Qimonda

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Qimonda AG i.In.
Logo der Qimonda AG
Rechtsform Aktiengesellschaft i.In.
Gründung 2006
Auflösung 2009
Sitz München, Deutschland

Leitung

  • Kin Wah Loh, CEO
  • Thomas J. Seifert, CFO und COO
Website www.qimonda-licensing.com

Die Qimonda AG war ein Halbleiterhersteller mit Hauptsitz in München. Das Unternehmen gehörte mit 77,5 Prozent mehrheitlich zur Infineon Technologies AG.

Im Geschäftsjahr 2007 erzielte Qimonda einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro und einen Nettoverlust von 249 Millionen Euro. Weltweit beschäftigte das Unternehmen 13.481 Mitarbeiter, davon 5.072 an den Standorten München und Dresden.

Infolge des massiven Preisverfalls innerhalb der Branche[1] ging Qimonda Anfang 2009 in die Insolvenz.[2]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Gründung

Mit Wirkung zum 1. Mai 2006 [3] überführte die Infineon Technologies AG seine Speicherchipsparte in eine eigenständige Aktiengesellschaft – die Qimonda AG. Die Unternehmensleitung trat zu diesem Zeitpunkt der gebürtige Malaie Kin Wah Loh an, der seit Sommer 2005 für die Speichersparte der Muttergesellschaft zuständig war.

Am 9. August 2006 folgte mit einem Ausgabepreis von 13,00 US-Dollar der Börsengang am New York Stock Exchange.

[Bearbeiten] Insolvenz

Am 13. Oktober 2008 gab Qimonda ein Sparprogramm bekannt, das den Abbau von 3.000 der 13.500 Arbeitsstellen weltweit vorsah. In erster Linie sollten die Standorte München, Dresden und Richmond (USA) betroffen sein. Zudem wurde der Rücktritt von Finanzvorstand Michael Majerus bekanntgegeben. Bis Herbst 2009 sollten so weltweit jährlich rund 450 Millionen Euro eingespart werden. Qimonda hat außerdem seinen 35,6-Prozent-Anteil an dem Speicherchiphersteller Inotera, einem Joint Venture mit dem taiwanischen Nanya-Konzern, an das US-Unternehmen Micron Technology verkauft.[4]

Seit Mitte 2008 suchte der Hauptaktionär Infineon nach eigenen Angaben nach einem Käufer für Qimonda, da das Unternehmen schwere Verluste einfuhr. Als ernstzunehmende strategische Partner und Investoren wurden die Unternehmen Hynix[5] und Micron ins Gespräch gebracht. Zu dieser Zeit veröffentlichte Qimonda Berichte zur Entwicklung der „Buried-Wordline-Technik“[6], die es ermöglichen sollte, bei Strukturgrößen von 30 Nanometern Chips mit doppelt so hoher Speicherkapazität wie bisher mit der Trench-Technik (der Kondensator einer DRAM-Zelle war als tiefes Loch im Siliziumsubstrat realisiert) herzustellen. Qimonda war damals der einzige der großen DRAM-Hersteller, der noch die Trench-Technik nutzten. Andere Hersteller nutzten hingegen die sogenannte Stack-Technik. Neben einer erheblichen Senkung der Herstellungskosten bedeutet dies auch einen deutlich geringeren Energieverbrauch von Speicherchips.

Infineon bemühte sich nach Medienberichten[7] um staatliche Hilfen des Bundeslandes Sachsen und der Bundesrepublik Deutschland. Am 21. Dezember 2008 wurde mitgeteilt[8], dass Portugal (100 Mio. Euro), Sachsen (150 Mio. Euro) und Infineon (75 Mio. Euro) mit einem Darlehen von zusammen 325 Millionen Euro das Unternehmen weiter finanzieren wollten. Bedingung für die Zahlung der Gelder war jedoch der Erhalt der Fabriken in Sachsen (Dresden) und Portugal (Vila do Conde).

Am 23. Januar 2009 ordnete das Amtsgericht München die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte Rechtsanwalt Dr. Michael Jaffé zum zunächst vorläufigen Insolvenzverwalter. Die Produktion konnte anfänglich fortgeführt werden, musste dann allerdings im April 2009 eingestellt werden,[9] die Fabriken in Richmond, Portugal und Deutschland wurden im Laufe des Jahres geschlossen. Die Überreste der Fabrik in Dresden wurden im Mai 2011 von Infineon übernommen.[10]

Heute vermarkten die Qimonda AG i.In. und das US-amerikanische Tochterunternmehmen Qimonda Licensing LLC das bestehende Lizenz- und Patent-Portfolio von ca. 4500 Patentfamilien.[9]

[Bearbeiten] Begriffsdeutung

Der Name „Qimonda“ lässt sich in den meisten Sprachen gut und auf ähnliche Art aussprechen. Laut Infineon hat der Name „universelle Namenseigenschaften, die weltweit wirken“. Qi steht (in dieser Aussprache in Mandarin-Chinesisch, in anderer Aussprache in mehreren ostasiatischen Sprachen) für „atmende und fließende Energie“. Im westlichen Kulturkreis, wo die Sprachen fast alle mit dem Lateinischen verwandt und stark vom Englischen beeinflusst sind, soll der Name als „Schlüssel zur Welt“ (key-monda) interpretiert werden.

[Bearbeiten] Aeneon

Logo der Marke Aeneon seit Ende 2007

Aeneon wurde 2004 als Sparte, damals noch im Geschäftsbereich Speicherprodukte von Infineon, gegründet. Unter der Marke Aeneon vertrieb Qimonda DRAM-Module für Notebooks, PCs und Server Systeme sowie Flash-Produkte wie USB-Sticks, SD-Karten und MicroSD-Karten.

Logo der Marke Aeneon bis Ende 2007

Aeneon war die Marke für das Retail- und Channelgeschäft der Qimonda AG und bediente somit den Endverbraucher über Fachhandel und PC-Zusammenbauer mit Speicherprodukten. Seit KW 02/2010 sind keine Aeneon-Produkte mehr verfügbar.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. WirtschaftsWoche: Chip-Preisverfall beutelt Infineon-Tochter Qimonda. Abgerufen am 24. Januar 2009.
  2. Schwere Vorwürfe gegen Qimonda-Chefs. Welt-Online, Nachrichtenbeitrag vom 23. Januar 2009.
  3. Infineon Technologies AG: Infineon treibt Ausgliederung voran: Neues Speicherunternehmen Qimonda startet am 1. Mai 2006. Abgerufen am 24. Januar 2009.
  4. Geschichte auf der Inotera Website
  5. Daniel Goffart: Sachsens Ministerpräsident Tillich: Lassen uns von Qimonda nicht erpressen. Auf: Handelsblatt, 5. Dezember 2008, Abgerufen am 19. August 2009.
  6. Síle Mc Mahon_: Qimonda to fab ‘Buried Wordline’ DRAM technology as replacement to ‘Deep-Trench’. Fabtech, 26. Februar 2008.
  7. Frances Robinson, Brian Parkin: Infineon, Qimonda Asked for State Aid, Saxony Region Says. Auf: Bloomberg. 27. November 2008.
  8. Qimonda bekommt 325 Millionen Euro. Auf: SZ-Online. 21. Dezember 2008.
  9. a b Qimonda Geschichte auf Qimonda-Licensing Website
  10. MDR, 11. Mai 2011
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