2008, abgerufen am 5. Juli 2012.
  4. Thomas Brassel: Die Dozenten der Universität Zürich: Sommersemester 1933 bis Wintersemester 1982/83. In: Die Universität Zürich 1933–1983: Festschrift zur 150-Jahr-Feier der Universität Zürich. Universität Zürich, Zürich 1983, ISBN 3-85823-086-3, S. 665–748 (online; PDF; 16,5 MB).

47.3531858.570411Koordinaten: 47° 21′ 11″ N, 8° 34′ 13″ O; CH1903: 685510 / 245320