Puncak Mandala

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Puncak Mandala

BWf1

Höhe 4760 m
Lage Provinz Papua, Indonesien
Gebirge Maokegebirge
Schartenhöhe 2758 mfd2
Koordinaten 4° 42′ 30″ S, 140° 17′ 21″ O-4.7083333333333140.289166666674760Koordinaten: 4° 42′ 30″ S, 140° 17′ 21″ O
Puncak Mandala (Molukken-Papua)
Puncak Mandala
Erstbesteigung 9. September 1959 durch Herman Verstappen, Arthur Escher, Max Tissing, Jan de Wijn & Piet ter Laag
pd5

Der Puncak Mandala früher Julianatop, ist ein Berg in der Provinz Papua in Indonesien und ist Teil des Jayawijaya-Gebirges im Maokegebirge. Die Gipfelhöhe wird herkömmlich meist mit 4760 m angegeben, andere Messungen ergaben mit 4640 m bzw. 4737 m deutlich niedrigere Werte. Der Puncak Mandala wird als der zweithöchste Berg (je nach Quelle auch Puncak Trikora oder Ngga Pulu) auf der Insel Neuguinea nach der Carstensz-Pyramide (Puncak Jaya) mit 4884 m geführt und ist damit im Alpinismus einer der Kandidaten für den Status des Second Summit auf dem australischen Kontinent.

Besteigungen[Bearbeiten]

Die Erstbesteigung erfolgte 1959 im Rahmen einer großen niederländischen Expedition zur Erforschung des Jayawijaya-Gebirges, einer sehr abgelegenen Region im Inneren der Insel Neuguinea. Am 9. September 1959 erreichten Herman Verstappen, Arthur Escher, Max Tissing, Jan de Wijn und Piet ter Laag den Gipfel von Norden aus.[1] Im Jahr 1990 erfolgte die Erstbegehung der anspruchsvollen Südwand durch Bruce Parry und Mark Anstice. Bis heute wird der Berg vor allem wegen seines schwierigen Zugangs sehr selten bestiegen.[2]

Abschmelzen der Eiskappe[Bearbeiten]

1909 wurde der Puncak Mandala erstmals als schneebedeckter Gipfel erfasst und eine Skizze seiner Eiskappe angefertigt. Seither galt der Berg als permanent schnee- bzw. eisbedeckt. Auf Luftaufnahmen der United States Air Force aus dem Jahr 1945 ist ein Gipfel-Gletscher zu erkennen, der vom Gipfel über die flacher abfallende Nordseite des Berges reicht. Die niederländische Expedition der Erstbesteiger schätzte dessen Dicke 1959 auf etwa 100 Meter. Im Vergleich zu den Aufnahmen von 1945 erscheint der Gletscher bereits deutlich reduziert.[3]

Eine auf 2007 datierte und 2008 im Journal of Glaciology veröffentlichte Untersuchung der Texas A&M University, beruhend auf der Auswertung von Satellitenbildern, kommt zu dem Ergebnis, dass 1989 noch Reste einer abschmelzenden Eiskappe vorhanden waren, deren Ausdehnung 15.000 Quadratmeter nicht überschritt. Bis März 2003 war diese vollständig verschwunden.[4]

Höhe[Bearbeiten]

Die Höhe des Berges wird in den verschiedenen Quellen sehr unterschiedlich beziffert. Mehrere Quellen aus Bergsteigerkreisen, unter anderm der deutsche Bergchronist Eberhard Jurgalski,[5][6] geben die Höhe mit 4760 m an.[7][8][9] Eine NASA-Radarmessung (SRTM-Daten) aus dem Jahr 2000 führte zu einer Höhe von etwa 4737 m.[10] Der Aufsatz der Texas A&M University zum Abschmelzen der Eiskappen von 2007 nennt dagegen mit 4640 m eine deutlich geringere Höhe.[11]

Aufgrund dieser widersprüchlichen Angaben ist die Frage problematisch, ob der Puncak Mandala oder der Puncak Trikora den höheren Gipfel hat. Diese ist vor allem für Bergsteiger von Interesse, da einer der beiden Gipfel zu den Seven Second Summits gezählt werden könnte. Die NASA-Radarmessungen beider Gebirgsmassive deuten mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf den Puncak Mandala. Das verwendete Messverfahren ist allerdings nicht zur Vermessung exakter Geländepunkte vorgesehen, sondern vermisst kleine Flächenabschnitte, beide Höhenangaben (P. Mandala: 4737 m; P. Trikora: 4711 m) sind daher nur Näherungswerte, die einer zufälligen Abweichung unterliegen.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Andrew G. Klein, Joni L. Kincaid: Correspondence. On the disappearance of the Puncak Mandala ice cap, Papua. In: Journal of Glaciology. Vol. 54, Nr. 184, 2008, S. 195–198 (Artikel online im PDF-Format, ca. 225 KB, abgerufen am 15. März 2011).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.geschiedenis24.nl Video über die Expedition 1959 (niederländisch)
  2. gunungbagging.com Puncak Mandala abgerufen 18. April 2012
  3.  Andrew G. Klein, Joni L. Kincaid: Correspondence. On the disappearance of the Puncak Mandala ice cap, Papua. In: Journal of Glaciology. Vol. 54, Nr. 184, 2008, S. 195 f..
  4.  Andrew G. Klein, Joni L. Kincaid: Correspondence. On the disappearance of the Puncak Mandala ice cap, Papua. In: Journal of Glaciology. Vol. 54, Nr. 184, 2008, S. 197.
  5. Eberhard Jurgalski (2012): Seven 2nd / Seven 3rd Summits (pdf) (Puncak Mandala: Höhe 4760 m)
  6. Eberhard Jurgalski (2012): "Kammerlander/Stangl - "Seven Second" and "Third" Facts"
  7. www.peakbagger.com Puncak Mandala: Höhe 4760 m, Schartenhöhe 2758 m abgerufen 18. April 2012
  8. www.gunungbagging.com Puncak Mandala: Höhe 4760 m, Schartenhöhe 2758 m abgerufen 18. April 2012
  9. www.peaklist.org Puncak Mandala: Höhe 4760 m, Schartenhöhe 2760 m abgerufen 18. April 2012
  10. Andreas Lesti: Hans Kammerlanders scharfer Grat. In: FAZ.NET. 3. April 2012, abgerufen am 4. April 2012.
  11.  Andrew G. Klein, Joni L. Kincaid: Correspondence. On the disappearance of the Puncak Mandala ice cap, Papua. In: Journal of Glaciology. Vol. 54, Nr. 184, 2008, S. 195.
  12. Andreas Lesti: Kammerlanders "Seven Second Summits" auf Spiegel Online abgerufen 18. April 2012